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#135513 - 12/10/04 07:25 AM
News von Urs aus Australien
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Dachte, ist vielleicht interessant, wenn ich zwischendurch mal einen etwas von unserer Tour in Downunder berichte. Nachfolgend einer unserer quasi "Newsletter".
Hoi zaeme, Wir sind mittlerweile fast 10 Tage unterwegs. Den Flug nach Perth haben wir beide erstaunlich gut ueberstanden (und Judith hats sogar richtig genossen). Auch die Velos sind in einer Box heil angekommen. Einzig an Judiths Rad ging der Deckel des Steuersatzes verloren, den wir jedoch am naechsten Tag ersetzen konnten. Bereits am Zoll hatten wir die ersten interessanten Gespraeche mit radelnden Zollbeamten. Ein weiterer Schweizer-Radler ist mit dem gleichen Flug angekommen. Nachdem wir die Raeder zusammengebastelt hatten, fuhren wir zu dritt auf einen Camping, der im Nordosten der Stadt Perth etwa 20km vom Flughafen entfernt lag. Es war extrem frueh dunkel (ca. 20:00Uhr) und wir realisierten, dass sie hier keine Sommerzeit haben. Den naechsten Tag verbrachten wir mit Stadtbesichtigung, Administrativem und Einkaeufen. Der Weg in die Millionenstadt hat hier einen erstaunlich grossen Reiz. Wir konnten mehr oder weniger alles entlang einem wunderschoenen Radweg entlang einem Fluss (Swan River) radeln. So kam man praktisch verkehrsfrei bis in die Innenstadt, vorbei an Flamingos und Feuchtgebieten. Nachmittags radelten wir an die Kueste um zu baden und um Fremantle zu besichtigen. Die Heimfahrt wurde schliesslich zu einer Nachtfahrt. Dafuer gabs entlang dem Radweg teils noch ne Gratis-Dusche, da die Sprinkleranlagen bereits eingeschaltet wurden. Die ersten Tage hier waren erstaunlich kuehl. Letzten Samstag verliessen wir Perth in Richtung Huegel (Darling Range). Der Aufstieg nach Mundaring (ca. 350Hm) war ziemlich heiss. In Mundaring starteten wir den Mundabiddi-Trail. Dies ist ein MTB-Trail, der quer durch die Waelder der Darling-Range fuehrt. Die Wege gingen teils auf Forststrassen, teils auf Wanderwegen. Der Untergrund ist erdig, schottrig oder sandig. Es sind drei Teil-Karten erhaeltlich, die auch Hoehenprofile beinhalten. Die Strecken sind in Easy, Medium und Challenge eingeteilt. Wir merkten schnell einmal, dass wir mit unseren vier Taschen die Challenge-Aufwaertsstrecken meiden muessen. Mit Hilfe der Karte konnten wir diese Teile relativ leicht umradeln. Die Strecke ist sehr gut mit gelben Plaquetten bezeichnet. Wir fuhren den Trail mit normalen Tourenraedern mit 26" Schwalbe Marathon Bereifung, was ganz gut funktionierte. Der erste Abschnitt war enorm schoen. Wir sahen viele neue Pflanzen, hoerten und sahen diverse exotische Voegel und Judith sah ihr erstes Kaenguruh. Gewisse Challenge-Abschnitte konnten wir nicht umradeln, so schoben wir die Raeder teils zu zweit den Weg hoch. Da wir etwas knapp an Zeit waren kuerzten wir einen weiteren Abschnitt etwas ab. Mit alldem Gepaeck kommt man zwar schon immer vorwaerts, aber halt ziemlich langsam. Wir campten auf der ersten Campsite. Fuer den Trail wurden spezielle Campsites mit Unterstand, Zeltplaetzen und Wassertank aufgestellt. Der naechste Abschnitt war wesentlich einfacher und ging weiterhin quer durch die Waelder. Der Weg folgte jedoch mehr kleinen Forststrassen. Es ist erstaunlich, wieviele Wege es hier in diesen einsamen Waeldern gibt. Ohne Karte wuerde man sich hoffnungslos verfahren. Da es einfach war, machten wir gleich noch den dritten Abschnitt. Auf diesem Abschnitt folgte man teils auch einem alten Eisenbahntrassee, das aus der grossen Holzfaellerzeit uebrig blieb. Schliesslich kamen wir nach Jarrahdale, einem verschlafenen Nest, das frueher von der Holzindustrie lebte. Wir staerkten uns im kleinen General-Store, indem man sich gleich 50Jahre zurueckversetzt vorkam. Gezeltet haben wir auf einem lokalen Campground in einem Wald. Leider ging es dorthin ziemlich deftig runter. Hauptsache die Schleckereien aus dem General-Store haben es heil ueberlebt. (urs)
Am Montagmorgen schliefen wir zuerst lange, denn der Zeltplatz war sehr schattig, und man wurde ausnahmsweise nicht um 7 Uhr von der Waerme aus dem Zelt gejagt. Wir gingen zu Fuss noch ein wenig die Umgebung anschauen, bevor wir zusammenpackten und im kleinsten Gang wieder zurueck ins Dorf radelten. Waehrend ich ein wenig stretchte, da meine Achillessehne am rechten Fuss leicht schmerzte, kaufte Urs im neuen Laden ein, das Angebot war aber auch nicht viel besser als im anderen. Dann gingen wir nochmals zum alten General-Store zurueck, wo sie uns die Toastbrotscheiben sogar einzeln verkauften, da wir nicht ein ganzes 20-er-Packet mittragen wollten. Alls die Wasserflaschen gefuellt und alles verstaut war, konnte es weiter gehen. An diesem Tag war der Munda Biddi Trail wieder schwieriger zu fahren, loser Sand und Schotter erforderten hoechste Konzentration und auch einiges an Kraft. Die ganz steilen Aufstiege umgingen wir wieder auf groesseren Strassen, wo man sich wieder etwas erholen konnte. Die Route fuehrte an den Rand des Hochplateaus, wo man von einem Staudamm eine super Aussicht aufs Flachland hatte und sogar die Lagunen an der Kueste erkennen konnte. Von da an wars nicht mehr weit zu einer abgelegenen Campsite, die extra fuer den Munda Biddi Trail erstellt wurde. Und das bisschen Radschieben dort hinauf zahlte sich wirklich voll aus. Die Aussicht war auch dort wieder fantastisch. Wir wuschen uns und die Kette (beides etwa gleich staubig) und machten noch eine Fototour von der Umgebung im Abendlicht. Nach dem Essen schliefen wir mit dem Rauschen der Baeume ein und erwachten am fruehen Morgen einmal mehr vom Zwitschern, Kreischen und Floeten der fliegenden Waldbewohner. Da hat es uebrigens wunderschoene Spezies drunter: Schwarze Kakadus mit Roten Schwanzfedern, gruen-gelb-blaue Papagaie, auch das lachen der Kokaburras haben wir immer wieder gehoert. Am Dienstag gings zuerst auf einem anspruchsvollen Abschnitt ein paar mal auf und ab, bis die Wege wieder gemaessiger und gut fahrbar wurden. Und doch wurde Urs in einer Abfahrt vom tiefen Kies ueberrascht, huepfte aber dank super Reaktion einfach vom Rad weg, das darauf auf den Ortliebtaschen zum stehen kam. Nur die Schutzbleche mussten wir wieder richten, sonst hats ueberhaupt nichts gemacht. Am Nachmittag waeren einige schwierige Abschnitte gekommen, die wir einfachheitshalber recht grosszuegig abkuerzten. Entlang eines Minenfoerderbandes trafen wir wieder auf die Route. Auch an diesem Nachmittag sahen wir wieder verschiedenste Kaenguruhs, die verschreckt davon huepften. Leider kann man die Dinger so einfach nicht fotografieren! Aber sie sind auch einfach heiss anzuschauen, wie sie durch die Gegend huepften. So kamen wir schliesslich recht easy nach Dwellingup. Auf dem Zeltplatz trafen wir ein Schweizer Paerchen. Sie waren auch auf dem Biketrail unterwegs und hatten uns in den Logbuechern eingeschrieben gesehen und gehofft, uns zu treffen. So zogen wir am naechsten Tag gemeinsam weiter. Wir hatten beschlossen, wegen der Hitze am Mittag diesmal um 6 Uhr aufzustehen und kamen etwas nach 7 Uhr los. Da wir alle dem Wald zwar wunderschoen fanden, aber langsam genug davon gesehen hatten und lieber etwas mehr Distanz machen wollten, fuhren wir noch einen letzten kurzen Abschnitt auf dem Trail und verabschiedeten uns dann von den Waeldern und rauschten in die Ebene hinunter, wo wir eine lange Mittagpause machten in einem Paerkli, und weiter an die Kueste. Dort besuchten wir am Abend noch einen Watching Point in einem Nationalpark, wos Stromatoliten hatte, das sind sehr alte Bakterien, die wie Steine bilden, und man vermutet, dass sie bei der Entstehung von Sauerstoff auf der Erde eine Rolle gespielt haben koennten. Beim Essen auf dem Campingplatz wurden wir von Muecken terrorisiert, worauf wir lieber zu viert noch im nahen Motel noch eins trinken gingen. Auch am naechsten Tag standen wir wieder frueh auf, diesmal machten wir die Mittagspause am Strand (oder eine Duene weiter hinten, wos Schatten hatte und einen kleinen Laden mit riesen Hamburger- und Pommerfrites-Portionen), und am Abend trafen wir in Bunbury ein. Hier wollen wir 2 Naechte bleiben und uns wieder etwas ausruhen. Am Morgen waren Urs und ich im Dolfin-Discovery-Center, wo man viel Interessantes ueber die verschiedenen Meerestiere erfaehrt, waehrend man darauf wartet, dass die Delfine in die Bucht schwimmen. Einer ist dann tatsaechlich gekommen. Da konnte man einfach beim Strand ins Wasser stehen, und er ist ein Meter vor uns ruhig hin und her geschwommen, bevor er wieder ins Meer hinaus stach. Ja, und nun sitzen wir nach einem feinen Eis im Internet-caffe und mailen euch... (judith)
Wir wollen heute noch die Strecke bis Albany planen, und schauen, wo wir genau durchfahren wollen. Denn allzuviel Zeit haben wir schon nicht zur verfuegung, auch wenn 3 Monate sehr lang toenen.
