Hallo zusammen,
habt ihr bisher was vom autofreien Tag gehört? Ist in eurer Stadt dann merklich weniger Verkehr? Gibt es Aktionen dazu? (vom ADFC/ BDR) Steigen Freizeitradler morgen bewusst vom Auto aufs Rad um? Erzählt doch mal !!
Hier in Nürnberg werden wohl an den Zufahrtstrassen zur Altstadt bzw. den Stadttoren mittelalterliche Mautstellen im morgentlichen Berufsverkehr aufgestellt. Mit Hilfe der Polizei wird dann eine Umfrage zum Fahrverhalten/ Gewohnheiten der Autofahrer durchgeführt bzw. gefragt ob sie sich vorstellen könnten auf ÖPNV oder das Rad umzusteigen. Und als Dankeschön gibt es Auto-Kekse...damit wenigstens kurzfristig Autos aus dem Verkehr gezogen werden. Hier der Bericht aus der NN.
Mautstellen an den Stadttoren
Die Stadt beteiligt sich am europaweiten autofreien Tag mit einer Umfrage
Wer morgen am Königstor, am Hallertor oder am Laufer Tor von der Polizei aus dem Verkehr gewunken wird, braucht sich keine Gedanken zu machen. Die Beamten unterstützen die Mitarbeiter der Stadt, die am europaweiten autofreien Tag die Autofahrer mit mittelalterlichen Mautstellen und einer Befragung zum Umsteigen auf Rad und öffentliche Verkehrsmittel (ÖPNV) bewegen wollen.
Verkehrsprobleme, sagt Nürnbergs Umweltbürgermeister Klemens Gsell, habe es auch im Mittelalter gegeben. „Bei zu viel Verkehr hat die Stadtwache einfach keine Karren mehr in die Stadt gelassen.“ Ganz so rigide wollen die Mitarbeiter des 3. Bürgermeisters am 22. September, dem europaweiten autofreien Tag, nicht vorgehen. „Allerdings wird mit Sperrungen oder der CityMaut eine radikale Verkehrspolitik immer wieder diskutiert“, sagt Gsell.
Von 7.30 Uhr bis 10 Uhr schlüpfen Mitarbeiter des Umweltbürgermeisters in historische Kostüme und stellen an drei Stadttoren, dem Königstor, dem Laufer Tor und dem Hallertor historische Mautstellen auf. Wer in eine solche Kontrolle gerät, wird befragt: Zu Fahrgewohnheiten, Streckenlänge, Fahrzeugtyp und zur Bereitschaft, auf den ÖPNV oder das Rad umzusteigen. „Zwei bis drei Minuten wird das dauern“, sagt Projektleiterin Carda Seidel von „Nürnberg-intelligent mobil“. Auch, ob eine Straßenbahn durch die Altstadt gewünscht wird, wird abgefragt. „Obwohl die Antworten nicht repräsentativ sind, erhalten wir Anregungen“, meint Seidel.
Neben dem Fragebogen bekommen die Autofahrer aber auch Infozettel und ein Verkehrsspiel an die Hand. Außerdem darf jeder Befragte als Dankeschön fürs Mitmachen bei extra für den Anlass gebackenen Autokeksen zugreifen. „Die beste Möglichkeit, die Autos zu dezimieren“, scherzt Gsell.
600 Fragebögen haben die Mitarbeiter dabei, hoffen aber natürlich, dass am autofreien Tag möglichst wenig Autos unterwegs sind. „Wenn wir an den Stadttoren keine Autofahrer antreffen, freuen wir uns“, sagt Seidel. „Schließlich rufen wir ja dazu auf, auf ÖPNV, Rad und eigene Füße umzusteigen.“