Hallo Tris,
mehr als 550% Entfaltungsbereich sind mit einer gewöhnlichen Kettenschaltung nicht möglich. Wenn Du mehr willst, musst Du zusätzlich eine Nabenschaltung einbauen.
Du ersparst Dir erheblichen Aufwand, wenn Du damit leben kannst, ab 55 km/h nicht mehr treten zu können. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie groß der Spaß ist, wenn das Rad bergab mit 50 km/h rollt und man auf 75 km/h beschleunigen kann. Allerdings: Wie oft kommt das tatsächlich vor? Ist Dir das wichtig?
Mit dem Reise-Liegerad habe ich 1,56 m als kleinste Entfaltung. Das bedeutet bei einer Trittfrequenz von 70 etwa 6,6 km/h. Viel langsamer kann ich ohnehin nicht bergauf fahren, ohne umzukippen. Im höchsten Gang erreiche ich bei einer Trittfrequenz von 100 rund 51 km/h (8,55 m Entfaltung). Um den großen Bereich von 549% zu realisieren, habe ich eine TA Alize-Kurbel, die Blätter haben 36/49/64 Zähne. Das ganze schaltet sich so gerade noch akzeptabel, keineswegs so flüssig wie eine normale Rennrad-Garnitur. Bei klein-klein hängt die Kette durch, weil der Kettenspanner am Schaltwerk die 51 Zähne Unterschied nicht packt. Probleme gibt es trotzdem nicht. Man sollte natürlich wissen, was man tut, wenn man so weit an die Grenzen der Teile geht. Mit dem 26"-Hinterrad des Barons werden die Blätter vorne kleiner, dann sollte es etwas einfacher sein.
Beim Renn-Liegerad (26"-Hinterrad) ist der Entfaltungsbereich von 1,93 bis 9,12 m, was im kleinsten Gang bei einer Trittfrequenz von 70 rund 8 km/h bedeutet und bei einer Trittfrequenz von 100 im höchsten Gang ca. 55 km/h. Das Ganze habe ich ist mit einer normalen Rennrad-Dreifach-Garnitur realisiert, vorne 28/39/52, hinten 11-28 Zähnchen. Mit 11-34 wäre noch mehr Spreizung drin. Natürlich wird dann die Abstufung größer, was auf der Straße nicht wünschenswert ist.
Beim Umbau auf Dreifach musst Du unbedingt darauf achten, dass es keine Probleme gibt, weil die Kette näher ans Vorderrad bzw. an die Gabel kommt.
Grüße
Andreas