Gruss
Urs und Judith
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#135525 - 12/10/04 08:40 AM
Re: News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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hallo Urs hör lieber wider uf mit schrybe, schüsch platzeni no vor niid wyterhin viu schpass in Ouschtralie!!! gruess - Wilu
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#135533 - 12/10/04 09:11 AM
Re: News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Ja sagamol... Urs, los, schick uns ein bisserl Sonne rüber! Wir versinken hier im Nebel... Viel Spass weiterhin! Martin 
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#135535 - 12/10/04 09:17 AM
Re: News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Hallo nach "Down Under",
klingt ja sehr interessant. Wünsche euch eine tolle Tour und gesunde Rückkehr.
Erik (aus dem kalten Berlin -2')
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#135791 - 12/11/04 12:32 AM
Re: News von Urs aus Australien
[Re: Martin W.]
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Kann ich nur bestätigen, als ich gestern morgen bei euch eingeschwebt bin, habe ich die Stadt und den Flughafen erst direkt vor der Landung zu Gesicht bekommen! Aber hier ist es auch nicht besser...Nebel mit Sichtweiten unter 20m, macht aber die Nachtfahrten angenehmer, die Outos kommen mit ihrem Lich nicht mehr durch den Nebel  und an der eigen Sichtweite ändert sich fast nichts 
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#136671 - 12/15/04 08:06 AM
Weitere News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Hallo miteinander
Ja, wir sind also bereits in Albany. Heute ist der Himmel bedeckt, die Temperatueren mit 20 Grad aber gerade angenehm. Heute machten wir nur die kurze Strecke von Denmark hierher und werden da wohl 1 - 2 Ruhetage machen. Das Wetter heute war zum radeln sehr angenehm, und zum e-mails schreiben und durch die Stadt bummeln ja auch. Und morgen solls bereits wieder sonnig sein, damit wir dann auch ausgiebig an den Strand koennen. Und die Gruesse von Peter haben wir der Stadt auch schon ausgerichtet.
Aber nun alles der Reihe nach: Von Bunbury und den Delfinen fuhren wir zuerst der Kueste nach nach Busselton mit seiner 2 km langen Mohle, wo wir uns am Mittag mit einem kurzen Bad im Meer und einem feinen Eis abkuehlten. Danach fuhren wir weiter richtung Inland. am anfang war die Strecke ganz flach, mit der Zeit wurde es aber recht hueglig. In einem winzigen Weiler fragten wir nach Wasser, da wir zuerst vor hatten, irgendwo im Wald frei zu Zelten. In dem Weiler hatte es etwa 5 total einfache Haeuschen und die Leute waren auch etwas speziell aber freundlich. Die Zeit schien dort wirklich stehen geblieben zu sein. Schliesslich fuhren wir an diesem Abend aber doch noch bis Nannup weiter und kamen beim Eindunkeln und 120 km auf dem KM-Zaehler auf dem Zeltplatz an. Am Abend sah ich sogar noch ein Possum, ein kleins scheues Tierchen mit Stubsnase. Am naechsten Tag waren wir dann entsprechend nicht mehr ganz so topfit und machten nach einem zweiten Fruehstueck in der Baeckerei und einem dorfrundgang eine etwas kuerzere Etappe quer durch die grossen Waelder bis nach Munjimup (sprich Manschimap). Hier gabs nicht so viele Sehenswuerdigkeiten am Weg, aber viele grosse Baeume, farbige Voegel, vorbeihuschende Kaenguruhs und Emus, jenste verschiedene Blumen... Eigentlich nicht viel neues, und doch immer wieder interessant. Am Abend machten wir noch einen kurzen Abstecher an Fontys Pool. Dazu muss man wissen, dass es in dieser Gegend sehr viele kleine Daemme hat und quasi jeder Bauer sein Stausee, damit er die Pflanzen bewaessern kann und noetigenfalls fuer den Haushalt genuegend Wasser hat, wenn die Regenwassertanks leer werden. Und dieses Pool eben wurde mal umgebaut in ein Schwimmbecken mit zementiertem Rand und Schwimmer- und Nichtschwimmerabteil. Das Wasser war fuer australische Verhaeltnisse recht sauber. Aber die kennen unsere sauberen Fluesse nicht. Jedenfalls reichte es zum Erfrischen. Abends auf dem Zeltplatz in Munjimup wurde es aber doch recht kalt. Das ist etwas schade, dass die Temepraturunterschiede zwischen Tag und Nacht so gross sind. Morgens um 6 ist es jeweis noch etwas frisch, aber um 7 - halb 8 kann man bereits problemlos im T-Shirt rumlaufen.Dann wirds waermer und waermer, bis mans nach 12 Uhr in der Sonne fast nicht mehr aushaelt. Um 2 Uhr Nachmittag gehts dann schon wieder grad so zum radeln, um 4 Uhr ists wieder sehr angenehm, und um 6 kanns schon wieder recht kuehl werden, geschweige denn, wenn um halb 8 Uhr die Sonne untergeht. Dann ziehen wir meist lange Kleider an. Nicht nur wegen den Muecken. Dafuer hats um diese Tageszeit wenigestens keine Fliegen mehr. (judith) Am darauffolgenden Morgen kamen wir wieder etwas frueher weg, obwohl der obligate Stopp in der Baeckerei nichte fehlen durfte. Nach einigen Kilometern kamen wir beim Diamond Tree vorbei. Dies ist ein riesiger Karri-Tree (Eucalyptus-Art), den man besteigen kann. Er hat in der Baumkrone ein kleines Haeuschen, das frueher gebraucht wurde um Buschfeuer zu erkennen. Die Karri-Baeume koennen bis etwa 80m hoch und werden. Speziell ist auch, dass viele der Baeume an der Wurzel grosse Loecher haben, die von Feuern oder Wurzelkrankheiten entstanden sind. Bei einigen kann man sogar hindurchlaufen, so gross sind die Loecher. Den Baum haben wir nicht bestiegen. Er waere ueber Eisen, die seitwaerts in den Baum gerammt sind beststeigbar gewesen. Irgendwie fanden wir als Kletterer die "Sicherung" etwas vage und wollten uns nicht auf die Aeste raus lassen. Den Abstecher ueber Pemberton liessen wir aus. Die Strecke war sehr huegelig. Man konnte kaum einen regelmaessigen Rythmus fahren. In Shannon einem ehemaligen Holzfaellerdorf machten wir Mittagspause und entschieden wieder einen langen Tag bis Walpole zu machen. Es ging weiterhin auf und ab. Wir sahen, dass es an der Kueste Nebel hatte. Je naeher wir kamen, desto mehr entpuppte sich der Nebel als Rauch. Sie legten hier wieder mal gezielte Feuer um den Wald zu regenieren. Wir schafften es bis zum Eindunkeln nach Walpole und sahen sogar noch einige Kaenguruhs, die sich auf dem Golfplatz mit Grasen vergnuegten. Der Zeltplatz war wunderschoen direkt an einer Bucht gelegen. Leider war es auch heute Abend wieder sehr kalt. Da wir eine kuerzere Etappe vorhatten schliefen wir etwas laenger und konnten noch mit Nachbars Hunden spielen. Danach gab es im Dorf wieder den obligaten Baeckerei-Stopp. Nach Walpole folgten wir dem Tourist Drive durchs Valley of the Giants. Die Strasse fuehrt in vielen Kurven entlang riesengrossen Karri-Baeumen. Der Hoehepunkt der Fahrt ist ein Besuch beim Tree Top Walk. Dies ist eine Vorrichtung (Haengebruecke) mit der man einen Spaziergang durch die Baumkronen machen kann. War ne schoene Sache. Danach wurde es flacher aber auch windiger. Vor Denmark nahmen wir einen neu eroeffneten Radweg, der einem alten Bahn-Trasse folgte. Der Weg war etwas holprig und sandig. Dafuer gings durch schoene Waelder und Kuhgehege. Abends gingen wir wieder mal auswaerts essen, da unsere Fressbeutel leer waren. Im ganzen Dorf fand man noch ein offenes Restaurant. Hier ist am Abend wirklich tote Hose. Heute sind wir frueh aufgestanden um Mittags in Albany zu sein. Weiter wollen wir durch die Stirling-Range radeln, die etwas Inland sind und bis zu 1000m hoch sind. Danach sind wir uns noch im Unklaren, ob wir den Bus nach Esperance nehmen sollen. Die mit Bus gefahrene Strecke waere etwa 300km, und wahrscheinlich gegen den Wind und langweilig. Keiner will uns hier eine Garantie geben, dass das Rad im Bus auch Platz haben wird. Wahrscheinlich werden wir einfach mal hinstehen und schauen. Von Esperance gehts dann weitere 400km nach Kalgoorlie, wo wir den Zug nach Melbourne nehmen werden. (Urs)
