Re: Tacho kurios

Posted by: Falk

Re: Tacho kurios - 03/01/08 08:48 AM

Zitat:
Das hat eine Frequenz von 16 2/3 Hz, wenn ich mich recht erinnere. Das entspricht etwa einer Wellenlänge von lambda = 21cm.

Naja, leicht verrechnet. Eine Wellenlänge von 21cm (=Zentimeterwellen) gibt es bei einer Frequenz im unteren Gigahertzbereich. In diesem Bereich sollte man sich wirklich Gedanken über Gesundheitsschäden oder über die Fortpflanzungsfähigkeit machen. Dank nur an die Radaropfer vom Militär, bei denen der deutsche Staat mal wieder die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz demonstriert. Wenn man bei der Netz- oder Bahnfrequenz überhaupt von Wellenlänge sprechen kann, dann liegt die im Bereich von etlichen tausend Kilometern. Immerhin, ein Faktor der Gleichung ist die Lichtgeschwindigkeit. Niederfrequente Wechselfelder haben sich noch nicht als förderlich für Geschwulsterkrankungen erwiesen, weder Eisenbahnpersonal noch Anwohner an elektisch betriebenen Bahnen weisen erkennbar höhere Krebsraten auf. Weil Elektrosmog immer mal wieder ein Thema ausgerechnet beim elektrischen Bahnbetrieb in Deutschland ist, habe ich eher den Eindruck, dass dahinter Interessen derer stehen, die ihr Geld mit dem motorisierten Individualverkehr und chemischen Treibstoffen verdienen (wobei die nicht gerade gesundheitsfördernde Wirkung dieses Betriebes nun wirklich nicht mehr strittig ist).
Die stärker gewordenen Störfelder bei der Eisenbahn, übrigens auch bei Gleichstrombahnen, kommen von den verlustarmen Antriebsregelungen. Bei der klassischen Widerstandssteuerung oder Stufenschaltung über trafoabgriffe und selbstregelnden Reihenschlussmotoren entstehen im Gegenatz zu Thyristor- und Drehstromsteuerungen mit Umrichtern (wegen der gepulsten und dazu auch noch diskontinuierlichen Stromabnahme aus dem Fahrleitungsnetz) kaum Überlagerungen von höheren Frequenzen. Diese liegen aber auch bei neuzeitlichen Steuerungen noch immer in Größenordnungen unter gesundheitsschädlichen Hochfrequenzen, die zahlreichen Induktivitäten, beispielsweise in Transformatoren, wirken zusätzlich sperrend oder zumindest dämpfend. Ein gutes Beispiel sind die orgelnden Taurusse (die Simens-Maffei-Maschinen mit den markanten runden Schnauzen, 1016/1116/1216 in Österreich, 182 in Deutschland, 1047 in Ungarn und 541 in Slowenien). Die entstehenden Schwingungen liegen im Tonfrequenzbereich, in der zu hörenden Tonleiter beim Anfahren ist ein ganz markanter falscher Ton.
Die Gesundheitsgefahren des elektrischen Eisenbahnbetriebes liegen eher in der unmittelbaren Wirkung der Elektrizität auf biologische Systeme, z.B. bei dem Versuch, aus Fahr-, Rück- und Schutzleitungskupfer Bargeld zu machen, oder in rein mechanischen Wirkungen - z.B. nach Körperkontakt mit einer schnellfahrenden Lokomotive.
Ich kann deutlich mehr empfehlen, sich von stark befahrenen Straßen fernzuhalten. Das Gefahrenpotential ist um mehrere Zehnerpotenzen größer.

Falk, SchwLAbt