Was heißt denn richtig? Dass es in einem Gang, den man nicht fährt, nicht schleift?

Wenn einer/mehrere Gänge auf dem mittleren Kettenblatt schleifen, ist sie jedenfalls NICHT richtig eingestellt, oder?
Nö, das sehe ich anders. Das hängt viel zu sehr von Umwerfermodell, Kettenblättern, Tretlagerbreite und Steuerrohrwinkel, etc. ab, als dass man das unwidersprochen so stehen lassen kann. Ich hatte bisher
kein Rad, wo man den Umwerfer auf dem mittleren Blatt in den redundanten Gängen schleiffrei einstellen konnte.
Häh, von welchen Hebelverhältnissen sprichst du?

Und Schräglauf vermeidet man ja gerade WEGEN des damit verbundenen höheren Verschleißes.
Du fährst auf dem Mittleren vorne und hinten z.B. nur die Ritzel 3-7, weil Du ja Schräglauf vermeiden möchtest. Also schaltest du früher vorne aufs große Kettenblatt bzw. aufs kleine Kettenblatt, dass bedeutet aber höhere Hebelkräfte und mehr Umdrehung und verursacht ebenfalls höheren Verschleiß.
Jetzt müsstest Du hergehen und den erhöhten Verschleiß durch Schräglauf, gegen den erhöhten Verschleiß durch größere Hebelkräfte und höhere Umdrehungszahlen gegenrechnen.
Viel Spaß dabei
Dann machen wir das doch mal gleich zusammen:
Zunächst zur Kraft: An der Pedale liegt ein Drehmoment an. Das können wir als konstant annehmen (da meine physischen Möglichkeiten begrenzt sind).
Dieses Drehmoment wird in eine Kettenzugkraft übersetzt. Da für das Drehmoment Drehmoment=Kraft*Kraftarmlänge gilt, liegt auf dem
großen Kettenblatt (langer Kraftarm) sogar eine
kleinere Kraft an. Proportional zur Kettenblattgröße steigt die Kettengeschwindigkeit. Ich gehe daher mal davon aus, dass die beiden Effekte sich
gerade aufheben.
Ganz anders der Effet des Schräglaufes: Umso schräger die Kette, umso punktueller reiben die Bolzen in den Röllchen der Kette und führen so zu Verschleiß. Beim Geradeauslauf gibt es einen flächigen Kontakt, der weniger verschleißkritisch ist.