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: | 10.8.2013 13.8.2013 |
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1. Tag: auf der Vennbahntrasse bis Monschau, 53km + 6 km
Ausgestattet mit dem neuen Faltblatt zum Vennbahnradweg (gibt’s im Touristenbüro am Elisenplatz) und einem Stadtplan von Aachen mache ich mich auf den Weg.
Über Nebenstraßen und stille Waldwege durch´s südliche Aachen (guter Tipp von meiner Dachgeberin – danke!) erreiche ich nach 10 km den Vennbahnradweg und radle kurz darauf durch Kornelimünster. Es ist Samstag, und auf dem glatten neuen Asphalt radelt es sich gut dahin. Leicht bergan und mit etwas Gegenwind geht es an Raeren vorbei, ich befinde mich im deutsch-belgischen Grenzgebiet und kreuze mehrmals fast unbemerkt den Grenzverlauf.
In Roetgen mache ich erst mal Kaffee-/Mittagspause, danach geht es noch mal zäh bergauf bis Lammersdorf, anschließend wieder eben und bergab, kurzes Stück nicht asphaltiert, aber gut fahrbar. Dann endlich kommt der Abzweig nach Monschau runter.
Bis hier hin sind es 53 km, und ich bin begeistert nicht nur von der guten Wegqualität, sondern auch von der begleitenden Ausgestaltung der Trasse: alle paar km nette Rastplätze mit großen Übersichtskarten (Trassenverlauf, km-Angaben, Höhenprofil) und Infoplakaten zur Umgebung, zur Geschichte der Trasse, gewürzt mit „Vennbahn-stories“ (Anekdoten und passende lustige Illustrationen), dazu oft liebevolle Restaurierungen von alten Bahnhöfen und Gleisanlagen.
Da die Vennbahntrasse mehrmals die Grenze überschreitet und das Gleisgebiet damals als belgisches Hoheitsgebiet wie ein dünner „Schlauch“ durch deutsche Lande führte, entstanden einige deutsche Exklaven, wo nach dem Krieg der Kaffeeschmuggel herrlich blühte...
Am „Bahnhof“ von Monschau will ich nicht die Hauptstraße runter, sondern fahre ein Stückchen weiter auf der Suche nach einem idyllischen Radweg, der mich in den Ort leiten soll. Ein Radweg zeigt sich dann auch, aber der stellt sich als sehr schotterig und rutschig heraus, es ist mehr ein steiniger Wanderweg... egal, zurück will ich nicht, also holpernd runter ins Städtchen.
Dort ist der Bär los, es wimmelt von Menschen, und die Anfrage in drei Hotels ergibt: ausgebucht! Auch im Touristenbüro kann man mir nichts anbieten, und ich erfahre den Grund: am morgigen Sonntag ist MoMa (Monschau-Marathon)! Sogar die JH ist nicht verfügbar deswegen, jedenfalls nicht die in Monschau. Aaaaber: es gibt ja noch die JH in Monschau-Hargard, weiter oben, außerhalb und schön abseits... Dahin quäle ich mich schiebend und schnaufend steil die Straße hoch – und bekomme noch ein freies Bett. Nur mag ich nach dem Duschen und Ausruhen nicht mehr steil ins Städtchen runter... ich begnüge mich mit einer Einkehr im Ortsteil Imgenbroich gleich in der Nähe und fast ohne Steigung und finde dort sogar einen offenen Supermarkt, in dem ich mich für den nächsten Tag eindecken kann.