Soweit liebe Gruesse Urs und Judith
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#138575 - 12/24/04 03:21 AM
Weitere News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Nachdem wir in Albany 2 Tage ausgespannt haben und nebenbei noch die Gegend erkundet, sind wir richtung Esperance weitergefahren. Nach einer Tagesetappe campten wir in der Stirling Range, einem Nationalpark mit Bergen bis zu tausend Meter, die einfach so aus dem Flachland rausragen. Der Campingplatz war sehr schoen zurechtgemacht. Sie hatten zwar nicht viel Trinkwasser, das sie alles aus Wasserloechern aufbereiten mussten. Aber eines dieser Loecher war zu salzig um zu trinken, und so haben sie damit einen Swimmingpool gefuellt, den wir in vollen Zuegen genossen. Am Morgen konnten wir mit 2 Deutschen ein Stueck weit mit dem Auto mitreiten und haben zusammen den hoechsten Gipfel der Stirling Range bestiegen. Am Nachmittag fuhren wir noch ein Stueck weiter. Von den Naechsten zweieinhalb Tagen gibt es nicht so viel zu berichten. Wir machten eher lange Etappen und fuhren durch riesige Kornfelder, die gerade abgemaeht wurden. Dadurch hatte es halt auch einige Lastwagen-Zuege (Road-Trains) auf den Strassen. Wir hatten aber guten Wind und kamen flott voran. Mittags machten wir jeweils laengere Pausen, das hat sich bewaehrt, und in Jerramungup (einem 300-Seelendorf) konnten wir sogar den Swimmingpool der Schule benutzen! Nun sind wir in Esperance, mal wieder ein etwas groesseres Oertchen in der Gegend, und nehmens mal wieder 2 Tage gemuetlich. Gestern konnten wir mit einem Ehepaar aus Sidney auf einen Ausflug mitfahren zum Cape Le Grand Nationalpark. Das waere mit dem Velo zu weit gewesen fuer einen Tagesausflug. Und Steven war ganz gluecklich, dass ihm jemand auf seinen Entdeckungstouren auf die kahlen Granithuegel folgte. Auch die wunderschoenen Sandstraende haben wir bewundert. (Und die zutraulichen Kaenguruhs gestreichelt. Die haben ein ganz feines Fell.) Der Sand ist hier ganz weiss und fein, es scheint sehr viel Quarzsand drin zu haben. Ein paar weitere Straende wollen wir heute noch mit dem Velo erkunden. Morgen werden wir die naechste Etappe under die Raeder nehmen, die 400 km bis Calgoorlie, wo wir uns dann von Westaustralien verabschieden werden und den Zug in den Osten besteigen.
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#138602 - 12/24/04 01:29 PM
Re: Weitere News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Rad in Spe?
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Hallo Urs und Judith,
stürmische Grüße aus Hamburg. Ihr kommt ja recht zackig voran, trotz Pool und feinen Sand(oder gerade wegen den schönen Erholungsphasen). Ein wenig Tannenduft nach Australien schickend. und noch weiterhin eine schöne Zeit für euch
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#138861 - 12/26/04 10:39 PM
Re: Weitere News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Hallo Urs, beste Grüße nach downunder. Bei Euren Tourenbeschreibungen kommen schöne Erinnerungen hoch. Vor einigen Jahren bin ich ebenfalls am Weihnachtstag hinaufgeklettert zum Buff Knoll in den Stirlings. Die Aussicht und die Ruhe dort oben waren genau das Richtige, um vom Weihnachtstrubel des alten Kontinentes zu fliehen. Ich wünsche euch noch ein tolle Zeit im Sommer (Neid...). Falls ihr am 13.02. noch downunder sein solltet, kann ich euch den Sydney Body Art Ride empfehlen, den mein Freund Jake zur Zeit in Sydney oerganisiert. Falls ihr Interesse habt, riskiert mal ein Blick auf seine website! Schönen Gruß Babba
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#141003 - 01/06/05 06:21 AM
Weitere News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Was haben wir nun seit Esperance noch angestellt? Mal schauen, was uns noch einfaellt. Am 24. Dezember haben wir noch den obligaten Tourist Drive in Esperance abgeradelt. Erst gings zum Pink Lake, der durch Algenvorkommen und viel Salz jeweils ganz eigenartige Farben annimmt. Sah schon sehr speziell aus. Wir dachten, es waere vielleicht ganz witzig mal fuer ne Weile auf einem Salzsee zu radeln. Ging auch ganz ordentlich. Nur fanden wir keinen Zugang mehr zur Strasse zurueck. Als schlugen wir uns schlussendlich mit dem Fahrrad durch dichtes Gebuesch zur Strasse zurueck. Mal an der Kueste gabs etliche wunderschoene Straende oder Lagunen mit glasklarem tuerkisfarbenem Wasser und feinem weissen Sand. Zudem waren die Wellen doch ziemlich eindrucksvoll. Schade, dass es derart windete. Am letzten Strand gingen wir dann noch baden, da dieser etwas geschuetzt war. Abends wurden wir von einem australischen Paar zum Nachtessen auf dem Camping eingeladen. Wir haben uns mittlerweile gut mit ihnen angefreundet und treffen sie vielleicht in Sydney nochmal. Am Weihnachtstag gings dann weiter in Richtung Kalgoorlie. Dies ist eine Strecke von 400km. Alle etwa 100km sollte man an Wasser kommen. Der Wind schien uns auch hold zu sein, da er stets aus Sued-West bis Sued-Ost windete. An den Feiertagen zu radeln war auch ne gute Entscheidung, da es kaum Verkehr und vorallem keine Lastwagen auf der Strasse hatte. Wir kamen erst sehr spaet von Esperance weg. Die Fahrt ging hier noch mehrheitlich durch Farmland. Wir entschieden, etwas in die Nacht reinzuradeln. Ich machte das auf meiner ersten Australienreise gelegentlich und fand es jeweils ganz schoen, da sich alles (Licht, Geschmaecker, Laute) etwas aendert. Judith selber konnte ich nicht derart begeistern. Sie wollte lieber schlafen gehen, was wir dann auch bald machten. Morgens wars wieder mal bedeckt. Die Landschaft aenderte sich hier almaehlich wieder. Es wurde immer mehr Outback. In dieser Gegend gabs vorallem Buschland und viel rote Erde. Doch die Buscharten und die Farbe der Erde aender sich stets etwas. Am Morgen hatten wir hier in Australien so das erste Mal richtigen Regen. Mittags waren wir schliesslich in Norseman, wo wir mit das australische Paar von Esperance nochmal trafen. Sie brachten uns sogar noch die uebriggebliebenen Lindor-Kugeln vom Weihnachtsessen mit. Yammy! Als sie uns verliessen wurden wir von einer Horde Aborigines-Kinder bestuermt, die uns etwelche spezielle Fragen stellen wollten. Leider war in Norseman relativ viel zu. Aber Norseman hat eh ausser den Roadhaeusern und den Minen nicht viel zu bieten. In Norseman beginnt fuer