Posted by: Anonymous
Re: Reiserad - Absolution erbeten - 01/02/03 01:05 AM
Hallo Windfänger,
mein Guru in Sachen Fahrradtechnik ist zu finden unter smolik.de
Seine Aussage deckt sich insoweit mit Deiner Aussage, indem auch er die verschiedenen Dickend-Speichen als "dauerhafter, leichter und elastischer" einstuft.
Allerdings können diese Vorteile der Komponente Speiche ins Gesamtsystem Fahrrad nur dann voll integriert werden, wenn auch die Eigenschaften der Mitkomponenten (Felgen, Naben usw.) und die Art der vorwiegenden Radnutzung (Lastenrad und/oder sportliches Fahren im Wiegetritt usw.) mit berücksichtigt werden.
Mit anderen Worten: Für den Käufer eines Laufrades ist es von größerer Bedeutung, weniger auf die Art der Speichen zu achten, sich dafür aber mehr für das handwerkliche Geschick und den theoretischen Wissensstand des Einspeichers zu interessieren.
Speichenausführungen
Neben den Glattspeichen gelten noch folgende andere Speichensorten als Standard:
1. Dickend-Speichen: Speichen, deren Durchmesser partiell verdünnt ist. Da der Speichenbogen die bruchgefährdete Stelle der Speiche ist, macht es Sinn, Speichen hier dicker auszuführen als im Mittelteil. Diese sog. "Dickend-Speichen" werden in drei Ausführungen angeboten und sind nicht nur dauerhaltbarer als gewöhnliche Speichen, sondern auch leichter und elastischer:
1-D-Speichen: Eindickendspeichen, deren Bogenbereich dicker ausgeführt wird, also beispielsweise der Bogen mit 2,3 mm Durchmesser und die restlichen Speichen mit 2 mm Durchmesser. Kurzbezeichnug: 2,3/2 mm oder entsprechend 2/1,8 mm
DD-Speichen: Doppeldickendspeichen, deren Bogen- und Gewindebereich dicker ausgeführt werden, also beispielsweise Bogen und Gewinde mit 2 mm Durchmesser, der Mittelteil auf 1,8 mm oder gar 1,6 mm ausgedünnt ist. Kurzbezeichnung: 2/1,8/2 mm oder entsprechend 1,8/1,6/1,8 mm.
3-D-Speichen: Doppeldickendspeichen mit verschieden dicken Enden: Im Bogen 2,3 mm, Speichenmitte 1,8 mm, Gewindeteil 2 mm. Kurzbezeichnung: 2,3/1,8/2mm.
Das Ausdünnen des Speichenmittelteiles erfolgt im übrigen entweder durch Auswalzen der Speichen mit zwei um jeweils 60 versetzten Walzen-Drilligen, wie es beispielsweise vom deutschen Speichenhersteller Prym praktiziert wurde oder durch eine Rundhämmer-Maschine wie es beim schweizer Speichenhersteller DT-Swiss üblich ist.
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Tips und Tricks:
- Schwerere und damit steifere Felgen oder noch besser Tropfenfelgen reduzieren deutlich die Speichenbruchrate.
- Leichte Felgen sollten stets mit leichten, sprich 1,8 DD-Speichen eingespeicht werden, um die Schwellasten für die Speichen möglichst gering zu halten.
- Erhöhte Speichenspannung hält ebenfalls die Schwellast für die Speichen gering und verlängert damit die Speichen-Lebensdauer. Aber Vorsicht beiLeichtfelgen: Hohe Speichenspannung kann zum Kollaps der Felgen führen.
- Regelmäßiger Speichenaustausch (Hinterrad 5000 km; Vorderrad alle 15.000 km) sichert vor überraschenden Speichenbrüchen.
- In Problemfällen 3-D-Speichen einsetzen (hierzu ist es gegebenenfalls notwendig die Speichenbohrungen im Nabenflansch auf 2,5 mm aufzubohren.
