Hallo Wolfgang,
70 Tage für eine USA-Durchquerung geht schon, ist aber knapp. Überlege dir, dass du (wenn du nicht gerade die ACA-Route "Southern Tier" nimmst - eher im Winter zu empfehlen) um die 6000 km vor dir hast, das Ganze bei oft strammem Westwind.
Eine Option wäre etwa, erst in Chicago zu starten und die Route 66 nach L.A. unter die Reifen zu nehmen. Das sind knapp 4000 km entlang einer Legende, die heute zwar in Vielem kommerzialisiert ist, aber immer noch eine Menge Charme und Geschichte aufweist. Das typische Amerika eben in allen seinen Facetten, dabei kommst du durch landschaftliche Highlights wie etwa die Painted Desert und den Petrified Forest, und der Grand Canyon ist nur einen Katzensprung entfernt. Für uns war das eine unserer schönsten Fernradtouren, wenngleich sie mittlerweile 20 Jahre zurückliegt. Einen Kurzbericht findest du auf unserer Seite
www.bikeamerica.de unter "Weitere Touren", auch sonst gibt es eine Menge Literatur.
Der Trans America Trail ist in meinen Augen kein sehr gutes Konstrukt, weil er sich nicht an herausragenden Sehenswürdigkeiten orientiert und in weiten Teilen recht beliebig ist. Zudem biegt er in Pueblo (Colorado) nach Norden in die Rockies ab, weil die Macher der ACA (damals noch Bikecentennial) ihn unbedingt über Missoula (Montana) führen wollten, wo sie ihre Headquarters haben. Sinnvoller wäre hier die Geradeaus-Weiterfahrt nach California, dokumentiert als ACA-Route „Western Express“. Die endet dann in San Francisco, sicher (neben Los Angeles)
das Radler-Traumziel an der Westküste.
Happy Trails, Gruß Thomas