Hallo!
Naive Frage eines Liegeradinteressierten, aber darin gänzlich unerfahrenen nach einigen Starkregenfahrten: wie verhindert ihr, dass die Sitzschale zur Badewanne wird? Sind da Ablauflöcher und was ist mit saugfähigen Polstern? Die langen Jacken sind an sich praktisch, aber können die Beinbewegung behindern, deshalb prüfen. Als generelles Problem bleibt halt, dass die Wasserdampftransportfähigkeit der Funktionsstoffe bei Regen und milden Temperaturen einfach nicht mit der Schweissrate mithalten kann.
Du sprichst ein paar Probleme an, die ich derzeit nur theoretisch bedenken kann. Ich habe das Radl ja erst sehr kurz.
Der schaumstoffgepolsterte Sitz meines Distance ist sicher suboptimal, was Lüftung und Wasserablauf angeht.
Ich überlege derzeit Folgendes: Dem Sitz nähe ich einen wasserdichten Überzug. Den brauche ich ohnehin, wenn das Radl über Nacht draußen steht. (Nein, ich kuschle nicht mit meinem Fahrrad, so sehr liebe ich es nicht!) Von unten wird bei Starkregen wahrscheinlich/möglicherweise etwas Feuchtigkeit den Weg in den Schaumstoff finden, aber nicht viel. Wenn nötig, kann ich auch Löcher an der tiefsten Stelle in den Sitz bohren.
Die Regenhose nähe ich selbst, länger als die beiden, die ich derzeit habe. Damit sollte ich das Regenwasser halbwegs gut abwehren können. Den Stoff für den Anorak bestelle ich gleich mit, der kostet nicht so viel. Wenn die praktischen Erfahrungen mit den vorhandenen Anoraks schlecht sind, nähe ich auch einen Anorak. Der schaut nach derzeitigem Stand so aus: "wasserdichter" durchgehender Reißverschluß vorne, oben mittig, unten leicht seitlich versetzt, mit Abdeckklappe mit Klett. Eine angeschnittene Kapuze mit Schirm hat der Anorak auch, natürlich auch einen Schnurzug am Bund sowie an der Kapuze und Klett zum Verstellen der Ärmelbündchen. Womit ich den Schirm füttere, weiß ich noch nicht, vielleicht nehme ich eine Schirmkappe aus dem Caritasgeschäft, die ich zerlege.
Einen guten Schnitt, nach dem ich mir einmal einen Anorak genäht habe, habe ich noch und kann ihn dafür leicht adaptieren. Das Ganze bekommt natürlich so wenig Nähte wie möglich, diese werden abgedichtet.
Einen von dir angesprochenen Zielkonflikt kann ich damit natürlich nicht aus der Welt schaffen: Wird die Regenkombi für Regen wirklich dicht, sammelt sich der Schweiß von innen her. Nasses Funktionsgewebe atmet ja nicht, so weit ich weiß. Da werde ich praktisch schauen müssen, wie ich damit umgehen kann. Den Anorak bei leichtem Regen umdrehen und offen lassen, wie geschildert, ist eine Möglichkeit, oft werde ich wahrscheinlich auch die Hose weg lassen können. Das Funktions-Zeug trocknet glücklicher weise schnell, wenn der Regen vorbei ist.
In Norwegen habe ich bei einer längeren Regenfahrt schnell heraus gefunden, dass ich auf der welligen Straße immer den gleichen Anstrengungslevel halten musste, um weder zu stark zu schwitzen noch zu frieren. Aber das war am Upright noch einfacher.
Ich hoffe, dass ich so zu brauchbaren Ergebnissen komme.
lg!
georg