Zitat:
Ausländische Kollegen (da muss man gar nciht weit schauen, nach Polen oder Frankreich reicht schon) sind immer völlig baff, wie hinterwäldlerisch Deutschland ist, und dass sie mit ihren kreditkarten nicht mal am Fahrkartenautomaten bezahlen können.+

Es kann natürlich sein, dass ich ein unverbesserlicher Hinterwäldler bin, aber schon alleine der Teil »Kredit« in »Kreditkarte« stößt mir gallebitter auf. Ich bin noch immer fest davon überzeugt, dass borgen, pumpen, leihen oder mieten letztlich nur Probleme macht. Zumindest für tägliche Ausgaben. Dass die Mehrheit in ihrem Leben keinen Wohnraum erwerben kann, ist ein politisches Problem. Ansonsten zeigt sich oft genug, dass Borgen Sorgen bringt. Wer keine Darlehn aufnimmt und stattdessen erstmal spart, bevor er das Geld ausgibt, der riskiert deutlich weniger, in die Überschuldung zu geraten.
Es kann doch nicht sein, dass man gezwungen wird, in die Miesen zu gehen, obwohl das gar nicht erforderlich ist. Bei ausschließlich Kreditkartenzahlung ist genau das der Fall. Davon abgesehen ist Bargeld ein wichtiges Mittel der Unabhängigkeit. Kein Barverkehr bedeutet, dass man restlos gläsern ist. Dann sind sämtliche Vermögensverhältnisse immer überwachbar. Dazu kommt, dass das Vorhandensein von Bargeld und der Annahmezwang der einzige Schutz vor Negativzinsen ist. Ohne die Möglichkeit der Barzahlung wird Bezahlen für das Bezahlen der Normalfall. Will das wirklich jemand?

Nicht klar ist mir allerdings, wieso die Kartenzahlung viel zu oft auf nur wenighe Kartenarten begrenzt wird. Technisch sollte es doch so sein, dass immer dann, wenn eine Kartenart angenommen werden kann, alle angenommen werden müssten.