- Bei häufigen Defekten z.B. aufgrund hohen Fahrer- oder Gepäckgewichts Laufräder mit höherer Speichenzahl verwenden (40 und 48 Speichen sindbei speziellen Tandemnaben und -felgen möglich statt der üblichen 36; die Teile sind allerdings schwer beziehbar).
- Dünne Nabenflansche (unter 3,2 mm Dicke) führen häufig zum Speichenbruch, daher Probe machen: Die eingefädelte Speiche sollte unter ca. 6 Grad schräg vom Nabenflansch abstehen. Sollte sie steiler stehen, ist der Speichenbogen zu weit oder der Nabenflansch zu schmal. Dann andere Speichensorte verwenden, oder kleine M-3-Unterlegscheibchen zwischen Speichenkopf und Flansch einbringen.
- Versuchen, möglichst elastisch auf dem Fahrrad zu sitzen, Schlaglöcher also nicht "ausreiten", sondern aus dem Sattel gehen und ausfedern.
- Zugunsten einer längeren Lebensdauer der Speichen sollte auf 8- oder gar 9-fach-Zahnkränze verzichten. Wer sich bei gleicher Achsbreite mit 6-7 Ritzeln begnügt kann das Hinterrad symmetrischer eingespeichen. Das Hinterrad wird dadurch auch seitensteifer - die Zahnkranzspeichen werden weniger belastet.
- So erreichen Sie die größtmögliche Speichensymmetrie des Hinterrades: Kontrollieren Sie den Abstand der Kette zum Ausfallende. Bei aufliegender Kette genügen 2 mm Abstand, damit die Kette noch berührungsfrei klettern kann. Den in der Regel größerem Abstand durch Weglassen von Beilagscheiben auf der Achse/Verwendung einer schmaleren Kontermutter auf 2 mm verkürzen. Den hier eingesparten Abstand auf deranderen Achsseite der Nabe beilegen.
- Die Verwendung einer asymmetrischen Hinterradfelge senkt das Speichenbruchrisiko deutlich und erhöht die Seitensteifigkeit des Hinterrades um rund 30%.
Dies alles ist hier nachzulesen.
mein Guru in Sachen Fahrradtechnik ist zu finden unter smolik.de
Seine Aussage deckt sich insoweit mit Deiner Aussage, indem auch er die verschiedenen Dickend-Speichen als "dauerhafter, leichter und elastischer" einstuft.
Allerdings können diese Vorteile der Komponente Speiche ins Gesamtsystem Fahrrad nur dann voll integriert werden, wenn auch die Eigenschaften der Mitkomponenten (Felgen, Naben usw.) und die Art der vorwiegenden Radnutzung (Lastenrad und/oder sportliches Fahren im Wiegetritt usw.) mit berücksichtigt werden.
Mit anderen Worten: Für den Käufer eines Laufrades ist es von größerer Bedeutung, weniger auf die Art der Speichen zu achten, sich dafür aber mehr für das handwerkliche Geschick und den theoretischen Wissensstand des Einspeichers zu interessieren.
Speichenausführungen
Neben den Glattspeichen gelten noch folgende andere Speichensorten als Standard:
1. Dickend-Speichen: Speichen, deren Durchmesser partiell verdünnt ist. Da der Speichenbogen die bruchgefährdete Stelle der Speiche ist, macht es Sinn, Speichen hier dicker auszuführen als im Mittelteil. Diese sog. "Dickend-Speichen" werden in drei Ausführungen angeboten und sind nicht nur dauerhaltbarer als gewöhnliche Speichen, sondern auch leichter und elastischer:
1-D-Speichen: Eindickendspeichen, deren Bogenbereich dicker ausgeführt wird, also beispielsweise der Bogen mit 2,3 mm Durchmesser und die restlichen Speichen mit 2 mm Durchmesser. Kurzbezeichnug: 2,3/2 mm oder entsprechend 2/1,8 mm
DD-Speichen: Doppeldickendspeichen, deren Bogen- und Gewindebereich dicker ausgeführt werden, also beispielsweise Bogen und Gewinde mit 2 mm Durchmesser, der Mittelteil auf 1,8 mm oder gar 1,6 mm ausgedünnt ist. Kurzbezeichnung: 2/1,8/2 mm oder entsprechend 1,8/1,6/1,8 mm.
