Re: Von Kette auf Nabe wechseln

Posted by: hans-albert

Re: Von Kette auf Nabe wechseln - 06/25/08 07:09 AM

Hallo,

my 2 ct...

Bei manchen Naben kann es im Winter, wenn die Schmierung zäh ist, gut passieren, das beim Rückwärtstreten (Ampel usw.) die Kette abspringt. Das übrigens vor allem dann, wenn ein Kettenspanner verwedet wird, der viele Zähne Kapazität hat. Denn die Nabe hat ggf. mehr Widerstand als die Feder des Spanners, und es entsteht dann oben ein viel zu großer Durchhang.

Von solchen Fällen abgesehen ist eine richtig eingestellte Kette per se "sorglos", eine mit großem Durchhang eher gefährdet. Aus technischer Sicht ist die Spannvorrichtung angebracht.

Bei den verschiebbaren Ausfallenden wird immer wieder vorgebracht, dass nach dem Einstellen der Kette die Felgenbremse neu zu justiere wäre oder hinterher die Scheibe schleift. Aus mancherlei guten Gründen sind die verschiebbaren Ausfallenden trotzdem sehr erfolgreich auf dem Markt.

Bei Felgenbremsen gilt im Allgemeinen das selbe wie bei horizontalen Ausfallenden. Die Verstellrichtung ist ausreichend senkrecht zum Angriffspunkt der Felgenbremse. Wenn die Bremse korrekt eingestellt ist, muss über die Lebensdauer der Kette nichts geändert werden. Zumindest bei 26 und 28 Zoll Rädern.

Bei Scheibenbremsen muss das Rad ordentlich justiert sein, dann wird die Bremse eingebaut und justiert, erforderlichen Falls die Aufnahme gefräst. Ab dann muss darauf geachtet werden, dass beim Verschieben rechts und links gleichmäßig vorgegangen wird. Das bedeutet, dass erstens das Hinterrad nicht gelockert wird, die vier Klemmschrauben nur gelöst, nicht herausgedreht, und dass die rechte Seite auf Kettenspannung justiert wird und die linke darauf, dass das Rad zur waagerechten Hinterbaustrebe (Kettenstrebe und Ihr Gegenstück) genau so mittig bzw. unmittig steht wie vorher. Wer einen Achter drin hat, achte(r)t darauf, dass das Ventil sich an der Kettenstrebe befindet oder zentriert das Rad vorher. Zumindest am Rad meiner Frau hatte ich bisher keinerlei Probleme, aber auch erst zweimal nachgespannt. Meine eigenes Rad mit verstellbarem Ausfallende und Disc hat eine Kettenschaltung.

Alternative Kettenspanner sind die von Falk erwähnten, die am Ritzel die Kette nach oben drücken. Optisch sehr schön, klein, leicht, usw. Aber auch eine Downhill-Kettenführung für das Kettenblat kann diesen Job übernehmen.

Ich habe am alten Tandemrahmen mit den horizontalen Ausfallern einen extra Kettenspanner gebastelt (wie beim Moped, fein einstellbare Radstellung), aber keine Scheibenbremse, und am Solo den Rohloff-Kettenspanner und vorne ein Doppelkettenblatt. Das ist nämlich der Vorteil, den man mit Kettenspanner nutzen kann, wenn man ihn eh schon montiert hat. Das zweite Kettenblatt erlaubt bei Bedarf, der Nabenschaltung noch Zwischengänge zu entlocken. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Jeder nach seiner Façon.

Grüße
'hans-albert'