viele Reisende der lange Trip durch die Nullarbor-Plains in Richtung Adelaide. Daher gibts hier etwelche grosse Tankstellen. In denen verbrachten wir schliesslich auch den Rest des Nachmittags mit Duschen (im Caltex-Roadhouse gibts Gratis-Duschen!) und Essen. Da es mittlerweile heiss war fuhren wir erst gegen 16:00 Uhr weiter. Wie immer war es wieder etwas spezielles in den Abend reinzuradeln. Die Farben aendern sich, die Voegel schwirren umher und es gibt kaum noch Verkehr. Wir fanden ein gutes Plaetzchen etwas von der Strasse weg. Heute wurde es wieder heisser und auch der Morgen war fuer einmal etwas schoener. Leider hatte das Roadhouse geschlossen, wo wir Mittagspause machten. Aber wir hatten wenigstens Schatten und sogar noch Besuch von zwei Deutschen, die wir das erstemal in Albany trafen. Wir uebernachteten in Kambalda, einer Nickel-Minenstadt, die um 1969 aus dem Boden gestampft wurde. So sah sie auch aus. Auf dem Zeltplatz hatte es nur Minenarbeiter. Abends gingen wir bei Sonnenuntergang auf einen Huegel, vondem man eine gewaltige Sicht ueber den riesigen Salzsee hatte. Fuer einmal assen wir "Fast-Food" zum Nachtessen. Die Hamburger with the Lot sind hier teils gewaltig gefuellt und die Pommes-Frites Portionen sind auch gewaltig. Nach Kalgoorlie rein wars nur noch einen halben Tag zum Radeln. Es war hier auch ploetzlich wieder huegliger. Die Landschaft sah hier auch immer mehr Outback-maessig aus. Es hatte sehr rote Erde und die Landschaft war nur noch spaerlich mit Bueschen bewachsen. In Kalgoorlie richteten wir uns auf einem Zeltplatz ein und schauten uns etwas in der Stadt um. Nachmittags wurde es so richtig heiss. Wir hatten viel Glueck mit dem Wetter, dass es unterwegs vielfach bedeckt war. Den zweiten Tag in Kalgoorlie verbrachten wir sehr lange in einem Mining-Museum, um der Mittagshitze zu entgehen. Kalgoorlie entstand zu boomen, als hier Ende des 18. Jahrhunderts Gold gefunden wurde. Gold wird hier immer noch abgebaut. Man sah, wie sie frueher mit Pickel und Schaufel vorgegangen waren, dann wurde das ganze immer mehr modernisiert, und heute fahren sie mit riiiesigen Maschienen rum und die Arbeitsbedingungen sind massiv besser (Staub, Laerm, ...). Aber noch heute wird in Kalgoorlie doppelt soviel Bier konsumiert als im Landesdurchschnitt. Am Nachmittag schauten wir uns den SuperPit an, eine riesige Tagebau-Miene, die momentan etwa 300 m tief ist, in 15 Jahren wird sie 500 m tief sein (das ist dann tiefer als der Meeresspiegel) und ziemlich ausgeschoepft sein. Danach packten wir unser Zelt zusammen auf dem Campingplatz, assen in der Stadt das Znacht und spielten im Cafe Scrabble, bis wir dann um halb elf Uhr an den Bahnhof giengen, wo der Zug schon eingetroffen war. Dort bezogen wir unser (1.Klass!-) Abteil und schliefen bald ein. Am Morgen wurde zuerst ein Tee serviert ans Bett, nach einer Dusche gabs bereits das Fruehstuck. Danach sassen wir meist im Salonwagen, wo man sich nach Lust und Laune mit Tee, Kaffe oder heisser Schockolade bedienen konnte, was lesen, mit anderen Reisenden diskutieren oder einfach der vorbeiziehenden Landschaft zuschauen. Wir fuhren durch den Nullarbor, eine kahle Ebene, wo wirklich nur noch kleinste Bueschli und duerres Gras waechst. Zwischendurch sahen wir ausgewilderte Pferde und Kamele, Adler kreisten in der Luft und Kaengoroos hoppten vorbei. Mittendrin gabs einen kurzen Stopp in einem verlassenen Dorf, wo man aussteigen konnte und die flimmernde Hitze spuerte (die Wagen sind eher fast zu stark klimatisiert). So fuhren wir weiter, es gab Mittagessen und Nachtessen (alles sehr fein wie in einem guten Restaurant).Vielleicht mag das hier etwas langweilig klingen, es war aber sehr eindruecklich, und wir genossen auch einfach mal den Luxus im Zug und das nichtstun. Nach einer weiteren Nacht kamen wir nach Adelaide, wo wir umsteigen mussten. Um die Wartezeit zu verkuerzen, machten wir bei einer einstuendigen Bustour durch die Stadt mit. Im anderen Zug hatten wir nur 2. Klasse gebucht, da wir nur den Tag ueber fuhren, was wir aber dann bereuten, weils ueberall sehr unruhig war und das Essen ander Selbstbedienungsbar schlicht nach nichts schmeckte (Hamburger aus dem Plastikbeutel, in der Mikrowelle aufgewaermt...). Wir trafen um 9 Uhr in Melbourne ein, wo sich alle Fahrgaesste auf ihr Gepaeck stuerzten, wir unser Velo bepackten und durch die voellig belebte Stadt (es war ja schliesslich Silvester) eine gute halbe Stunde zu unseren Bekannten fuhren. Dort wurden wir herzlich aufgenommen, wir tranken was, sprachen ein paar Brocken franzoesisch mit ihren Gaesten und sahen von weitem dem Feuerwerk zu. Am naechsten Morgen verluden wir 4 Velos plus Anhaengevelo fuer ihre 4jaehrige Tochter auf den Autoanhaenger und fuhren nach Aengelsea an der Suekueste ins Fehrienhaus ihrer Eltern, die auch gerade dort waren. Am Abend sahen wir uns noch kurz die Straende an, wuschen Waesche und sahen 2 Possums, die auf den Baemen rumkletterten. Nachts konnten wir dann diese Viecher noch auf dem Dach rumhopsen hoeren. Tags darauf (2. Jan) unternahmen wir zu fuenft eine kleine Velotour auf Schotterstrassen ins Nachbardorf und besuchten auf den Mittag Freunde unserer Bekannten. Da die Tour doch nicht ganz ohne war, durfte Erika, die Tochter, und Annemarie, die Mutter, mit dem Auto zurueckfahren, dafuer fuhr der Bekannte mit Annemaries Velo mit uns retour. Die Schotterstrassen waren halt wie ueblich, mal steil, mal wellblechpiste, dann wieder sandig oder ein Bachbett, und zwischendurch ganz in Ordnung. Schliesslich waren wir dann alle muede wieder zuerueck. Diesmal machten wir am Abend noch eine kurze ausfahrt zum Golfplatz, wo sich neben vielleicht hundert Kaenguruhs ein paar verlorene Golfer tummelten. Am tag darauf durften wir das Auto ausleihen, um der Great Ocean Road entlang zu fahren. Wir starteten frueh, schauten uns die schoenen Buchten, Straende, Kliffs und natuerlich die 12 Apostels an. Unterwegs schauten wir noch einen Leuchtturm und kalten Regenwald an. Es war eine recht lange Strecke und es war bereits dunkel, als wir zurueck kamen. Am Morgen darauf brachen wir wieder nach Melbourne auf. Wir schauten uns am Nachmittag die Innenstadt an mit ihrer Mischung von alten Kirchen und futuristischen Wolkenkratzern und tonnenweise Kaffes und Restaurants. Melbourne ist eine Gourmetstadt. Am Markt kauften wir die Zutaten ein fuer Aelplermagronen und Tobleronemousse, das wir am Abend fuer die Familien kochten. Danach zeigte uns Rowan noch die Dias, die sie bei iherer letzten Velotour durch Suedeuropa gemacht haben, wo sie unter anderem uns besuchen gekommen sind. Und heute Morgen packten wir unsere Sachen zusammen, verabschiedeten uns wieder und fuhren vorerst durch die Stadt und an den Strand, wo wir nun im Internetcaffee hocken. Heute gehts weiter, zuerst auf einer Veloroute dem Strand entlang, und dann wahrscheindlich noch ein Stueck mit dem Zug nach Stony Point, wo wir um 5 Uhr die Faehre nehmen wollen nach Philipp Island, wo wir am Abend die Pinguine anschauen wollen. Und dann gehts dann weiter in richtung Sidney.