3-D-Speichen: Doppeldickendspeichen mit verschieden dicken Enden: Im Bogen 2,3 mm, Speichenmitte 1,8 mm, Gewindeteil 2 mm. Kurzbezeichnung: 2,3/1,8/2mm.
Das Ausdünnen des Speichenmittelteiles erfolgt im übrigen entweder durch Auswalzen der Speichen mit zwei um jeweils 60 versetzten Walzen-Drilligen, wie es beispielsweise vom deutschen Speichenhersteller Prym praktiziert wurde oder durch eine Rundhämmer-Maschine wie es beim schweizer Speichenhersteller DT-Swiss üblich ist.
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Tips und Tricks:
- Schwerere und damit steifere Felgen oder noch besser Tropfenfelgen reduzieren deutlich die Speichenbruchrate.
- Leichte Felgen sollten stets mit leichten, sprich 1,8 DD-Speichen eingespeicht werden, um die Schwellasten für die Speichen möglichst gering zu halten.
- Erhöhte Speichenspannung hält ebenfalls die Schwellast für die Speichen gering und verlängert damit die Speichen-Lebensdauer. Aber Vorsicht beiLeichtfelgen: Hohe Speichenspannung kann zum Kollaps der Felgen führen.
- Regelmäßiger Speichenaustausch (Hinterrad 5000 km; Vorderrad alle 15.000 km) sichert vor überraschenden Speichenbrüchen.
- In Problemfällen 3-D-Speichen einsetzen (hierzu ist es gegebenenfalls notwendig die Speichenbohrungen im Nabenflansch auf 2,5 mm aufzubohren.
- Bei häufigen Defekten z.B. aufgrund hohen Fahrer- oder Gepäckgewichts Laufräder mit höherer Speichenzahl verwenden (40 und 48 Speichen sindbei speziellen Tandemnaben und -felgen möglich statt der üblichen 36; die Teile sind allerdings schwer beziehbar).
- Dünne Nabenflansche (unter 3,2 mm Dicke) führen häufig zum Speichenbruch, daher Probe machen: Die eingefädelte Speiche sollte unter ca. 6 Grad schräg vom Nabenflansch abstehen. Sollte sie steiler stehen, ist der Speichenbogen zu weit oder der Nabenflansch zu schmal. Dann andere Speichensorte verwenden, oder kleine M-3-Unterlegscheibchen zwischen Speichenkopf und Flansch einbringen.
- Versuchen, möglichst elastisch auf dem Fahrrad zu sitzen, Schlaglöcher also nicht "ausreiten", sondern aus dem Sattel gehen und ausfedern.
- Zugunsten einer längeren Lebensdauer der Speichen sollte auf 8- oder gar 9-fach-Zahnkränze verzichten. Wer sich bei gleicher Achsbreite mit 6-7 Ritzeln begnügt kann das Hinterrad symmetrischer eingespeichen. Das Hinterrad wird dadurch auch seitensteifer - die Zahnkranzspeichen werden weniger belastet.
- So erreichen Sie die größtmögliche Speichensymmetrie des Hinterrades: Kontrollieren Sie den Abstand der Kette zum Ausfallende. Bei aufliegender Kette genügen 2 mm Abstand, damit die Kette noch berührungsfrei klettern kann. Den in der Regel größerem Abstand durch Weglassen von Beilagscheiben auf der Achse/Verwendung einer schmaleren Kontermutter auf 2 mm verkürzen. Den hier eingesparten Abstand auf deranderen Achsseite der Nabe beilegen.
- Die Verwendung einer asymmetrischen Hinterradfelge senkt das Speichenbruchrisiko deutlich und erhöht die Seitensteifigkeit des Hinterrades um rund 30%.
Dies alles ist hier nachzulesen.