Re: Starrgabel mit Gewinde - Funktionsprinzip?

Posted by: Anonymous

Re: Starrgabel mit Gewinde - Funktionsprinzip? - 06/11/11 08:51 AM

Hallo

Hier habe ich leider keinen speziellen Vorschlag. Maxcycles fällt mir nur sponatn als Hersteller leichter Stahlgabel ein.


Nur aber so viel. Im Grunde genommen ist es egal aus welchem Material die Gabel bestehen.
Entscheidender ist der Durchmesser der Gabelscheiden für den Komfort, aber auch der Durchmesser des Schaftes, der aber durch den Rahmen festgelegt ist.
Meine wohl komfortabelste Gabel am Renner war eine Kinesis Road D mit schlanken Alugabelschdeiden. Meine unkomfortabelste Gabel war an eine Stevens Alu Gabel in der Dimension moderner Carbongabeln.
Was aber unterschiedlich zwischen den einzelnen Materialen ist die Charakteristik beim dämpfen. So empfinde ich die voluminöse Carbongabel an meinem Drössiger Crosser bei harten Stößen angenehmer als die recht schlanke Stahlgabel an meinem Surly Crosscheck.
Auf Waschbrettpisten also kleine Stöße finde ich die Surly Gabel als etwas angenehmer.

Und da wir beim MTB sind, ist die Gabelwahl nicht ganz so von Bedeutung, da ein erheblicher Teil der Dämpfung vom Reifen übernommen werden kann (wenn demenstprechend breite Reifen verbaut werden).

Eine Sache beeinflusst noch den Komfort ziemlich stark, die Speichenwahl!
Der Effekt ist stärker als wenn man eine Flachprofilfelge oder eine Felge mittleren Profil fährt. (Beziehe mich auf Erfahrungen am Renner am Vorderrad.) Sprich man fährt mit 1,5 mm Speichen und einer Mavic CXP 33 komfortabler als mit 1,8 mm Speichen und einer Mavic Open Pro (beide 36 Speichen). Bei 1,5 mm Speichen sollte man jedoch die Finger von der DT Revolution lassen. Diese Speiche längt sich mit der Zeit so stark, dass das Laufrad unzentrierbar wird. Sapim Laser ist hier deutlich besser (sollte man dann jedoch bei vielen Naben mit Unterlegscheiben am Nabenflansch verbauen, da der Speichenbogen recht groß ist).

Auch die Lenkerwahl spielt eine Rolle. Leider wird der schöne aber voluminöse Ritchey Classic wohl ziemlich steif sein durch das Oversized Maß.

Die Schlauchwahl ist ebenso entscheidend. Leichtere Butylschläuche (Butyl = Standardmaterial) sind komfortabler (und rollen leichter) als schwere/dicke Butylschläuche. Latexschläuche sind hier am überlegensten, müssen aber täglich aufgepumpt werden und der Reifen darf keinen noch so kleinen Schnitt haben, da sonst der Schlauch regelrecht dadurch quillt. Zudem muss die Montage sehrt vorsichtig erfolgen und komplett fettfrei (am besten wie ein Kondom behandeln :D). Ist das gegeben sind Latexschläuche am pannen sichersten, da sie sich viel stärker von Fremdkörpern wegdehnen können. All diese Vor- und Nachteile erkauft man sich mit einem mindestens doppelt so hohem Preis.
Als Optimum in sämtlicher Hinseicht sehe ich Butyl Schläuche in der mittleren Gewichtsklasse an. Diese werden oft mit dem Zusatz Light beworben. Sie wiegen beim Renner 75 bis 90 Gramm, am Trekkingrad (ca. 40 mm Reifen) ca. 110 Gramm und beim MTB ca. 130 Gramm.

Letzendlich ist es die Summe vieler Faktoren, die darüber entscheiden ob ein Rad annehmbar komfortabel oder zu steif ist. (Was jeder für sich anders definiert.)
Ich habe z.B. meinen steifen Quantec Alurenner mit steifer Columbus Tusk Gabel und 23 mm Reifen bei 8 Bar ausreichend komfortabel bekommen, indem ich einen sehr flexiblen Alulenker (Syntace Racelite 7075 26 mm) verbaut habe und zurück zu den dünneren Speichen am VR *1 bin. Man hätte auch noch einen leichteren Vorbau verwenden können, das wäre aber stark auf die Kosten der Lenkpräzision gegangen.


Die Entscheidung liegt letzendlich bei dir. Das richtige Rad zusammenzustellen ist oft ein langwieriger und kostspieliger Prozess.

Grüße
Andreas


*1

Bei sehr geringen Speichenzahlen müssen es jedoch dickere Speichen verwendet werden, damit das Laufrad ausreichend steif wird. Letzendlich zählt aus meiner Erfahrung der Gesamtdurchmesser aller Speichen.