Ich transportierte 2022 meinen Herdenschutzhund (23 kg) in einem Burley Tail Wagon einige Wochen mit Zelt und Sack und Pack an der Ostseeküste und die Mecklenburgische Seenplatte entlang. Seitdem bin ich immer wieder mal für einige Tage mit Hund unterwegs. Meine Zugmaschine ist ein offroadtaugliches Reiserad, ohne Motor: Früher ein Idworx Off-Rohler Gen2 Rohloff (mit Magura HS 33), seit 2022 ein Velotraum Finder Rohloff (mit Shimano Scheibenbremsen). Packtaschen (2 VR, 2 HR, 1 Rackpack M) am Rad, im Anhänger nur eine kleine Tasche (Faltnapf, Kotbeutel, Handtuch).
Bremskräfte waren für mich nie ein Problem, auch nicht auf anderen Touren, etwa bei sehr langen Fahrten mit Anhänger und Hund bergab ins Inntal. Der Anhänger ist leicht, robust und vor Hindernissen (umgestürzte Bäume u. ä.) und für anderweitigen Transport schnell zu demontieren. Mein Hund steigt auf Kommando ein bzw. aus, was bei Anstiegen und in allen möglichen anderen Situationen wichtig ist - und er bleibt auch in dem Anhänger, bis ich etwas anderes signalisiere. Ein Jagdtrieb darf im Anhänger einfach nicht kicken, das sollte im Auto ja auch nicht passieren, sonst springt so ein Tier raus und gefährdet sich und andere ggf. extrem.
Das Fahrrad würde ich immer wieder mit Rohloff oder Pinion wählen, weil das Schalten im Stand und bei sehr langsamer Fahrt beim Hundetransport für mich elementar ist. Die Bremshebel habe ich rechts/links getauscht, damit ich mit der linken Hand die Hinterradbremse notfalls sehr kräftig betätigen kann, während ich in der rechten Hand die Leine halte. Mein Hund läuft im Regelfall rechts neben der Fuhre her, wird aber in Sperrgebieten an die Leine genommen.
Auch wenn die V/H-Konfiguration der Rohloff komplett ausgereizt ist, muss man irgendwann mal runter vom Rad. Wenn der Hund aussteigt, ist deutlich mehr machbar. Dasd Rad muss beherrschbar sein, es sollte zu dir passen, nicht zum Hund: Überstandshöhe, Geradeauslauf, Wendigkeit usw. Für mich als nicht sonderlich lange Person ist der Knick im Oberrohr des Velotraum sehr praktisch. Körperlänge ist kein KO-Kriterium, ein passendes Rad zu wählen - lass dir da nichts einreden und nimm nichts, was nur so halbwegs passt.
Hund, Halter, Hänger und Rad wachsen auf solchen Reisen gut zusammen, finde ich. Mein Hund ist später dem Käufer weit hinterhergelaufen und war sehr ungehalten, als der sich mit 'unserem' alten Reiserad entfernte. Und sieht mein Hund jetzt irgendwo einen Burley stehen, stellt er sich erwartungsfroh davor und schaut mich an: "Na, wollen wir ...?"