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Ich glaube eher, dass Zelten als attraktives Angebot auch im unterstem Preissegment schon sehr lange keine Rolle mehr spielt.

Hat es das jemals? Das Entscheidende war doch noch Anfang der Nuller, dass man einfach nur ankommen musste und einen Fleck bekam, ohne vorher langfristig reservieren zu müssen. Bei den meisten anderen Unterkünften konnte man das vergessen. Eben das haben Buchungsportale und letzen Endes die Abschaffung der Roomingkosten zumindest im EU-Raum gründlich beseitigt. Man ist damit kein Bittsteller mehr und ich muss ehrlich sagen, dass ich das durchaus genieße. Eine Rolle spielt sicher auch, dass ich fast zehn Jahre Montagetätigkeit hatte und auch da war das Einführen einer inzwischen betriebseigenen Unterkunftsvermittlung ein echter Segen. Kaum etwas konnte nerviger sein als die Quartiersuche per Telefon.
Gelegentlich konnte man direkt sehen, wie der Preis stieg, wenn einen der Empfangsmitarbeiter musterte. Das ist zum Glück Geschichte. Den Rest gaben sich die Zeltplatzbetreiber mit dem Parzellensystem, das nur noch auf Campingbus- und Wohnwagenbesitzer ausgerichtet war. Bei Krk-Stadt ist mir der Zeltplatz »Politin« noch immer in übler Erinnerung. 2007 war er richtig gut und für Nutzer von kleinen Zelten auch noch preisgünstig. Nach dem angenehmen Erlebnis kam ich zwei Jahre später wieder dorthin und da war ein regelrechter Schlag in die Magengrube. Man hatte den Platz parzelliert, auf der früher angenehmen Zeltwiese standen die übergroßen Campingbusse und die wenigen, wenn ich mich richtig erinnere, fünf Plätze ohne Wasser- und Stromanschluss waren entweder grob geschottert oder lagen direkt neben den Klo. Nur, weil ich fährfahrplanbedingt ziemlich spät dort ankam, musste ich für fast dreißig Euro eine Nacht vor der Scheißhaustür kampieren. Mal ehrlich, wer so mit seinen Kunden umgeht, hat die Pleite verdient.