Es war der erste Tag meiner ersten Radtour, und ich hatte mich bei den Wasservorräten verschätzt. Unglaublich, wie dünn besiedelt Deutschland sein kann, wenn einem die Zunge am Gaumen klebt.
Ein anderer Radfahrer hatte mir früher am Tag geraten, ein Schlösschen in der Nähe zu besichtigen, und dort hoffte ich auf einen öffentlichen Wasserhahn. Leider war das landwirtschaftlich genutzte Gut wegen BSE (oder was damals gerade aktuell war) weiträumig abgesperrt. Blieb mir nichts übrig, als an einem kleinen Häuschen zu klingeln, das an der Abzweigung stand.
Es sah ein bisschen aus wie die Häuser in Grimms Märchenbüchern, klein zusammengekauert, efeubewachsen, mit einem Garten voller blühender Blumen und einer Katze auf dem Zaun. Und da öffnete mir ein total verhutztelter alter Mann, der wirklich aussah wie aus dem Märchen. Ich fragte ihn, ob ich meine Wasserflasche bei ihm auffüllen dürfe. Und da wollte er mir was richtig Gutes tun und hat die Flasche eigenhändig mit Mineralwasser gefüllt. Ich musste zwar auf dem weiteren Weg dauernd aufstoßen wegen der Kohlensäure, aber das wars mir wert