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#141014 - 01/06/05 08:46 AM
Re: Weitere News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Hallo Urs, irgendwie ist das was Du machst ja schon unfair, oder?  Ihr seid auf einer tollen Radreise und ich hocke hier bei Nieselregen.  Na Euch auf jeden Fall noch weitere schöne Radtage und eindrucksvolle Erlebnisse! Und berichte trotzdem weiter, auch wenn ich Fernweh bekomme. Gruss nach unten,
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#141028 - 01/06/05 09:35 AM
Re: Weitere News von Urs aus Australien
[Re: Urs]
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Hi, happy New Year nach Australien, und viel Spaß weiterhin. Und nach wie vor kriegt man durch Deine tollen Berichte ne große Portion Neid ! Andreas (nur noch 98 Tage bis zur Radreise !!)
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#147102 - 01/30/05 09:49 PM
Re: News von Urs aus Australien/Neuseeland
[Re: Urs]
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Hallihallo
Wir haben diesen Newsletter in zwei Teilen geschrieben, einen in Sydney und einen in Christchurch in Neuseeland, wo wir unterdessen eingetroffen sind. Darum haben wir uns auch eine Weile nicht mehr gemeldet. Aber nun holen wir alles nach.
Der erste Teil von Sydney also:
Wir sind unterdessen im gewittrig-schwuehlen Sydney angelangt.Gestern machten wir einen ganzen Tag Sight-Seeingg und besuchten alles, was man gesehen haben muss (Harbour Bridge, Opernhaus, The Rocks, Hafen,...und nahmen am Nachmittag eine Faehre hinaus nach Manly, um am Strand zu liegen und im hier sehr warmen Meerwasser zu baden.
Aber ihr wollt ja sicher wissen, wie es nach Bairnsdale weiterging:
Nach shoppen und in den Kaffees rumhaengen fuhren wir am Nachmittag auf einem Railtrail relativ easy nach Bruthen (ausser dass uns eine Schlange verschreckt hat, aber zum Glueck ist man mit dem Fahrrad schnell vorbei). Auf einem winzigen Zeltplatz mit kaum Gaesten uebernachteten wir, und fuhren am naechsten Morgen frueh richtung Berge weiter. Wir wollten sicher bis Swifts Creek kommen, wo es um allen Fuerern zu glauben eine gute Baeckerei geben sollte. Wir kamen flott voran und waren im fruehen Nachmittag dort. Die Baeckerei stellte sich aber als winzig klein heraus und die Bedienung und das Sortiment liessen eher zu wuenschen uebrig. So fuhren wir noch weiter nach Omeo. Die Strasse fuehrte ueber einen Pass (noch ca 500 hm), der auch die Wasserscheide bildet. Auch hier war der Zeltpatz schoen gelegen und wurden von anderen Gaesten eingeladen um bei ihnen mitzuessen, da sie eh zuviel gekocht haetten. So ergeben sich immer wieder interessante Gespraeche. Die Familie hier ist recht international. So sind der Vater und der aelteste Sohn Tschechen, die vor 15 Jahren nach australien ausgewandert sind, die Frau ist Chinesin und die beiden juengeren Maedchen sind gemeinsame Kinder. Das ist hier nichts ungewoehnliches, die Bevoelkerung ist eh viel multikultureller und vor allem integrierter als bei uns. Von Omeo aus erwartete uns der Hauptteil der Steigung. Zuerst ging es angenehm den Taelern entlang und stieg nur flach an, doch nach etwa 30 km hoerte dann der Asphalt auf und die Steigung begann so richtig. Zum Glueck war aber der Steilste Teil (gut 10%) nicht so lange, dass wir uns irgendwie hochwuergen konnten.Darauf stieg die Strasse kontinuierlich in vielen Kurven durch den Wald, was uns zwar Kuehlung verschaffte, dafuer hatte man einen schlechten Ueberblick, wo man denn schon war. Aber irgendwann kam der hoechste Punkt und wir begannen wieder zu sinken. Schon bald begann auch wieder der Asphalt und die Abfahrt war wirklich spitze: Die Neigung war gerade so, dass wir kaum bremsen mussten und konnten so einfach um die Kurven duesen. Der Eukaliptuswald roch hier besonders gut. Wir fanden schliesslich heraus warum: Es war die Gegend, wo vor 2 Jahren ein grosser Waldbrand alles niederbrannte, und jetzt haben die Baeume alle wieder frisch ausgeschlagen. Und die jungen Blaetter schmecken noch frischer als die alten. Am Schluss kam nochmals ein Schotterstueck und es ging wieder etwas rauf und runter bis nach Mitta Mitta, wo wir auf dem Zeltplatz uebernachteten. Es war doch ein recht langer Tag und Judith war am Abend doch sehr muede. Die naechsten 2 Tage waren dann einiges lockerer, wobei das nach 2 strengen Tagen auch absolut notwendig war. Wir fuhren das ganze Tal hinaus und kamen an den Lake Hume und fuhren ueber einen kleineren Pass (den wir mal wieder nicht so hoch erwartet hatten) ans andere Seeende (das muss man sich etwa vorstellen wie beim Vierwaldstaettersee mit vielen Armen), wo wir auf einem wunderschoenen einfachen Gratiszeltplatz der Gemeinde zelteten. In der Daemmerung beobachteten wir ein Possum, das sich hoch oben von Baum zu Baum schwingte. Danach folgten wir einen Tag dem Murray-River Richtung Quelle. Die Strasse ging sanft rauf und runter, folge aber im grossen und ganzen schoen dem Flusslauf. Am Mittag verrieten uns Leute im Laden die beste Badestelle im Fluss, und so machten wir kurzerhand eine Pause mit kuehler Erfrischung im etwas schwarz aussehenden Wasser. Aber das ist in Australien ganz normal, das sei eine Farbe, die vom duerren Laub ausgewaschen werde. Am Nachmittag fuhren wir noch nach Tintaldra, das sich als Mininest mit 25 Einwohnern, aber immerhin einer Post mit General Store und Cafe herausstellte, und die alte Frau, die es fuehrte, konnte uns ueber die Strassen, die wir am folgenden Tag fahren wollten, wirklich genauste Informationen geben. Wir konnten beim Pub Zelten und bezahlten bloss 5 Dollar fuer die warme Dusche. Am naechsten Tag ging es bereits wieder in die Berge: Wir fuhren ueber Tooma auf einer kleineren Strasse in die Snowy Mountains. Der erste Abschnitt war sehr steil, dafuer wurden wir mit einer ausgedehnten Mittagspause mit Nickerchen und anhaenglichem Hund in einer schoenen Restarea belohnt, die wirklich sogar Trinkwasser hatte, wie wir am Vortag im General Store erfahren hatten. Danach ging es gemaechlich aufwaerts bis etwa 1200 Meter, bis wir - oh graus - etwa 500 Hoehenmeter ueber einem Stausee standen, wo laut Karte die Strasse vorbei fuehrte, um danach wieder gleichviel anzusteigen ...! Leider laesst sich die rassige Abfahrt so nicht richtig geniessen. Unten am See angelangt erfrischten wir uns kurz im kuehlen Wasser und Zelteten dort auf einem weiteren Gratiszeltplatz direkt am See. Am naechsten Morgen hoerten wir bereits als wir erwachten schwaches Donnergrollen. So standen wir auf und raumten moeglichst schnell zusammen und schafften es grand noch, einigermassen trocken im WC-Haeuschen unterzustehen, als es zu schuetten begann. Es regnete wie erwartet nicht allzulange, worauf wir wackeren Mutes die Steigung in Angriff nahmen. Als wir die Hoehe (es waren schon wieder 1000 Hoehenmeter) ziemlich erreicht hatten, begann es erneut rund um uns zu blitzen und regnen, so dass wir an einem nicht zu exponierten Ort wenigstens mal das Gewitter abklingen liessen um dann im Stroemenden Regen noch das letzte Stueck ins naechste Dorf zu radeln. Cabramurra entstand vor ca. 50 Jahren, um ein grosses Stausee-Netzwerk zu betreiben und nennt sich "the highest town of australia" und liegt auf knapp 1500 Metern. Wir waren aber vor allem froh, was trockenes anziehen zu koennen und im Cafe/Laden was heisses zu Essen zu kriegen. Als es wieder etwas aufzuklaren schien, machten wir uns wieder auf den Weg, da wir leider eher knapp an der Zeit waren mit unserer geplanten Route. Schon bald begann es wieder zu regenen, und wir sagten uns immer wieder, dass es sicher bald wider aufhoeren wuerde, doch das tat es leider nicht mehr bis zum Abend. Und zu allem Leid ging die Strasse auch noch staendig rauf und runter und wollte einfach nicht dem Tal