Hallo Lutz, einen Reisebericht habe ich nicht veröffentlich. Ich habe lediglich einige Vorträge (Alpenverein WI etc.) gehalten. Ich habe erst dieses Jahr auf digitale Fototechnik umgestellt. Deswegen ist mir ein solch langer Bericht zu aufwändig. Einen GPS-Track ist downzuloaden bei der Adventure Cycling Organisation. Hier kann man auch die Bezugsquellen für die ganz guten Karten bekommen. Ich bin nur nach Karte gefahren und habe mich insgesamt ca. 50 Meilen verfahren. GPS ist aber schon gut und empfehlenswert. Insbesondere sind die Single-Trails etwas schwer zu fahren und zu finden. Die Tagesetappen ab Banff sind wirklich realistisch und ohne Stresse zu befahren. In sechs Wochen kann man bis Denver oder gar schon Salida planen und auch ohne Probleme bewältigen. Das Buch von McCoy ist gut im Buchhandel oder Internethandel zu bekommen. Es stellt die Rumpfinformation und den Sockel an Information dar.

Die Great Divide führt zu 85% über Forststraßen zu 8 - 10% über wenig befahrene Straßen und zu ca. 5-7% über Single-Tracks. Schiebestrecken sind wirklich Ausnahmen. Klar hat man viele Höhenmeter zu bewältigen (manche Tage deutlich über 2.500 Meter Höhenunterschiede) und die Strecke führt über 3.500 Meter hohe Pässe. Dort schneit es wohl auch im Juli/August insbesondere im Süden von Colorado.

Ich bin mit Gepäcktaschen gefahren. Grund hierfür: Der Transport mit dem Flugzeug schien mir einfach (Karton fürs Fahrrad, ein Müllbeutlich für Frontroller und Backroller.) Viele Amerikaner, die die Strecke fahren haben allerdings ein Hängerchen.

Von der Lebensmittelversorgung hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, obwohl ich Diabetiker bin und es schon erstaunlich ist, wass in den USA alles Zucker enthält. Fast an jedem dritten Tag kommt man an einer Tankstelle oder einem Supermarkt vorbei, in dem man die Vorräte auffüllen kann. Auch Wäsche kann man jede Woche einmal Waschen.Wasser ist bis New Mexico eigentlich kein Problem. Ein Wasserfilter ist Pflicht. Ich hatte einen 10Liter Beutel dabei, habe diesen aber nur präventiv gefüllt und nie richtig gebraucht. 2 oder 3 Plastikflaschen erfüllen den gleichen Zweck.

Wild gecampt habe ich zwar gelegentlich. Gut sind jedoch die Camp-Sites von der KoA-Kette. Man kann neben der Wäsche auch mal Schwimmen/Duschen. Ich habe viel und meistens auf den ausgewiesenen kleinen Zeltplätzen übernachtet- sind im Buch von McCoy und in den Karten erwähnt. Dort trifft man sehr viel Amerikaner, die gleich unterwegs sind und man unterhält sich am Lagerfeuer (Bärenwitze!). Ich habe jeden 10 Tag einen Ruhetag eingelegt (Internet nach Hause, Restaurant-Essen usw.)Auch habe ich Ausflüge (Yellowstone-NP, Mt Evans vier Tage) gemacht, die zeitaufwändig waren. Motels/Hotels habe ich verschiedentlich und meistens mit anderen Amerikaner aufgesucht, da wir auch in Unwetterlagen (Colorado) gekommen sind. Vorteil (in Camp-Sites und den kleinen Zeltplätzen/Hotelzimmern teilt man sich die Gebühren!) An Ausrüstung habe ich etwas geändert, da ich mich zunächst auf lange unversorgte Strecken eingestellt habe und sich das als nicht notwendig erwiesen hatte (Gaskartusche statt Alkohol, weniger Ersatzteile, da man fast jede 10 Tage an einem wirklich guten Radladen vorbeigekommen ist und Wäsche reduziert, da eine Laundry oft auf dem Wege lag)oder man sich auch was neues leisten kann.

Gruß aus Wiesbaden
Peter63