Re: Riese & Müller

Posted by: Flo

Re: Riese & Müller - 05/09/07 07:44 AM

In Antwort auf: Doc Reynolds

Wer sich ein bisschen auskennt, wie man Kräfte in Bleche einleitet und Kraftspitzen vermeidet, der kann über dieses Ingenieurkunstwerk nur staunen.
Und auch darüber wieviel Verstärkungen und Knebelbleche nachträglich über die Jahre bei fast allen Modellen von Riese und Müller eingeschweißt wurden.
Stellt sich die Frage, ob der Kauf einer brandneuen Entwicklung wie dem Continental bedeutet, daß man sich quasi als Testpilot zur verfügung stellt.


Ich will hier R&M sicher nicht verteidigen, aber das Intercontinental ist ja quasi das Nachfogemodell der schweren Reiseversionen des Delite. Im Prinzip ist es ja auch keine komplette Neukonstruktion, sondern "nur" eine Weiterentwicklung. Von daher würde ich mal davon ausgehen, daß man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben sollte und diese bereits im neuen Modell ausgemerzt sind.
Mit dem Versagen von Bauteilen ist das immer so eine Sache. Lies z.B. mal die ganzen Threads zu Rädern für "Schwere" durch. Immer wieder liest Du da auch: Ach was, nimm ein normales Rad, da ist ja Sicherheit eingerechnet, das hält schon. Andere bauen an einen Rennradrahmen, der gar nicht dafür gedacht ist, Gepäckträger und Lowrider an, dritte bekommen gerade noch einen Mountainbikereifen durch ihren Tiefeinsteiger und nutzen das Rad dann als Geländeradl. Als Konstrukteur fangst Du zwangsläufig an, irgendwann so einen Mißbrauch in Deiner Konstruktion abzusichern.
Teilweise kommen also die Verstärkungen sicher auch aus dieser Geschichte heraus. Teilweise war aber bei der Basisentwicklung vermutlich noch nicht alles perfekt.
Ich möchte aber nicht jedes Blecherl und Gusset das dazukam mit einem echten Problem in der Konstruktion begründet sehen, sondern teilweise findet da sicher auch eine gewisse Absicherung statt.