Hallo, Friedbert,
ich bin schon häufiger am Main geradelt, kenne nur das Stück von der Quelle bis Kulmbach nicht und kann in den Verriss nicht einstimmen. Ja, es gibt schönere Radwege, aber auch der Main-Radweg hat wunderschöne Passagen, dazu nette Städtchen (Wertheim, Lohr, auch Miltenberg, das allerdings an sonnigen Tagen völlig aus den Fugen gerät). Industrie gehört zu einem großen Fluss eben dazu. Das AKW befindet sich im übrigen kurz vor Schweinfurt, werdet Ihr also gar nicht sehen.
Der Radweg von Würzburg weiter flußaufwärts führt mittlerweile übrigens am (flußabwärts gesehen) linken Ufer entlang - die Passage von Marktbreit hoch zur Autobahnbrücke und durch die Weinberge nach Frickenhausen (die mir besser gefallen hat) wird nicht mehr berührt (so war's zumindest Juni 2003).
Ein Tipp zum Rückweg per Bahn: Wenn das Wetter so bleibt wie im Moment, werden Heerschaaren von Radlern ab Donnerstag Richtung Main aufbrechen. Da spielen sich dann bei der großen Rückreise am Sonntag erfahrungsgemäß bühnenreife Dramen am Bahnhof Würzburg und den weiteren kleinen Bahnhöfen ab, weil es viel mehr rückreisewillige Radler als Stellplätze im Zug gibt. Da man ja im RE nicht reservieren kann, solltet Ihr also viel Zeit mitbringen - es ist beileibe nicht gesagt, dass Ihr im ersten Zug einen Platz bekommt und der dann halbwegs pünktlich abfährt. Wir haben im vergangenen Jahr das volle Programm genossen, inklusive "Ich fahr'-so-nicht-los"-Verweigerung vom Lokführer, Bahnpolizei-Einsatz und Auftritten der "Wenn-ich-in-meiner-Firma-so-mit-Kunden-umspringen-würde-wie-die-Bahn"-Fraktion der Freizeitradler, die sonst nie mit der Bahn, immer mit dem Auto fahren. Mit 45 Minuten Verspätung fuhr der Zug endlich los; kurz danach kam der Folgezug, und das Programm begann mit neuen Darstellern von vorn. Hatte hohen Unterhaltungswert, aber wenn Ihr darauf verzichten wollt (Eure einjährige Tochter kann das sicher noch nicht in vollen Zügen genießen), bucht Ihr besser einen IC mit Reservierung.
Gruß,
Christof