Posted by: Machinist
Re: Detailfragen zurbReiseradausstattung - 10/13/11 11:26 AM
In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: Machinist
Ersatzteile sind um ein Vielfaches einfacher ausfindig zu machen.
Und schon wieder. Ich bin mir nicht sicher, ob du mich verstanden hast. Mir geht es - ausnahmsweise - mal nicht um Seilzug vs. Hydraulik. Es geht mir um das Argument Reparatur. Wieso gehen so viele davon aus, daß Reparaturen nötig werden, gerade auch an Seilzugbremsen? (denn bei diesen wird das ja immer explizit erwähnt). Passiert das wirklich vorhersagbar, daß Bremsarme und Hebel getauscht werden müssen? (Beläge und Züge fallen für mich unter Verschleißartikel, das meine ich hier nicht.) Ich finde, bei anderen Bauteilen geht man doch auch nicht davon aus, daß sie ganz sicher repariert werden müssen.
Mich würde mehr überzeugen, wenn argumentiert würde: bei Seilzugbremsen muß eben nicht repariert werden, nicht: die Reparaturen sind in der Pampa leichter zu machen.
Es wurde im Grunde bereits Alles sehr gut von Macrusher gesagt zum Thema.
Natürlich ist die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Bremse sehr gering, und man kann mit wirklichem jedem Fahrrad irgendwohin reisen. Auch das Argument von HVS stimmt, man kann sich notfalls eine andere Bremse ans Rad schrauben. Mir persönlich wäre das aber zu kompliziert. Man müsste dann also (falls man Scheibenbremsen fährt) eine Felge für Felgenbremsen fahren und Cantisockel am Rad haben, was ich beides aus ästhetischen und Gewichts-Gründen niemals würde haben wollen

Auf langen Radreisen hatte ich noch nie einen Ausfall der Bremsen, fuhr da aber auch immer mit über Seilzüge betätigten Felgenbremsen.
In Patagonien traf ich einen Brasilianer welchem auf Tierra del Fuego (Feuerland) eine Bremsleitung einer HS33 gerissen war. Die einzige grössere Stadt in der Gegend ist Punta Arenas (ca. 120'000 Einwohner). Soweit ich mich erinnere hat er selbst dort nirgends Ersatzmaterial finden können.
Selber hatte ich einmal einen harmlosen Sturz mit dem MTB im heimischen Walde. Der eine HS33-Hebel war sofort verbogen.
Ich sehe ganz einfach nicht welche Vorteile diese hydraulische Felgenbremse in solchen oder noch viel abgelegeneren Gegenden haben soll.
Am Rennrad und MTB fahre ich hydraulische Scheibenbremsen. Beide Räder werden sehr intensiv genutzt, und an Letzterem möchte ich sieh auch niemals mehr missen. Aber ich sehe auch die Probleme welche man damit nunmal haben kann:
Ein Martha-Hebel ist einmal ohne jegliche Gewalteinwirkung an der Schelle gerissen (klar, das hat nichts mit der Hydraulik zu tun). Jahre später war der Ersatzhebel dann undicht am Kolben und dadurch unbrauchbar. Beide Male wurde er von Magura sehr kulant kostenlos ersetzt.
Die Formula hatte am Geberkolben auch mal eine Undichtigkeit. Der kleine Hebel zur Druckpunktverstellung ist auf einer Seite längst abgebrochen. Und der Druckpunkt verschiebt sich unabhängig davon immer mal wieder. Gelegentliches Klingeln der Beläge an der Scheibe (v.A. wegen der Federgabel) nehme ich gelassen hin. Die Bremsflüssigkeit muss hin und wieder gewechselt werden. Kein Problem hier zu Hause, auf wirklich langen Fernreisen hätte ich aber nicht die geringste Lust zu sowas, und noch weniger will ich das ganze Material dazu mitführen. Und ja ich weiss, bei Mineralöl im System erübrigt sich das.
Hingegen sind meine alten Dura-Ace-Bremshebel am Reiserad nun über 115'000 km gelaufen und würden ohne Weiteres nochmal soweit und noch viel weiter kommen. Ein Ausfall ist kaum möglich, die Nokon-Bremszüge knicken niemals ab, die alten XTR-Cantis tun ihren Dienst nach wie vor unauffällig. Keine Bremsscheibe kann verbiegen wenn bei einem Transport mal wieder unsanft mit dem Rad umgegangen werden sollte.