Re: Radreise Neuseeland/Australien - Radberatung

Posted by: Anonymous

Re: Radreise Neuseeland/Australien - Radberatung - 05/07/10 01:36 PM

In Antwort auf: HvS
Klar geht es ohne Filter, für mich auf einfachstem Weg indem ich genug Wasser kaufe, was oft möglich ist.
Man braucht auch keine Jodexperimente machen, es gibt sogar schon Chlortropfen mit Silberionen oder Tabletten zur Wasserentkeimung, aber das tolle am Filter ist, das nach der Filterung alle gefährlichen Keime 100%ig draußen sind, aber man nicht irgendwelche Wirkstoffe mit-schlucken muß.


Ich schätze mal, hier wird etwas aneinander vorbeigeredet.

Vorteil von Wasserfiltern (bspw. Katadyn):
- je nach Größe recht hohe Leistung in kurzer Zeit,
- recht kompakt, gut zu warten,
- gut für tägliche Nutzung,
- gut für "alle Fälle" dabeizuhaben,

Nachteil:
- recht hoher Anschaffungspreis - und Ersatzteilpreis,
- bei nur gelegentlicher Nutzung unbedingt sorgfältige Reinigung/Wartung,

Vorteil Chemikalien (bspw. Micropur forte)
- mäßiger Anschaffungspreis,
- kleines Packmaß - gut zur Notfallagerung, -mitnahme, -benutzung,

Nachteil:
- nicht zur dauerhaften Benutzung empfohlen,
- relativ hohe Einwirkzeit nötig,

Vorteil Selbstbaufilter:
- sehr preiswert,
- im Notfall relativ einfach selbst herzustellen,

Nachteil:
- zwar recht einfach zu bauen, trotzdem müssen Aufbau (und Wirkungsweise) bekannt sein,
- rechtzeitiger "Neuaufbau" muß erfolgen, bevor der Filter selbst zur "Keimzone" wird,


Ich denke, je nach Einsatzzweck hat jedes System seine Berechtigung.
Wer geplant langfristiger in Gegenden unterwegs ist, wo mit sauberem Trinkwasser eher nicht zu rechnen ist, ist m.E. recht gut mit "Katadynfiltern" bedient.
Wer damit rechnen muß, evtl. mal nicht genug sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu haben, ist mit chem. Hilfsmitteln durchaus gut beraten.
Wer zwar mit ausreichend sauberem Trinkwasser gerechnet hat, dieses aber nicht zur Verfügung steht, sowie keine der o.g. Möglichkeit hat sein Trinkwasser zu reinigen, dem ist es mit Selbstbaufilter durchaus möglich, brauchbare Ergebnisse zu erzielen.

Gerade in Katastrophengebieten, in denen die Trinkwasserversorgung vorübergehend zusammengebrochen ist, wäre vielen Betroffenen mit Selbstbaufiltern durchaus geholfen.
(Erdbeben, Hochwasser ...)
(Und dabei berücksichtige ich noch nicht einmal die tägliche unzureichende Trinkwasserversorgung eines nicht unerheblichen Anteils der Weltbevölkerung.)

Welches Verfahren ein "Weltreisender" nun für sich bevorzugt, wird wohl nach Einsatzzweck, persönlicher Vorliebe und Geldbeutel entschieden werden können.

Gruß
Micha