folgen, wo wir als Radfahrer die Strasse durchgebaut haetten. So fuhren wir halt einfach bis zur naechsten Unterkunft und goennten uns dafuer ein Zimmer in einer Lodge, wo wir das meiste der nassen Kleider wieder trocknen konnten. Und der Tageshoehenmeterzaeher zeigte sage und schreibe 2600 meter an. Und na ja, wir gingen frueh schlafen und der Wetterbericht prophezeite fuer die nachsten 3 Tage das gleiche Hundewetter. Am morgen weckte uns allerdings die Sonne durch das Fenster, und so nahmen wir doch die geplante Schotterstrassen-Abkuerzung in angriff, die wir eigentlich bei den gestrigen Aussichten schon abgeschrieben hatten. In Adaminaby deckten wir uns in den Laeden mit dem noetigen Proviant ein und fuhren via Shannons flat quer duch den Namadgi-Nationalpark richtung Canberra. Wieder waren etwa 40 km davon nicht asphaltiert, doch diese Strecke reizte uns viel mehr als die Hauptstrasse aussenrum. Anfangs wars wider fast flach oder stieg gemaechlich, doch dann kamen immer laengere steile Rampen und schliesslich stellten wir fest, als es rundherum nur noch runter ging, dass die Strasse einmal mehr zuoberst ueber den Berggipfel fuehrte anstatt wie erwartet dem Tal zu folgen. Und da alles dicht bewaldet war, gabs nicht eimal gross Aussichten zum geniessen. Auf der Abfahrt begann dann schon bald wieder der Asphalt, und nach ein paar kuerzeren Gegensteigungen kamen wir zu einer Restarea, wo sich gerade ein anderer Radfahrer zum uebernachten am einrichten war. Er war von Sydney und in 9 Monaten ums ganze Land rumgefahren und nun fast am Ende seiner Reise. Wir zelteten mit ihm, und am naechsten Morgen fuhren wir zu dritt nach Canberra, wo sich unsere Reise wieder trennte. Wir machten am nachmittag ein wenig Sight-Seeing in der Hauptstadt, weil wir am Morgen darauf den Zug nach Sydney bestiegen. Schon das Reservieren des Zuges war etwas muehsam. Wir machten etwas 4 Telefonanrufe und jedesmal gaben sie uns wieder etwas andere Infos wie wir an die Tickets kommen. Schliesslich konnten wir diese am Schalter abholen. Die Velos mussten zu unserem Aerger sogar in eine Box gezaubert werden. Dies war eine Bikebox, die fuer ein Fahrradgeschaeft bestimmt war, die ueblicherweise kleiner war. Wir sahen schliesslich, wie weit sie die Velos transportierten und wo sie im Zug gelagert wurden. Der Aufwand war schon eher ein schlechter Witz. Aber wir kamen nach Sydney, montierten unsere Bikes zusammen und kaempften uns gleichmal durch das Stadtzentrum um einen ersten Blick auf den Hafen zu werfen. Die Busfahrer waren hier eher etwas aggresiv. Um beim Flug nach Neuseeland nahe am Flughafen zu sein reservierten wir ein Zimmer in einem Motel in der Naehe des Flughafens. Dorthin radelten wir dann auch. Dank dem, dass Urs sich immer noch an das Gebaeude aus einem Foto im Internet erinnern konnte fanden wir es auf Anhieb. Es war erstaunlich nahe des International Terminal und Princess Highway und trotzdem ruhig. Wir wollten dort auch etwas Gepaeck und die Velos fuer einige Zeit lagern. Als wir nach einem Platz fuer die Velos fragten, war das Personal dann doch etwas ueberfordert, da sie anscheinend noch die ein derartiges Problem hatten. Wir schauten erst mit der Receptionistin im Gelaender herum bis uns dann der Boss offerierte die Velos in einem schicken Konferenzraum zu lagern, was unseren Velos natuerlich doch eher entspricht als ein Autoparkplatz! Den naechsten Tag wetzten wir in Sydney umher. Es waere schade gewesen, wenn Judith nicht doch auch noch etwas mehr von Sydney sieht (Urs war schon hier). Wir machten so das uebliche Program mit Harbour Bridge, Opernhaus, The Rocks, Faehrfahrt nach Manly, ... Das Hafenbecken und die ganze Lage der Stadt ist schon etwas sehr spezielles. Nachmittags gingen wir in Manly an der Beach noch Baden. Den naechsten Tag gings nach Lord Howe Island weiter. Dies ist eine kleine Vulkaninsel zwischen Australien und Neuseeland (ca. 750km nordoestlich von Sydney). Wir haben Freunde, die im Moment dort draussen leben. Nachdem wir einige Fotos im Internet sahen, sagten wir uns, dass wir unbedingt unsere Freune besuchen wollten. Der Tag startete nicht gerade ideal. Urs vergass im Motel die Fotokamera. Wir telefonierten vom Flughafen zurueck und mit dem naechsten Shuttlebus kam auch noch die Kamera zum Flughafen. Zudem gabs ein Problem beim Einchecken, da Judiths Handgepaeck zu schwer sein soll. Also gabs noch etwas Umpackerei. Der Flieger war extrem klein (Propellermaschine mit 34 Plaetzen). Der Flughafen auf Lord-Howe war auch ganz "haerzig". Das Flugfeld war nur 1km lang (wahrscheinlich der einzige Ort, wo ein Flugfeld ueberhaupt moeglich war. Unsere Freunde kamen mit dem gleichen Flug, das sie am Vortag den Anschlussflug verpassten. Die ganze Szenerie war schon speziell. Die Berge waren bis 900m hoch und ragten steil aus dem Meer. Ein Grossteil der Insel war mit Palm/Regenwald bedeckt. Auf der Westseite hatte es eine grosse tuerkisfarbene Lagune, wo sich die riesigen Wellen weiter draussen ueberschlugen. Wir gingen nachmittags noch baden und etwas schnorcheln. Die Fische kamen hier ganz nah. Schliesslich wurden an unserem Strand noch Fische gefuettert. Es kamen extrem viele kleine und auch sehr grosse Fische (ca. 2-3m). War spannend dort etwas zuzusehen. Am naechsten Tag machten wir eine kleine Wanderung und gingen wieder baden. Abends gingen wir wieder zum Strand um zu sehen, wie die Muttonbird am Abend zu den Nestern reinkamen. Sie waren exzellente Flieger aber schlecht im Landen. Teils landeten sie auf den Baeumen und liessen sich einfach auf den Boden fliegen, teils machten sie einen Sturzflug auf die Strasse runter und verzogen sich im Wald. Bei einem Vogel standen wir anscheinend gleich auf seiner Anflugschneise, so dass er einen abrupte Notlandung machten musste, was anscheinend sowieso ueblich ist. Leider wurde das Wetter dann schlecht. Tags darauf machten wir im Regen eine Wanderung. Leider hatten wir schlechte Sicht. Dafuer war das Meer durch den Wind extrem wild, was auch ganz interessant war. Abends kochten wir Roesti fuer die ganze Familie. Tags darauf regnete es nur einmal, den ganzen Tag. Ich sah noch nie derartig starken Regen einen ganzen Tag lang. Wir hueteten den kleinen Bub unserer Freunde, gingen ganz kurz etwas laufen, schrieben und lasen. Den ganzen Tag gingen keine Flieger. Zum Glueck wurde das Wetter fuer den naechsten Tag besser, so dass wir wieder nach Sydney fliegen konnten. Dort trafen wir jene Freunde, die wir in Westaustralien trafen und etwas noerdlich von Sydney leben. Wir machten etwas Sight-Seeing (Paddington, Bondi, Gap) und gingen mit ihnen essen. Schliesslich machten wir uns tagsdarauf auf den Weg nach Neuseeland. Wir packten unsere Raeder und fuhren zum Flughafen, wo wir die Raeder noch grob reinigten. Das Einchecken ging eher lang aber gut ueber die Buehne. Wir entschieden, die Raeder in eine Box zu legen, die wir bei Qantas kaufen mussten. Auch hier gab es wieder etwas andere Infos ueber den Preis des Radransports (Air New Zealand). Schliesslich standen wir zu fuenft da, diskutierten umher und kamen darauf, dass mit allen Toleranzen und etwas Nachsicht nichts bezahlt werden musste ausser den 15$ fuer die Box. Alles in allem hatten wir etwa 80kg Gepaeck. Eine Ankunft in Neuseeland ist immer etwas muehsam, wenn man Camping und Fahrradausruestung mitbringt. Dieses mal gings ganz gut. Die niedlichen Hunde kamen auch dieses Mal zu meinen Taschen, war jedoch kein Problem. Der Food, den wir bei uns hatten war auch i.O. Die Velos und das Zelt wurde kurz inspiziert. Wir packten alles und fuhren durch starken Wind erst rasch ins Zentrum und danach auf einen Camping noerdlich der Stadt. Wir haben gestern Abend grob geplant und werden heute in Richtung Norden (Hanmer Springs) weiterradeln.
