Posted by: Lord Helmchen
Re: Rohloff o. Kettenschalt, Hydraulik oder VBrake - 01/19/12 05:06 PM
Darauf möchte ich einfach mal anspringen - wobei ich in diesem Thread große Trollgefahr sehe.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Shimano Entwicklungsabteilung mehr Geld frisst, als Rohloff Umsatz macht. Trotzdem schaffen sie es immer noch nicht, der Speedhub in ihrem Feld ernsthafte Konkurrenz zu machen. Was Dich daran stört, dass die Nabe so ausgereift ist, dass sie (ohne grundsätzliche Änderung der Anforderungen) nur kleine Verbesserungen braucht/verträgt, verstehe ich nicht im Geringsten. Weiterhin möchte ich wetten, dass Du noch keine Speedhub längere Zeit gefahren hast, geschweige denn Ahnung von Maschinenbau hast - sonst würdest Du Dich sicherlich nicht so unbedarft und einseitig äußern.
@zweiradmann
Es ist eine Glaubensfrage. Ich ganz persönlich würde so eine Reise am liebsten mit Rohloff Speedhub und hydraulischen Scheibenbremsen machen. Bei Reisen in abgeschiedenen Gebieten an einem Rahmen, das mit Rückfallebene ausgerüstet ist, was bedeutet: Man kann im Notfall V-Brakes und Kettenschaltung o.ä. montieren, um zumindest zur nächsten großen Stadt (mit guter Postanbindung und Telefonen) zu kommen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit und der Verschleiß sind bei Magura & hydr. Scheibe minimal, und einen Großteil der (unwahrscheinlichen) Schäden kann ich einfach reparieren. Allerdings habe ich auch zwei Vorteile durch morderne Technik: Erstens große Freude dank Technikbegeisterung, zweitens die besonderen Vorteile für schwere Fahrer (bessere Bremsen, niedrigerer Verschleiß).
Die Frage ist nicht so entscheidend, wie sie oft behandelt wird. Wenn Du Dich vernünftig vorbereitest (Verschleißteil-, Ersatzteil- und Werkzeugversorgung und handwerkliche Fähigkeiten gut abstimmen), wirst Du mit fast jeder Technik gut um die Welt kommen.
Meine Erfahrungen:
- Mit Magura HS11 am Hinterrad, Shimano LX Scheibenbremse (hydraulisch) am VR und LX Kettenschaltung 1200km durch Thailand und Laos gefahren. Außer 2x Platter Reifen keine Probleme. Magura Bremsbeläge hatte ich dabei, alles für Shimano hätte ich in 1-3 Tagen nachkaufen können (in Laos war es 2008 schlecht, ich hätte zum Einkaufen in eine Thai Großstadt gemusst).
Dasselbe Rad im Wintereinsatz: Kettenschaltungen mit Rasterung im Schalthebel und Zug-Hülle-Betätigung sind im Winter manchmal schlecht. Hoher Schnee kommt ins Schaltwerk und die Kassette, Züge arbeiten nicht mehr fein genug, der Freilauf fror ein. Die hydraulische Scheibenbremse mit ihrer sehr feinen Dosierbarkeit ist auf Eis ein Segen. Die HS11 braucht bei sehr tiefen Temperaturen mehr Handkraft und bremst als Felgenbremse natürlich schlecht (HS33 ist viel besser).
2010 bis 2011 fuhr ich ohne die Hinterradbremse mit Spikereifen durch den finnischen Winter - finnische Festivalbesucher haben mit viel Gewalt oder Besoffenheit einen HS11 Griff zerbrochen. Ein neuer Bremsgriff und ein Magura Kit waren nötig. Die Operation mit Neubefüllung verlief unaufgeregt, nur muss man wirklich die zu Schlauch und Verschraubung passenden Dichtteile haben (so eine kleine "Metallperle", die sich in den Schlauch presst). Mit zusammengepressten Taschentuch lässt sich das nur für 5 Minuten flicken ...
