Nur nebenbei, aber äußerst unappetitlich: Antipersonenminen sind nicht zum Töten, sondern zum schwerst Verletzen da. Ein Gegner, der schwerst verletzt ist, ist ein größerer Schaden als ein toter. Die Mine, die du auslöst, weiß das aber nicht und macht mit dir das Gleiche. Sowas täte ich mir nicht aussuchen für eine blöde Radltour.
Die andere Seite ist: Die Leute sind nett und hilfsbereit, wenn ihr etwas braucht. Wenn ihr euch dort auf haltet, wo sicher Leute unterwegs waren, passiert euch nichts. Wenn ihr vom Weg abweicht, geht dort hin, wo die Einheimischen offensichtlich auch gehen. (Das gilt auch für den Weg zur Erleichterung...) Ganz übel sind Flecken und Gestrüppe, die seit gut 20 Jahren verwildern, dort ist das Risiko am höchsten.
Wir haben einmal in Kroatien Autostopper mit genommen. Bei einem kleinen Häuschen haben sie besonders interessiert hinaus geschaut. Es war das Häusl der Großmutter der Frau, die bei Kriegsbeginn geflüchtet war. Seitdem war nie wieder jemand aus der Familie dort. Da gab es keine Absperrung, keine Steinmännchen als Warnung, gar nichts. Am darauf folgenden Pass machten wir eine Pause. Wir Männer haben in den Graben gepinkelt, die Frau hat kurz überlegt, ob sie hinter den Busch geht -und sich alles verkniffen. Der Pass war mir nie als gefährdet auf gefallen, markiert war auch dort nichts.
Ihr werdet in Bosnien sicher einen schönen Urlaub machen, aber aufpassen würde ich schon. Auch die Einheimischen haben oft nur sehr ungefähres Wissen, wo Minen liegen. Wenn ihr das mit beachtet, werdet ihr keine Probleme haben.
lg!
georg