Posted by: ro-77654
Re: Erfahrungsbericht Bambus Rahmen - 08/02/13 07:24 AM
In Antwort auf: mespilus
Was bringt das ganze also?
Viele Leute mögen es nicht glauben aber Bambus hat technische Vorteile gegenüber konventionellen Rahmen aus Stahl oder Alu.
Eine höhere Schlagresistenz
Eine höhere Verwindungssteiffigkeit (Bei entsprechendem Rohrdurchmesser)
Vibrationsdämpfung - Das Surren meiner Rohloff in den niedrigen gängen ist nicht spürbar
Notfahreigenschaften - Gerissene Rohre (z. B. nach einem Unfall) bleiben tragfähig und können mit Epoxid repariert werden
Ausserdem betrachte ich das ungewöhnliche Aussehen meines Fahrrades als Diebstahlschutz auch wenn mir die Aufmerksamkeit die das Teil auf sich zieht nicht immer schmeckt.
In Island hat es sich zu einer mobilen Touristenattraktion entwickelt.
Zwei grosse Nachteile sehe ich.
Zum einen das hohe Gewicht mit 4kg, was auf die sechs Lagen Fasern zurück zu führen ist.
Zum anderen der experimentelle status.
Es gibt kaum Langzeiterfahrungen mit Bambusrädern, vor allem nicht bei Einsatz als Reiserad.
Wir sind zuversichtlich, dass der Rahmen die Lebensspanne von Konventionellen Rahmen übertreffen wird aber sicher wissen kann man das erst hinterher.
Im Praxistest sticht vor allem die Verwindungssteifigkeit hervor.
Im Vergleich zu meinem alten Alu Rahmen von KTM ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Bei 150kg Systemgewicht kann ich im Wiegeschritt fahren ohne, dass das Tretlager sich spürbar weg biegt.
Mein alter Rahmen hat da geschwankt wie ne weiche Nudel.
Bei 4 Kg für den Rahmen wären sicher auch Stahl und Alu verwindungssteifer...
Und mit ner Ladung Bauschaum in den Rohren wäre die Rohloff womöglich leiser...
Ich sehe für den Rahmen in dieser Variante keinerlei Vorteile.
Bisher dachte ich, dass die teilweise Verwendung von Bambus wenigstens ökologisch besser wäre. Aber wenn ich mir durchlese, was da alles draufgeschmiert/verwendet wird, würde 1 kg mehr Alu/Stahl wahrscheinlich ökologisch sogar besser sein - zumal es mehrfach verwendet werden kann.
Der Rahmen ist wohl eher etwas, um sich von der "Masse" abzugrenzen. Also optimal, um das Rad Sonntagnachmittag durch Kreuzberg zu schieben.