Regen, Schnee und Frost sind Argumente für gekapselte, wenig störanfällige Technik. Das ist eine in der Nabe gerasterte Nabenschaltung ohne exponiertes Schaltwerk, das sind Bremsen ohne Seilzüge. Die haben auch minimalen Verschleiß, was auf Fernreisen von Vorteil ist. Mit dem Nachteil, dass man bei Schäden in sehr "einfachen" Gebieten größere Probleme bei der Ersatzteilsuche hat.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Shimano Entwicklungsabteilung mehr Geld frisst, als Rohloff Umsatz macht. Trotzdem schaffen sie es immer noch nicht, der Speedhub in ihrem Feld ernsthafte Konkurrenz zu machen. Was Dich daran stört, dass die Nabe so ausgereift ist, dass sie (ohne grundsätzliche Änderung der Anforderungen) nur kleine Verbesserungen braucht/verträgt, verstehe ich nicht im Geringsten. Weiterhin möchte ich wetten, dass Du noch keine Speedhub längere Zeit gefahren hast, geschweige denn Ahnung von Maschinenbau hast - sonst würdest Du Dich sicherlich nicht so unbedarft und einseitig äußern.
@zweiradmann
Es ist eine Glaubensfrage. Ich ganz persönlich würde so eine Reise am liebsten mit Rohloff Speedhub und hydraulischen Scheibenbremsen machen. Bei Reisen in abgeschiedenen Gebieten an einem Rahmen, das mit Rückfallebene ausgerüstet ist, was bedeutet: Man kann im Notfall V-Brakes und Kettenschaltung o.ä. montieren, um zumindest zur nächsten großen Stadt (mit guter Postanbindung und Telefonen) zu kommen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit und der Verschleiß sind bei Magura & hydr. Scheibe minimal, und einen Großteil der (unwahrscheinlichen) Schäden kann ich einfach reparieren. Allerdings habe ich auch zwei Vorteile durch morderne Technik: Erstens große Freude dank Technikbegeisterung, zweitens die besonderen Vorteile für schwere Fahrer (bessere Bremsen, niedrigerer Verschleiß).
Die Frage ist nicht so entscheidend, wie sie oft behandelt wird. Wenn Du Dich vernünftig vorbereitest (Verschleißteil-, Ersatzteil- und Werkzeugversorgung und handwerkliche Fähigkeiten gut abstimmen), wirst Du mit fast jeder Technik gut um die Welt kommen.
Meine Erfahrungen:
- Mit Magura HS11 am Hinterrad, Shimano LX Scheibenbremse (hydraulisch) am VR und LX Kettenschaltung 1200km durch Thailand und Laos gefahren. Außer 2x Platter Reifen keine Probleme. Magura Bremsbeläge hatte ich dabei, alles für Shimano hätte ich in 1-3 Tagen nachkaufen können (in Laos war es 2008 schlecht, ich hätte zum Einkaufen in eine Thai Großstadt gemusst).
Dasselbe Rad im Wintereinsatz: Kettenschaltungen mit Rasterung im Schalthebel und Zug-Hülle-Betätigung sind im Winter manchmal schlecht. Hoher Schnee kommt ins Schaltwerk und die Kassette, Züge arbeiten nicht mehr fein genug, der Freilauf fror ein. Die hydraulische Scheibenbremse mit ihrer sehr feinen Dosierbarkeit ist auf Eis ein Segen. Die HS11 braucht bei sehr tiefen Temperaturen mehr Handkraft und bremst als Felgenbremse natürlich schlecht (HS33 ist viel besser).
2010 bis 2011 fuhr ich ohne die Hinterradbremse mit Spikereifen durch den finnischen Winter - finnische Festivalbesucher haben mit viel Gewalt oder Besoffenheit einen HS11 Griff zerbrochen. Ein neuer Bremsgriff und ein Magura Kit waren nötig. Die Operation mit Neubefüllung verlief unaufgeregt, nur muss man wirklich die zu Schlauch und Verschraubung passenden Dichtteile haben (so eine kleine "Metallperle", die sich in den Schlauch presst). Mit zusammengepressten Taschentuch lässt sich das nur für 5 Minuten flicken ...
Regen, Schnee und Frost sind Argumente für gekapselte, wenig störanfällige Technik. Das ist eine in der Nabe gerasterte Nabenschaltung ohne exponiertes Schaltwerk, das sind Bremsen ohne Seilzüge. Die haben auch minimalen Verschleiß, was auf Fernreisen von Vorteil ist. Mit dem Nachteil, dass man bei Schäden in sehr "einfachen" Gebieten größere Probleme bei der Ersatzteilsuche hat.