Hallo Anke,
Ja eine Weltreise spuckt auch in meinen Kopf herum und bündelt meine Energien auf die Zukunft. Um das Warum und weshalb einer Weltreise muß ich nicht viel sagen. Die Gründe ähneln sich.
Erstmal kurz zu mir: Ich bin 29/m seit zwei Jahren mit meinem Studium fertig und arbeite seitdem in Garbsen. Das Fahrrad habe ich erst vor 4 Jahren wiederentdeckt und letzten Herbst meine erste große Tour 6 Wochen durch Neuseeland.
Die Tour war ein voller Erfolg und eine Weltreise sehe ich nun viel deutlicher sich in der nebligen Zukunft abzeichnen. Jetzt geht's erstmal auf nach Schweden. Zur Mittsommernacht will ich nördlich des Polarkreises sein.
Auf eine Weltreise per Rad bin ich durch drei Leute gekommen. Im letzten Jahr meines Studiums in Jena saßen wir an einem Augustabend in der Kneipengasse, als zwei verstaubte bepackte Bike einfuhren. An einem Bike steckte ein Wimpel mit der Aufschrift "Jena-Jemen" den Rest des Abend konnte ich mich gar nicht mehr satt hören.
Letztes Jahr war dann ein Typ aus einer Nachbarstadt in meiner alten Heimat von seiner dreijährigen Weltreise wieder zurückgekehrt und hatte dazu einen Artikel in der Zeitung verfaßt.
Anfang letztes Jahr hatte ich dann in der Bibo ein Buch von Bernard Magnouloux gelesen. Er hat von 1981-87 die Welt umrundet. Es waren fantastische Geschichte, die er zu erzählen wußte.
Nun wollte ich gleiches erleben. Da im TV nun nur noch von Neuseeland gesendet wurde, mußte ich dort so schnell wie möglich hin, bevor die große Stampede losgeht. In der Vorsaison mußte ich den Kontakt zu Land und Leute wirklich nicht suchen.
Für eine Weltreise gibt es natürlich für mich schon einige Wunschkanidaten. Auch reise ich lieber bei durch den Sommer als den Winter.
Magnouloux hat sich in Mittelamerika einige Wochen bei der Kaffeebohnen ernte etwas Reisegeld verdient (Rückenschmerzen, wunde Hände und monotone Arbeit) oder in anderen Ländern andere primitive Arbeiten angenommen. Ich habe keine große Lust darauf für 50 Cent die Stunde Streichhölzer zu schnitzen. Man sollte doch lieber in Dtschl. dann noch ein halbes Jahr länger arbeiten, wenn die Kasse knapp bemessen ist.
Zum Thema woofer habe ich in N.Z. genug mitbekommen, um sagen zu können, dass man dabei ziemlich auf die Nase fallen kann. An richtig gute Stellen kommt man nur ran wenn man schon lange im Land ist und entsprechende Infos gesammelt hat. So kurz mal woofen, natürlich noch auf einer Pferdefarm ist Utopie.
Mit 7.500 Euro kommt man in den meisten Teilen sehr gut zurecht. In Indien kostet dich eine Übernachtung (mit angezapften Strom aus der Freileitung vor dem Balkon) um die 50Cent, eine gute Mahlzeit ist nicht viel teuerer. In vielen anderen Ländern sind nur die Großstädte teuer, nur sucht man mit dem Rad diese Plätze?
Will man wirklich wenigstens 2 Kontinente durch beradeln wird man dafür schon länger als ein Jahr brauchen. In Neuseeland war ich zeitlich festgelegt, aber selbst in diesem kleinen Land hätte ich ohne Probleme ein halbes Jahr verbringen können und jeden Tag neues Land entdeckt.
Zu Land, Kultur und Leute habe ich das Vorurteil, dass eine Sprachbarriere echte Kontakte ausschließt. In usa ist selbst bei sprachlicher Verständigung mit Einheimischen nur smal talk möglich (man lernt sich jeden Tag auf's neue kennen). Aber ich weiß es zu schätzen andere Gleichgesinnte aus dem selben Kulturkreis mit dem selben Hintergrund an den ungewöhnlichsten Orten kennenzulernen. Ich glaube dies und die Langsamkeit des Vorwärtskommens macht den Reiz einer Ferntour aus.
Ich hoffe du liest diesen verspäteten Beitrag noch und vielleicht antwortest du auch drauf.