Hallo Leute,
heute noch mal etwas ausführlicher.
@macbookmatthes:
Dein Baubericht war mir bereits bekannt, sehr informativ, danke.
Dass 32 Speichen funktioneren können glaube ich gerne jedem, der damit bei entsprechender Beladung durch die Gegend fährt. Aber wenn ich es richtig sehe hast Du 26"-Laufräder an Deinem Fahrrad. Die sollten ja bei gleicher Speichenzahl stabiler sein als größere. Ich bin implizit von 28" ausgegangen, da die Fahrräder innerhalb meines Budgets, die ich gefunden habe fast durchgehend damit ausgestattet sind.
Bei meinen aktuellen Laufrädern habe ich mit 28" und 32 nichtkonifizierten Speichen wie gesagt öfter Probleme, auch mit wenig Zuladung, ohne Scheibenbremsen und regelmäßigem nachzentrieren (kann allerdings sein, dass die Speichenspannung grundsätzlich höher sein könnte, ich habe kein Tensiometer...). Wenn mir jemand sagt, was genau funktioniert oder warum 32 Speichen für mich sogar besser sein könnten höre ich natürlich gerne zu.
Auch nach einigem rumspielen mit dem Ritzelrechner hätte ich weiterhin lieber 3 Kettenblätter, aber eigentlich nur wegen der größeren möglichen Gesamtübersetzung. Vielleicht weiß ich auch noch nicht so ganz genau, was ich wirklich brauche, da bleibt mit 3-fach mehr Spielraum.
Dein Budget ist genrell nicht gering, könnte aber für einen Randonneur dennoch knapp ausfallen, weil gerade die Kombination aus Rennlenker und Reisetauglichkeit nicht sehr verbreitet ist.
Was meinst Du damit? Randonneure haben anscheinend einen geringen Marktanteil. Aber wenn es sie gibt, sind sie dann nicht i.a. reisetauglich?
Mit dem Budget bin ich doch zuversichtlicht, denn wenn ich einfach mal spaßeshalber ein Surly Disc Trucker Rahmenset mit mir sinnvoll erscheinenden Mittelklassekomponenten (Deore/LX Naben, Kurbel, Schaltwerk etc; Tiagra Schaltbremshebel; Mavic A719 Felgen; Avid BB7 Bremsen; ...) bei bikecomponents in den Warenkorb packe, komme ich mit etwas unter 1600 Euro raus (allerdings noch ohne Gepäckträger, aber mit Beleuchtung und Schutzblechen). Da es von der Stange auch nicht unbedingt teurer wird, sollte sich schon etwas finden. Und wenn nicht eben selbst bauen. Es gibt ja vielleicht noch andere Rahmensets für unter 550 Euro.
Selbstaufbau ist spannend, lehrreich, aber nicht billiger.
Das ist mir bewusst, aber irgendwie hätte ich auch Lust drauf. Wenn's zumindest nicht teurer wird, ist es also durchaus eine gute Option.
Und noch eine Frage zum Velochecker. Ich habe gleich auf dem Weg von der Arbeit ein Fahrradgeschäft mit so einem Teil (Velophil in Alt-Moabit). Da könnte ich mal hingehen und mich vermessen lassen. Was kann so etwas kosten? Sind 50 Euro realistisch? Und was bekommt man dafür? Sucht man sich dann einfach auf dem einstellbaren Rad eine Position die einem gefällt und bekommt dann die entsprechenden Rahmengeometriedaten? Oder wird man systematisch für mehrere Sitzpositionen vermessen?
@habediehre:
Erstmal danke für die Erfahrungswerte mit ähnlicher Rumpflänge.
Das mit den Rahmenmaßen aus dem Onlinerechner kann schon hinkommen. Für ein Mountainbike spuckt der Rechner aus: Oberrohr (virtuell) 62-63cm, Vorbau 11,2-12,8cm. Wenn ich die Mittelwerte von beidem zusammenrechne komme ich auf 73,5cm, bei meinem aktuellen Rad sind es 69cm. Die 4,5cm Differenz sind ziemlich genau das, um wieviel mir mein derzeitiges Fahrrad zu kurz erscheint. Aber blind vertrauen will ich so einer Rechnung natürlich nicht.
Damit zum nächsten Punkt:
Wenn du unbedingt auf Rennlenker umrüsten möchtest, finde ich die Geo gar nicht mal so klein.
Der derzeitige Rahmen wäre in Kombination mit einem Rennlenker eventuell nicht zu kurz. Allerdings scheidet ein komplettes Umrüsten (neue Laufräder, Gabel, Bremsen, Schaltung, Lichtanlage,...) des vorhandenen Fahrrads definitiv aus, auch schon aus wirtschaftlichen Grüden. Der Rahmen ist recht schwer, dafür nicht mal besonders Steif und schon gar nicht auf hohe Gewichte ausgelegt (100kg Zuladung laut Beipackzettel zum Komplettfahrrad...). Außerdem hat er keine Scheibenbremsenaufnahme. Ich würde also ein funktionierendes, wenn auch nicht großartiges Fahrrad weitestgehend auseinandernehmen um im wesentlichen nur den Rahmen weiterzuverwenden. Wenn, dann kaufe ich lieber einen günstigen Rahmen wie den von Vortrieb (der mindestens genauso gut sein sollte) und baue daraus was, dann habe ich nachher zumindest zwei funktionierende Fahrräder.
Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass ich zunächst nicht gezielt nach Fahrrädern mit Rennlenker gesucht habe. Und da war dann das meiste was zum Probefahren in den Geschäften bereitstand (Besenstiel) zu kurz. Daher auch die Grundhaltung "Das bisherige Rad ist zu klein." die so nicht ganz stimmt.
Testweise Montage von Rennlenker und anderem Vorbau ist definitv eine Überlegung wert. Allerings habe ich bereits vergeblich versucht die Vorbauklemmung aus dem Gabelschaft zu lösen. Das scheint festkorodiert zu sein...
Da du ja Doktorant bist, könntest du mich mal nach (studentischen) Selbsthilfewerkstätten umtun. Vielleicht gibts da welche in Berlin, die nicht nur zum Platten flicke da sind, sondern dich auf beim Aufbau unterstützen würden.
Danke für den Tip. Ich war dann prompt gestern mal bei "Unirad" an der TU (Selbsthilfewerkstatt). Und siehe da: Eine ziemlich gut ausgerüstete Werkstatt, mit anscheinend allen notwendigen Fräsern, Einschlagwerkzeugen, Gewindeschneidern, Zentrierständern und vor allem anderen hilfsbereiten Fahrradenthusiasten, die für einen kleinen Obulus (>=1 Euro) jedem offensteht. Von technischer Seite stünde damit einem Selbstaufbau nichts im Wege. Bleibt also v.a. noch die Frage nach der Geometrie und passenden Serienmodellen.
Grüße,
Jonas