[ ... ]Das mag ich gar nicht bestreiten und ich würde auch niemandem Scheibenbremsen ausreden wollen. Ich glaube trotzdem nicht, dass es so eindeutig ist, dass es *nur* Vorteile gibt.
Letzteres habe ich auch gar nicht behauptet. Punkte wie das etwas höhere Gewicht, die höhere Komplexität des Systems usw. kann man schließlich nicht wegdiskutieren. Aber ich persönlich finde, dass heutzutage eben die Vorteile (kein Verschleiß tragender Teile, weniger Wartungsaufwand, ...) in den Fällen deutlich überwiegen, wo man nicht am kompletten Ende der Welt unterwegs ist und im Falle eines katastrophalen Defektes über Wochen keine Möglichkeit hätte, an Ersatzteile zu kommen.
Mir fällt dummerweise gerade nur ein Beispiel aus dem vierrädrigen motorisierten Sektor ein: ich bin z.B. der Meinung, dass ein Automatikgetriebe der Stand der Technik ist, der nur Vorteile bietet.
Das ist ein gutes Beispiel. Für die klassischen Drehmomentwandler-Automaten würde ich das nicht so sehen, weil für mich der deutlich höhere Verbrauch, das höhere Gewicht und der deutliche Aufpreis den Vorteil, nicht mehr schalten zu müssen, überwiegen.
Komischerweise fahren in Deutschland trotz dieser meiner Meinung fast nur Autos mit Schaltgetriebe rum.
Das stimmt so nicht mehr und ist von der Situation her durchaus mit dem momentanen Übergang von Felgen- zu Scheibenbremsen beim Fahrrad zu vergleichen. Heute gibt es zusätzlich zu den klassischen Automaten immer mehr Doppelkupplungsgetriebe mit Automatikfunktion, automatisierte Schaltgetriebe und CVS-Automaten (stufenloses Automatikgetriebe mit Kettenglieder-Antrieb), die die Nachteile beim Verbrauch und den Fahreigenschaften vermeiden und gleichzeitig viel komfortabler sind als ein Handschalter. Dementsprechend gehen auch deren Marktanteile hoch.
Warum? Sind alle anderen blöd oder ist es vielleicht doch nicht so eindeutig wie ich denke?
Martina
Ich denke, dass die Situation nicht mehr so eindeutig ist wie früher, als es nur die Alternative zwischen Handschalter und Drehmomentwandler gab. Letzteres würde ich mir nie kaufen, weil für mich die Nachteile klar überwiegen. Wenn ich mir heute ein neues Auto kaufen müsste, würde ich aber - je nach Angebot - durchaus über eine der o.g. Alternativen nachdenken.
Und ein für D spezieller Faktor kommt bei der bisherigen Abneigung gegen die klassischen Automatikgetriebe noch dazu: es muss ja immer "sportlich" gefahren werden.

Selbst Kleinwagen werden mit diesem Attribut beworben.

Und die klassischen Automatik-Getriebe sind nun mal das Gegenteil von sportlich. Deshalb war der Marktanteil so niedrig. Seit aber die Formel 1 mit sequenziellen Schaltungen und Paddles am Lenkrad herumfährt, sind klassische Handschalter plötzlich nicht mehr sexy und der Wind ist gerade dabei, sich stark zu drehen.