Posted by: Hans
Re: Rohloff gegen den Rest der Welt - 01/16/03 06:47 AM
Moin,
@ Sladdi:
Und was aendert das? Es ist in diesem Falle egal, ob Du von der Geschwindigkeit "NULL" oder von einer anderen Geschwindigkeit beschleunigen willst ...
Dein Fahrrad steht an einer Ampel, Du willst anfahren und trittst voll in die Pedale. Bevor sich das Fahrrad in Bewegung gesetzt hat moechtest Du den Gang wechseln....
Dabei trittst Du mit Deiner Kraft aufs Pedal, die Kraft wird um den Hebelweg der Kurbellaenge verstaerkt, die Kette wird vom Kettenrad gezogen und uebt entsprechend der Primaeruebersetzung verstaerkt Zug auf das Ritzel aus, ...
Daraus resultiert, dass die Flaechenpressung zwischen den Zahnradzaehnen (in der Nabe) riesengross ist.
Wenn es sich um eine Nabe mit einer Feder in der Betaetigungseinrichtung handelt hast Du Glueck. Du wirst dann beim Gangwechsel den Wahlschalter betaetigen und "nur" diese Feder spannen. Sobald der Druck auf das Pedal nachlaesst wird der Druck der vorgespannten Feder den Druck der Flaechenpressung uebersteigen und sich die Zahnraeder verschieben. Mit einem hoerbaren "Klack" rastet der vorgewaehlte Gang ein.
Wenn keine Feder vorhanden ist wirst Du beim betaetigen des Wahlschalters auf Widerstand stossen und entweder den Wahlschalter nicht betaetigen koennen
oder
irgendetwas am oder im Betaetigungsmechanismus zerstoeren. Wenn Du Glueck hast wird nur das Schaltseil reissen.
Du siehst: Es ist besser die Gaenge in einer Nabenschaltung nicht unter Last zu wechseln.
Damit der Mathematik-Unterricht nicht leidet hier die dazu gehoerige Uebungsaufgabe (abgeschrieben bei Winkler/Rauch :Fahrradtechnik, Bielefelder Verlagsanstalt)
Koerpergeicht 75kg, Tretkraft demnach 750 N (bei trainierten Radlern 1500 N )
Bei Tretkurbellaeng 170mm wird daraus 1500 N x (mal) 17cm = 25500cmN
Daraus wird bei Kettenblatt 46 Zaehne und Ritzel 19 Zaehne
25500cmN x 19/46 x 0,95 (Kettenwirkungsgrad) = 10006cmN
Werden 3 Planetenraeder verwendet und nimmt man vereinfachend an, dass alle Zaehne gleichmaessig tragen (was nicht moeglich ist) resultiert daraus eine Belastung von 1282 N pro Zahn.
Die Berechnungen basieren auf der Torpedo Dreigangnabe, bei kombinierten Naben mit 5, 7, 12 oder 14 Gaengen kommen zusaetzliche Untersetzungen hinzu.
Wer schon einmal das Innenleben einer Schaltungsnabe gesehen hat kann sich mit etwas Phantasie vorstellen was die kleinen Zaehne wegstecken und aus was fuer einem Material die gefertigt sein muessen. Die tatsaechliche persoenliche Tretkraft kann leicht mit einer Personenenwaage nachgemessen werden: Auf einen Stuhl setzen, mit einem Fuss drauftreten (nach Moeglichkeit an Treppengelaender oder aehnlichem festhalten um den Gegenzug am Lenker zu simulieren) und von Helfer Wert notieren lassen. Viel Erfolg beim Experimentieren.
Venlig hilsen
Hans
@ Sladdi:
Und was aendert das? Es ist in diesem Falle egal, ob Du von der Geschwindigkeit "NULL" oder von einer anderen Geschwindigkeit beschleunigen willst ...
Dein Fahrrad steht an einer Ampel, Du willst anfahren und trittst voll in die Pedale. Bevor sich das Fahrrad in Bewegung gesetzt hat moechtest Du den Gang wechseln....
Dabei trittst Du mit Deiner Kraft aufs Pedal, die Kraft wird um den Hebelweg der Kurbellaenge verstaerkt, die Kette wird vom Kettenrad gezogen und uebt entsprechend der Primaeruebersetzung verstaerkt Zug auf das Ritzel aus, ...
Daraus resultiert, dass die Flaechenpressung zwischen den Zahnradzaehnen (in der Nabe) riesengross ist.
Wenn es sich um eine Nabe mit einer Feder in der Betaetigungseinrichtung handelt hast Du Glueck. Du wirst dann beim Gangwechsel den Wahlschalter betaetigen und "nur" diese Feder spannen. Sobald der Druck auf das Pedal nachlaesst wird der Druck der vorgespannten Feder den Druck der Flaechenpressung uebersteigen und sich die Zahnraeder verschieben. Mit einem hoerbaren "Klack" rastet der vorgewaehlte Gang ein.
Wenn keine Feder vorhanden ist wirst Du beim betaetigen des Wahlschalters auf Widerstand stossen und entweder den Wahlschalter nicht betaetigen koennen
oder
irgendetwas am oder im Betaetigungsmechanismus zerstoeren. Wenn Du Glueck hast wird nur das Schaltseil reissen.
Du siehst: Es ist besser die Gaenge in einer Nabenschaltung nicht unter Last zu wechseln.
Damit der Mathematik-Unterricht nicht leidet hier die dazu gehoerige Uebungsaufgabe (abgeschrieben bei Winkler/Rauch :Fahrradtechnik, Bielefelder Verlagsanstalt)
Koerpergeicht 75kg, Tretkraft demnach 750 N (bei trainierten Radlern 1500 N )
Bei Tretkurbellaeng 170mm wird daraus 1500 N x (mal) 17cm = 25500cmN
Daraus wird bei Kettenblatt 46 Zaehne und Ritzel 19 Zaehne
25500cmN x 19/46 x 0,95 (Kettenwirkungsgrad) = 10006cmN
Werden 3 Planetenraeder verwendet und nimmt man vereinfachend an, dass alle Zaehne gleichmaessig tragen (was nicht moeglich ist) resultiert daraus eine Belastung von 1282 N pro Zahn.
Die Berechnungen basieren auf der Torpedo Dreigangnabe, bei kombinierten Naben mit 5, 7, 12 oder 14 Gaengen kommen zusaetzliche Untersetzungen hinzu.
Wer schon einmal das Innenleben einer Schaltungsnabe gesehen hat kann sich mit etwas Phantasie vorstellen was die kleinen Zaehne wegstecken und aus was fuer einem Material die gefertigt sein muessen. Die tatsaechliche persoenliche Tretkraft kann leicht mit einer Personenenwaage nachgemessen werden: Auf einen Stuhl setzen, mit einem Fuss drauftreten (nach Moeglichkeit an Treppengelaender oder aehnlichem festhalten um den Gegenzug am Lenker zu simulieren) und von Helfer Wert notieren lassen. Viel Erfolg beim Experimentieren.
Venlig hilsen
Hans