Posted by: iassu
Re: Überlegungen zur Oberrohrlänge div. Hersteller - 02/10/11 10:44 PM
In Antwort auf: skämt åsido !
Man kann also - bei einem kurzen Oberrohr - durch einen langen Vorbau Einiges "wieder gut machen"?
Nein. Man muß die Oberrohrlänge, den Vorbau und das Steuerrohr als einen Komplex sehen. Die Stellung des Oberkörpers: sein absoluter Winkel und sein relativer Winkel zum Becken und den Beinen ist das Entscheidende fürs Fahrgefühl. Dazu kommt aber ein weiterer wichtiger Punkt: bei gleicher Oberkörperlage macht es viel Unterschied, ob die Arme vor ihm oder unter ihm sind. Ein geeignetes Rahmenkonfigurationsverfahren würde zuerst dem Kandidaten klar machen, wie seine gewünschte Oberkörperhaltung wäre (sie bedingt u.A. die Kopfhaltung), dies dann durch Auflegen der Brust auf einer Art Stütze fixieren und danach die gewünschte Stellung der Arme herausfinden.
So kann man aufrecht oder flach gehalten sein, aber gleichzeitig gestützt oder gestreckt. Ein typischer RR Fahrer in Unterlenkerhaltung hat eine flache Oberkörperhaltung und die Arme eher unter sich, ein Hollandradfahrer hat eine steile Oberkörperlage und ebenfalls eher herabhängende Arme. Frühere MTB Geometrien verlangten dagegen flache bis mittelsteile Oberkörperlagen bei teilweise extrem vorgestreckten Armen.
Was einem nun angenehm, effizient, wünschenswert oder was auch immer ist, muß man leider selber herausfinden. Ich bevorzuge eine aufrechte Oberkörperlage bei allerdings trotzdem vorgestreckten Armen, weil ich erstens nicht mehr den Kopf nach hinten abwinkeln will wie auf dem RR und andererseits am Lenker ziehen können will. Das bedingt dann (bei Gesamt-/Beinlänge 186/88) ein langes Oberrohr (640) und ein langes Steuerrohr(180) und einen etwas längeren Vorbau in mittlerem Winkel (120/15°).
Das Oberrohr beeinflußt nebenbei auch mittelbar (über nur begrenzt variierbare Parameter wie Lenkwinkel usw. den Radstand und damit die Fußfreiheit, das stimmt schon.