So, bevor die Tour in Vergessenheit geraten ist, hier ein kurzer Bericht.
Beim Aufstehen wird es den meisten vermutlich ähnlich gegangen sein: Es gießt in Strömen, und ich frage mich, warum wir das hier eigentlich machen, wo man doch so schön auf dem Sofa sitzen könnte...

Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten starten dann 8 Radler gegen 10:30 Uhr bei nassen Straßen, aber trockenem Wetter am S-Bahnhof Strauberg. Für die sonst üblichen Startzeiten in Berlin geradezu unendlich spät...


Es geht gemütlich auf altbekannten Wegen entlang des Radweges R1 durch die Märkische Schweiz über Waldsieversdorf bis Müncheberg; und ab dort weiter auf dem Oderbruchbahnradweg bis nach Behlendorf am Heinersdorfer See.

Dort stößt der Rest der Truppe zu uns, so dass wir eine zweistellige Anzahl an Mitfahrern erreichen.

Nach geradezu lächerlich kurzen 35 km gibt es erst einmal eine ausgiebige Mittagspause. Schwimmen, Kaffeekochen, Kuchen, Räucherlachs... kurz und bündig quasi alles, was das Radlerherz begehrt.

Auch die Sonne scheint mittlerweile nicht mehr hinter den Wolken zu bleiben, sondern ballert kräftig vom Himmel. Allerdings kommen wir nicht so schnell voran, wie geplant.
Das legt zum einen am teilweise schlechten Untergrund. Das Murren und Knurren legt sich aber ziemlich schnell, da man seinen Frust über den Belag...

...mit Äpfeln, Birnen, Zwetschgen und Mirabellen ablenken kann.

Der Vorteil solcher Buckelwege leuchtet jedem ein: dort fährt nie irgendjemand lang, und deshalb hängen die dicken reifen Birnen in Reichweite.

Auf dem vielbefahrenen Asphaltradwegen hingegen ist alles in Handreichweite schon vor Wochen im unreifen Zustand abgeerntet worden.

Es geht vorbei an einer traumhaften, in der einzeitlichen Landschaft allgegenwärtigen, eisrandparallelen Schmelzwasserabflussrinne (die, wie ich soeben lernte, "Lietzener Mühlental" heißt). Auch hier ist der Weg wieder von unendlich vielen Obstbäumen gesäumt.

Mit beinahe letzter Kraft erreichen wir Reitwein an der Oder. Im Café und Restaurant "Heiratsmarkt" weitern wir die Mägen schon mal vor für das, was uns später in Polen erwarten wird...

...und stärken uns damit gleichzeitig für die letzten anstrengenden Kilometer mit Gegenwind auf dem Oderdeich.

Windschattenfahren funktioniert hier prima.

Die Oderbrücke zwischen Frankfort und Slubice ist für Autos gesperrt, weil auf deutscher Seite gerade die Auffahrt umgebaut wird. Das ist schön, hier mal völlig autofrei rüberzukommen.

Gruß
Thoralf