Re: Ledersattel "einsitzen"

Posted by: redfalo

Re: Ledersattel "einsitzen" - 05/11/04 07:49 AM

In Antwort auf: Rolf M

Ich fahre seit sechs Jahren und ca. 24000 km einen Ledersattel (Brooks Conquest) und bin kurz davor, dieses Experiment aufzugeben. Die Anpassung an den eigenen Hintern kann auch tückisch sein. Unter meinen Sitzknochen haben sich nämlich Dellen gebildet, so dass ich großflächig mit den Weichteilen aufsitze. Alternativ kann ich ganz nach hinten rutschen und mit den Sitzknochen auf dem hinteren Rand, über dem Stahlgestell sitzen. Beides wird nach ca. 70 km zur Quälerei.
Rolf


Hallo zusammen,

nachdem ich an anderen Stellen im Forum insbesondere über den Brooks Conquest mehrere ähnliche Berichte gelesen ich hatte, stand ich kurz davor, mich doch gegen ihn zu entscheiden. Habe ich glücklicherweise doch nicht gemacht. Hatte vom ersten km keine Probleme, obwohl ich von Anfang an auch längere Touren (80 bis 130 km) gemacht habe. Nach 1200 km mit dem neuen Sattel stand jetzt der erste Fahrradurlaub an, ebenfalls ohne jegliche Komplikation.

sicherlich ist ein bisschen Glück im Spiel, welchen Sattel man erwischt. Aber vielleicht kommt es auch auf die richtige Pflege an. Ich schwöre, nach dem Hinweis meines Fahrrad-händlers, auf das Backofen-Prinzip: Der nagelneue Sattel kommt vor der ersten Fahrt bei ca. 70 Grad in den Backofen, bis er mächtig warm ist. Dann schmiere ich von unten - nicht von oben, wie es brooks es in der Pflegeanleitung beschreibt - dieses Proofride üppig drauf, anschließend kommt der Sattel nochmal in den Backofen, bis das Fett richtig eingezogen ist. Alternativ zu Proofride kann man wohl auch Pferdefett verwenden, was ein ganzes Stück billiger ist.

Das Erhitzen des Sattels im Backofen führt dazu, dass das Fett deutlich besser einziehen kann. Der Stattel wird durch das Fett deutlich geschmeidiger, außerdem ist er besser vor Regen geschützt. Habe das einmal vor der Jungfernfahrt und dann nochmal nach ca. 750 km gemacht.

Das gleiche Prinzip mit dem Backofen wird übrigens für die Pflege von Wanderschuhen empfohlen, ist also keineswegs esoterisch. Kleiner Nachteil bei braunen ("honigfarbenden") brookssätteln ist, dass das Zeug nicht 100%ig gleichmäßig einzieht und der Sattel zumindest anfangs etwas scheckig wird. Das legt sich aber, wenn man eine Zeitlang mit Radhose gefahren ist, durch den Schweiß.

Schöne Grüße
Olaf