Stand heute in der Zeitung und unter Stuttgart.de:
Fahrradfahren in Stuttgart soll stärker gefördert werden
Die Stadt Stuttgart will den Fahrradverkehr im Stadtgebiet stärker als bislang fördern. Daher hat die Landeshauptstadt gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Stuttgart ein "Grundsatzpapier zur Förderung des Fahrradverkehrs in Stuttgart" erarbeitet.
"Ich unterstütze die Förderung des Fahrradverkehrs in Stuttgart, denn das Fahrrad leistet in der Mobilität unserer Stadt einen wichtigen Beitrag", so Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster.
"Daher ist die Zusammenarbeit mit dem ADFC und das daraus resultierende Grundsatzpapier ein guter Schritt, um den Fahrradverkehr weiterhin zu steigern."
Das Interesse für verbesserte Bedingungen für Radfahrer in Stuttgart ist groß und der Gemeinderat hat hierzu bereits in den vergangenen Monaten deutliche Signale gegeben. So wurde der Etat für das Radfahren in den Haushaltsberatungen für die Jahre 2004/2005 von 380.000 auf je 590.000 Euro pro Jahr nahezu verdoppelt. Hier werden in den nächsten zwei Jahren vor allem Verbesserungen auf dem Landesradwanderweg Neckartal- Radweg durchgeführt werden.
Ansonsten werden vor allem verschiedene Kreuzungsumbauten, neue Radwege, Fahrradabstellanlagen, Wegweiser für den Fahrradverkehr, Öffnen von Einbahnstraßen usw. auf das gesamte Stadtgebiet verteilt, realisiert werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, Radwege im Zusammenhang mit anderen Straßenbau- und Stadtbahnbaumaßnahmen zu bauen, die nicht den Radverkehrsetat belasten. Hier wurden beispielsweise beim Ausbau der U14 und U2 und beim Rückbau der Vaihinger- und Möhringer Straße Radwege mit gebaut. Bei der Errichtung von Fahrradabstellanlagen werden vom Land Zuschüsse gegeben, durch die alleine in diesem Jahr rund 200 überdachte Abstellanlagen und Fahrradboxen errichtet werden können.
"Stuttgart ist in der Radverkehrsförderung auf dem richtigen Weg", so der Fahrradbeauftragte der Landeshauptstadt, Claus Köhnlein. "Dies ist erkenntlich an der deutlichen Zunahme des Radverkehrs. Aufgrund des großen Nachholbedarfes in der Fahrradinfrastruktur dauert es eine bestimmte Zeit, bis Netzschlüsse im Radverkehrsnetz der Stadt Stuttgart vollzogen werden können. Dennoch ist klar, dass das Fahrrad das attraktivste und mobilste Verkehrsmittel ist, um Stuttgart zu erkunden. Auch durch die Möglichkeit, Fahrräder im ÖPNV überall außer in Straßenbahnen und Bussen mitzunehmen, ist die bewegte Topographie Stuttgarts kein Hindernisgrund am Radfahren mehr."
Seit 2001 gibt es als eine von drei Stationen in Baden-Württemberg auch in Stuttgart-Möhringen eine Fahrrad- Service- Station, die von der Neuen Arbeit gGmbH mit großem Erfolg betrieben wird und von der Stadt unterstützt wird. Es gibt drei offizielle amtliche Fahrradkarten der Stadt Stuttgart: Freizeit- und Radwegekarte Stuttgart, sowie die Radfahrkarte Filder und die Radel-Thon Karte. Hierin enthalten ist der 83 Kilometer lange Fahrradrundkurs um Stuttgart, der so genannte Radel-Thon, der durchgehend beschildert ist und per Radkarte erradelt werden kann.
Vorgesehen ist außerdem die weitere Öffnung von Einbahnstraßen für den Fahrradverkehr: derzeit sind knapp 50 Prozent der radverkehrsrelevanten Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet. Weitere werden folgen, hier ist jedoch ein aufwendiges Prüfverfahren nötig.
Stuttgart ist eine von elf bundesweiten Pilotstädten zur Umsetzung des nationalen Radverkehrsplanes in Deutschland. In enger Kooperation auch mit dem ADFC werden voraussichtlich ab Herbst/Winter 2004 "Runde Tische zur Förderung des Fahrradverkehrs in Stuttgart" eingerichtet. Teilnehmer hierbei sollen u.a. Stadtverwaltung/Referate, Umweltverbände, Wirtschaftsunternehmen, IHK, Krankenkassen, ADAC, Universitäten und auch die Landespolizeidirektion sein. In dieser Runde sollen Handlungsempfehlungen zur Förderung des Radverkehrs in Stuttgart diskutiert und erarbeitet werden. Gudrun Zühlke, Vorsitzende des ADFC Stuttgart: "Wenn es gelingt, in Stuttgart tatsächlich den angestrebten Radverkehrsanteil von 20 Prozent zu erreichen, kann die Autostadt Stuttgart das Prädikat "Fahrradstadt" bekommen. Allerdings ist dazu die zügige Realisierung aller in dem Papier geplanten Maßnahmen erforderlich."
28. Juni 2004