Die Antwort ist eindeutig: Kommt drauf an

Ich bin einige Winter mit Schwalbe Big Apple in 60-622 gefahren, weil wir in Zittau und zugehörigem Gebirge auf den Straßen vor allem Schnee und Schneematsch hatten. Da schwimmt so ein dicker Reifen halt ein bisschen, aber er rutscht halt kaum.
Im tiefen Kölner Winter hingegen hätte ich, wenn ich das Reifenwechseln vermeiden hätte wollen, ganzjährig mit meinen Nokian Mount&Ground fahren müssen, weil es bei den massiv befahrenen (und bestandenen) Straßen teils so viel absolut glattes Eis gab, dass alles ohne Spikes machtlos gewesen wäre. Dito in Dresden, wo Radwege (und so auch der Elberadweg) explizit vom Winterdienst ausgenommen sind.
Alles, was man im Winter sicher fahren kann, kann man auch im Sommer ohne grundlegende Sicherheitseinschränkungen fahren. Aber mir fehlt dennoch das Verständnis für die Hand voll Leute, die ich auch im August mit ihren Spikes im Gegenverkehr vorbeinageln höre. Radfahren soll doch auch was mit Spaß zu tun haben.
Einen Reifen, der aufgrund seines Profils und der Gummimischung für Schnee und Eis gemacht ist, im Sommer abzufahren, halte ich für nicht so schlau. Eben jenes befürchte ich aber auch beim Conti.
Ob man ohne Reifenwechsel durchfahren kann, hängt meiner Meinung nach sehr stark von den äußeren Umständen ab: Wenn alles total vereist ist morgens, hast Du dann eine Alternative oder nimmst Du *immer* das Rad? Gibt es in Deiner Gegend so heftige Vereisungen, dass ein spezieller Reifen genommen werden muss? Bei Schnee kann man ja wieder fast alles fahren. Und wenn es so gut wie gar keinen Schnee und kaum Eis gibt, dann würde ich die Reifen dringend mehr nach den trockenen Jahreszeiten auswählen als nach dem Worst Case.
Gruß,
Martin