Liebe Gruesse Urs + Judith
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#152304 - 02/19/05 11:06 PM
Letzter Newsletter von Urs aus Neuseeland
[Re: Urs]
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Hallo
Unsere Reise naehert sich langsam aber sicher dem Ende. In den letzten 2 Wochen konnten wir alle kapriolen des Neuseelaendischen Wetters kennen lernen, verschiedene Landschaften entdecken und einige Tiere beobachten.
Aber alles der Reihe nach: In Wanaka gingen wir eben an diesem regnerischen Nachmittag noch ins Puzzle-World. Die haben im Eingang ein Kaffee, wo auf den Tischen viele Knobelspiele rumliegen. Da kann man sich gut verweilen an einem Regentag. Dazu gibts einen Teil mit verschiedenen Optischen Taeuschungen und draussen einen grossen Irrgarten. Den machten wir trotz Regen und nahmen uns der Challangeaufgabe an (alle 4 Ecktuerme im Uhrzeigersinn zu finden) und machten ein Wettrennen gegeneinander. Bei den ersten 2 Tuermen war Urs zuerst, dann ueberholte ich ihn, und auf dem Rueckweg holte er mich wieder ein, so dass wir zusammen den Ausgang suchten. Und wir brauchten nur die Haelfte der Angegebenen Zeit. Am naechsten Tag hatte der Regen aufgehoert, aber die Wolken hingen noch tief ueber den Bergen. Eigentlich hatten wir vor, eine Wanderung mit schoener Aussicht zu machen, aber so entschieden wir, doch weiterzuradeln. Wir fuhren durchs Cadrona-Valley gemaechlich hoch, vorbei an einem alten, sanft renovierten Hotel, wo wir eine heisse Schockolade tranken. Dort fuehlte man sich wirklich 100 Jahre zurueckversetzt. Am Schluss stieg die Strasse steiler, bis wir den Pass erreichten, von wo aus man Christchurch erblicken konnte. Es war nicht gerade besonders warm, und so zogen wir fuer die Abfahrt Handschuhe, Unterziehmuetze und so an. Wir liessen Christchurch links liegen und fuhren durch eine huebsche Schlucht hinunter nach Cromwell. Unterwegs schauten wir bei einer alten Bruecke den Bungie-Junpern zu. Es ist schon extrem, wie das hier vermarktet wird und jeder Touri das Gefuehl hat, das muesse er schon mal gemacht haben. Am naechsten Tag fuhren wir nach Clyde, einem ganz schoenen kleinen Doerfchen, das noch viele alte Hauser hat an der Hauptstrasse. Aber uns fuehrte noch was anderes dahin: Hier beginnt naemlich der Central Otago Rail Trail. Ende Dorf holten wir uns bei der Velovermietungsstation eine Broschuere und radelten los auf dem Trail, froh, fuer ein paar Tage keine Autos um sich zu haben. Der Trail ist in guten Zustand, zwar Schotter, aber es rollte groesstenteils sehr gut. Nach ein paar Kilometern kamen wir nach Alexandra, wo wir in einer Baeckerei Zmittag assen (frische Pies und was suesses zum Dessert) und im Supermarkt noch die Foodtasche auffuellten, da der Trail nur durch kleine Doerfer fuehrt. Der Weg drehte darauf nach Nordosten ab, wir hatten Gegenwird und es ging bergauf, aber zum Glueck ja nie steil. Auf diesem Railtrail haben sie wirklich alle alten Eisenbahnbrucken erhalten, das war sehr schoen. Zudem hats immer wieder Schilder, die auf Dinge hinweisen oder was historisches erzaehlen, und viele kleine Bahnhoefe sind zu Picknick-Raumchen fuer die Radler umfunktioniert worden. Am Abend Zelteten wir auf einem Gemeinde-Zeltplatz in Omakau, der einfach war aber eine grosse Kueche hatte. Es hatte noch viele andere Radler, einige davon hatten wir schon vorher mal getroffen, und es hatte erstaundlich viele Langzeitradler darunter, die ein Jahr und mehr unterwegs waren. Das gab natuerlich interessante Erzaehlungen und Diskussionen am Abend.
Am naechsten Morgen Regnete es aus stroemen, und alle Radler sassen in der Kueche und Warteten auf bessere Aussichten. Die Caretakerin des Zeltplatzes kam im spaeten Morgen vorbei mit einem Korb frischgebackener Scones, inklusive Butter und Konfituere. Die schmeckten exzellent! Am Mittag begann der Regen dann tatsaechlich nachzulassen, so dass einer nach dem anderen zusammenpackte und losradelte. Diesmal fuerte der Weg durch zwei Tunnel und eine kleine Schlucht, bis wir den hoechsten Punkt erreichten und es entlich bargab ging, was trotz Gegenwind nicht schlecht rollte. Ca 8 km vor dem angestrebten Zeltplatz in Ranfurly begann es wieder zu regnen. Zuerst standen wir noch in einem Shelter unter, als es dann aber innert kurzer Zeit merklich kuehler wurde, nahmen wir doch lieber die paar km noch unter die Raeder. Der naechste Tag war wieder schoen, aber am Morgen immer noch recht kuehl (4 Grad). Wir reservierten noch den Zug in Pukarangi (ein Touristenzug, der durch die Taieri-Schlucht nach Dunedin faehrt) und fuhren frueh los, damit wir diesen sicher erreichten am Nachmittag. Diesmal gings recht zuegig, weil der Wind von hinten blies. Zu unserem Erstaunen gabs in einem kleinen Weiler, wo es laut Broschuere gar nichts gab, ein frisch renoviertes Hotel mit wunderschoenem Kaffee und selbstgebackenen Leckereien dazu. Da konnte man ja einfach nicht vorbeifahren. Auf dem Trail kreuzten wir immer wieder die gleichen Radler, und das letzte Stueck fuhren wir zu fuenft nach Middlemarch, wo der Trail zu Ende war und assen noch zusammen Zmittag. Von dort waren es noch 19 km bis zum Bahnhof. und wir dachten das sei schoen flach und kein Problem. Aber dann kam zuerst ein ebenes Schotterstueck, dann ging es Asphaltiert steil ueber einen Huegel, der einfach nicht hoeren wollte. Als schon der Bahnhof in Sicht war, kam nochmals ein Schotterstueck, zuerst steil runter und dann gleich wieder rauf. In der Abfahrt hoerte ich, dass meine Lippenpommade aus der Tasche gefallen war und wollte abbremsen, aber auf dem hartgepressten Erdbelag der Strasse lag loses Kies und mein Vorderrad rutschte davon, dass ich hinflog. Das Kinn blutete und die Hand war ein wenig aufgeschuerft, aber ich war zum Glueck nicht mehr schnell. So fuhren wir trotzdem noch das letzte Stueck zum Zug, wo Urs die Raeder verstaute, waehrend ich mich grob zu waschen versuchte und umzog, damit mich nicht alle Leute so entsetzt anschauten wegen dem Blut. Schliesslich sassen wir im Zug und genossen die Landschaft, nachdem ich auf der Zugtoilette die Wunde am Kinn gereinigt und gepflastert hatte. Und seither fragen mich alle Leute, ob ich einen Unfall hatte wegen dem Pflaster. In Dunedin angekommen fuhren wir zur naechsten Unterkunft, und das war das YHA-Hostel, wo man auf der winzigen Wiese hinter dem Haus zelten kann, wenn das Hostel sonst ausgebucht ist. Das Hostel war erstaundlich angenehm, super gepflegt und in einem schoenen alten, verwinkelten Backsteinhaus mit Ofen und allem. So machten wir gleich noch eine Maschine Waesche und genossen einfach das hostel. (Judith)
