Hallo Beaver,
die beste Anlaufstelle für alles, was mit Radreisen und USA zu tun hat, ist
Adventure Cycling , das ist eine Art amerikanische ADFC, der sich nur auf Radreisen spezialisiert hat. Die haben eine ganze Reihe von Streckenvorschlägen für die USA ausgearbeitet, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Ich bin letztes Jahr den Trans-America-Trail gefahren, einmal von Ost nach West. Die Karten von Adventure Cycling sind die besten, die ich je in den Händen hatte. Und die Sorge, auf ausgetretenen "Fahrradautobahnen" unterwegs zu sein, ist unbegründet. Selbst auf dem TransAm, der berühmtesten und ältesten ACA-Strecke, trifft du höchstens einen Radler pro Tag.
Ich würde auch empfehlen, sich nicht kathegorisch auf Kalifornien festzugelegen, sondern im Westen ein paar Highlights anzusteuern. Zum Beispiel von Seattle oder Portland losfahren und dann von San Francisco aus zurück. Einen Teil könntet ihr an der berühmten Küstenstraße 101 fahren, über die sich allerdings die Geister streiten. Wir fanden es nicht so toll (die ca. 300 km südlich von Astoria), weil der Verkehr relativ stark ist. Andererseits haben wir dort so viele Radler getroffen wie nirgendwo sonst, und die ganz große Mehrheit war begeistert. Landschaftlich ist die 101 sicherlich eine der schönsten Küstenstraßen der Welt.
Eine Alternative ist es, nach Las Vegas zu fahren und von dort aus die gigantischen Nationalparks Bryce, Zion, Monument Valley und Grand Canyon anzusteuern. Die Tour hat Mannimeter aus dem Forum letztes Jahr vor gehabt.
Zelten ist im Westen der USA gar kein Problem. Quasi alle Campground haben "Biker-Hiker"-Sites, wo du für 4 Dollar pro Nase pennen kannst. Und auf public land darfst du auch Wild zelten. Wichtig ist nur, darauf zu achten, immer genug Wasser und Verpflegung dabei zu haben, weil das alles da ziemlich dünn besiedelt ist und du problemlos 100-km-Etappen ohne jeglich Infrastruktur hast. Aber nicht bange machen lassen: Wenn dir das Wasser ausgeht, kannst du immer einen Wohnmobil-Fahrer anhausen, die haben hunderte Gallonen Wasser im Tank und geben dir gerne ein paar Liter.
Wegen der Steigungen brauchst du dir im Westen in aller Regel keine Gedanken machen. Es geht quasi immer sehr langgezogen nach oben, bei weitem nicht so steil wie in den Alpen oder so. Meist gehen die Steigungen im Westen nicht über 7, 8 Prozent hinaus, kann man auch mit Gepäck sehr gut fahren.
Zur Vorfreude: Fotos von meiner US-Durchquerung übrigens
hier. Gruß
Olaf