Das Wetter war leider auch in Dunedin bedeckt und kuehl. Wir schauten uns kurz in der Stadt um, wo wir Tape fuer Judiths Kinn und Brot brauchten. Danach mussten wir aus Dunedin rausradeln. Leider fuehren alle Wege aus Dunedin ueber Huegel. Wir entschieden direkt die South Road zu nehmen, obwohl unser Radlfuehrer (Pedaller Paradise) etwas anderes vorschlaegt. Fuer Dunedin war die Strasse angenehm flach. Normalerweise sind die Strassen hier bloedsinnig steil und mit Gepaeck sehr hart zu radeln. So gibt es hier auch die sogenannte steilste Strasse der Welt. Wir folgten dem Southern Scenic Drive, der ueber Brighton entlang der Kueste fuehrt. Die Fahrt entlang der Kueste war ausserordentlich huebsch und flach. Leider hatte Brighton ausser einem kleinen Laden nichts zu bieten. Wir hofften eigentlich ein Cafe zu finden, indem wir uns aufwaermen konnten. Der Gegenwind und die Temperaturen (<15Grad) kuehlen einem doch etwas aus. Immerhin machte uns die Ladenbesitzerin eine heisse Schokolade. Wir erwarteten eigentlich schon einen Huegel, der uns ins naechste Tal bringt. Was aber folgte war eine extrem steile Schotterstrasse, die uns auf den hoechsten Punkt des Huegels (ca. 350m hoch) brachte. Den Ingenieuren, die diese Strasse planten, muesste man sofort die Lizenz entziehen oder sie mit einem bepackten Rad ueber diese Strasse jagen! Nun gut, radeln soll ja bekanntlich gesund sein? Wir ueberlebten auch diesen Huegel und folgten bis Balclutha der Hauptstrasse. Leider war diese relativ verkehrsreich. Immerhin bekamen wir unterwegs in Milton in einem Cafe eine heisse Schokolade und leckere Scones (Teegebaeck) mit viel Schlagrahm und Konfituere. Abends diskutierten wir laenger mit Amerikanern, die nach Neuseeland segelten. Morgens regnete es bereits wieder. So verkrochen wir uns erstmal in die hilfsbereite Touristeninfo. Bis wir schliesslich auch noch eingekauft hatten war es schon spaet. Unser naechstes Ziel war der Nugget Point, wo die sogenannten Catlins beginnen. Wir mussten zuerst durch starken Gegenwind nach Kaka Point runterradeln, wo wir uns leckere Kumara (Suesskartoffeln) Pommes-Frites und Fisch genehmigten (mmmh). Mittlerweile kam sogar die Sonne raus. Der Nugget Point ist ein felsiges Kap mit einem Leuchtturm. Man kann hier verschiedene Arten von Seehunden, Voegel und abends Pinguine beobachten. Leider war die Schotterstrasse dorthin etwas schweisstreibend. Der Abstecher war es jedoch wert. Als wir Nugget Point verliessen kam die naechste Regenfront. So fuhren wir nach Owaka teils in stroemendem Regen bei Temperaturen knapp ueber 10 Grad. So waermten wir uns Owaka erst in einem Cafe etwas aus. Danach fuhren wir zu einem ganz neuen und kleinen Zeltplatz an der Kueste unten. Wir waren die einzigen Gaeste mit Zelt. Die Cabins hatten kunterbunte Farben. Hinter dem Camping konnte man zur Beach laufen, wo man Seeloewen von ganz nah beobachten konnte. Sie lagen im Sand und ruhten sich aus. Zwei Maennchen lagen sich etwas in den Haaren wegen einer Seeloewin. War ne wunderschoene Szenerie obwohl der Wind sturmartig war. Das Wetter war am naechsten Morgen eher noch schlechter. Wir radelten trotzdem los. Eigentlich ist die Hauptstrasse durch die Catlins mittlerweile asphaltiert. Wir entschieden uns dennoch eine Schotterstrasse zu nehmen um einen Wasserfall zu besuchen. Zudem war die Strasse hier etwas weniger steil und sogar kuerzer. Die Raeder wurden durch den starken Regen ziemlich dreckig zumal vorher auch noch Kuhherden ueber die Strasse getrieben wurden, die ihren Mist hinterliessen (iih). Das einzig gute am Regen war, dass der Wasserfall wenigsten viel Wasser hatte. Im Gegensatz zu den Wasserfaellen in der Schweiz ist dieser etwas breiter und faellt uber drei Felsstufen. Erstaunlich ist hier auch wie dicht der Wald hier wieder sein kann. So sieht man hier auch wieder Farn-Baeume. Urs war heute nicht gerade motiviert zum Radeln. Er hasst radeln in Regen und Kaelte. In einem kleinen Ort assen wir Lunch und diskutierten, ob wir die Cathedral Caves anschauen gehen sollen. Dies ist eine Hoehle an der Beach, die jedoch nur bei Ebbe begangen werden kann. Eigentlich haette dort ein Tor zwei Stunden vor Ebbe aufgehen sollen. Da dieses erst 1.5 Stunden vorher oeffnet entschieden wir uns weiterzuradelen, da es noch weit bis zu unserem Ziel in Curio Bay war. Zudem hatten wir auch heute wieder extrem starken und boeigen Gegenwind. Es folgten noch einige Huegel bis Curio Bay. Der Zeltplatz sieht hier leider immer noch gleich aus. Die Einrichtungen sind nicht gerade einladend. Immerhin ist ein Umbau geplant. Dafuer ist der Ort einmalig. Der Zeltplatz liegt am schmalsten Punkt einer Halbinsel. Noerdlich der Halbinsel hat es eine grosse Bucht, wo es Hector-Delfine hat. Suedlich der Halbinsel kann man versteinerte Baeume bei Ebbe beobachten und abends kommen hier Yellow-Eyed Pinugine aus dem Meer zurueck. Dies ist eine der seltensten Pinguin-Arten. Wir konnten abends etwa ein halbes Dutzend dieser schoenen Tiere beobachten. Als wir ankamen sprangen zudem schon Delfine in der anderen Bucht herum. Wir beobachteten den ganzen Abend Pinguine und kochten im Dunkeln beim Zelt. Morgens sahen bereits wieder einen Pinguin, der ins Meer hechtete. Wir entschieden von hier den Bus zurueck nach Dunedin zu nehmen. Wir versuchten am Vortag vergeblich in Invercargill ein Mietauto zu kriegen, das wir in Christchurch abgeben koennen. Der Bus war leider etwas teuer, da er eine gefuehrte Tour beinhaltet. Dafuer koennen wir uns eine langweilige extrem windige Etappe nach Invercargill sparen. Also schauten wir erst noch die versteinerten Baeume an, die erstaunlicherweise immer noch fast wie Baeume aussehen. Danach gingen wir Delfine beobachten. Wir konnten es dann doch nicht lassen und sprangen ins kalte Meer als die Define in der Naehe waren. Judith war etwas weiter draussen. Die Delfine kamen so nahe, dass man sie haette beruehren koennen. Als eine Welle kam surften zwei links und zwei rechts von Judith in der Welle mit. Ein unvergessliches Schauspiel fuer uns. Hector-Delfine sind ziemlich klein und selten. Es gibt noch etwa 4000-5000 von dieser Art. Danach durften wir in einem Hostel das Telefon benuetzen, wei es weit und breit keine Kabine gab, und fanden nach einigen Versuchen eine Autovermietung in Dunedin, die uns ein Auto leihen kann. Nachmittags nahmen wir den Bus zuerueck nach Danedin. Bis wir die Velos mit dem Fahrer montiert hatten verging einige Zeit. Auf der Fahrt sahen wir halt alles nochmal. So machten wir den Spaziergang zum Wasserfall und Nugget Point nochmal. Dafuer gab es einige zusaetzliche Infos und Stories vom Fahrer. Am Nugget Point sahen wir zudem einen Yellow Eyed Pinguin von sehr nah. (Urs)
So sind wir nun wieder in Dunedin. Wir haben bereits das Auto abgeholt und die beiden Velos zerlegt und darin verstaut. So koennen wir nun ohne Stress in 4 Tagen nach Christchurch fahren und unterwegs noch einiges anschauen und koennen es gemuetlich nehmen, damit wir auch ausgeruht wieder in der Schweiz eintreffen.
Liebe Gruesse Judith und Urs
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