Re: Glaubensfrage zum Gewicht eines Fahrrades

Posted by: DerBildRiese

Re: Glaubensfrage zum Gewicht eines Fahrrades - 09/22/06 09:30 PM

Also nochmal, da offensichtlich niemand versteht, was ich sage. Vielleicht kann ich mich anders ausdrücken.

Der Effekt, das die rotierende Masse der Laufräder mehr Energie bei der Beschleunigung aufnimmt, ist mir bekannt.
Für den Idealfall, daß sie sich am äußeren Umfang befindet, gilt hier schlicht der Faktor zwei. Wenn man die Feinheiten außer Betracht lässt, haben die Felgen, Reifen und Schläuche in Bewegung den doppelten Energiegehalt (es ist also doppelt soviel Energie vom Fahrer reingesteckt worden, wie in die gleiche Masse an anderer Stelle am Rad). Daher meine Analogie von dreihundert Gramm an den äußeren Laufrädern zu gut einem halben Liter in der Flasche.
Wenn nun jemand meint, er könne 300g an den Laufrädern erspüren (und solche Aussagen findet man andauernd in den Radforen, hier eher weniger als anderswo), so bezweifle ich das. Dieser müsste dann auch das Äquivalent in Form der vollen oder leeren Wasserflasche erspüren können. Das klingt schon eher unwahrscheinlich.
Ich behaupte einfach, diesen Unterschied, der bei einem Systemgewicht von ca. 90kg (ist ja eher niedrig angenommen, das durchschnittliche Reisegewicht wurde ja erst kürzlich hier mit 130kg gemessen) doch immerhin sechseinhalb Promille beträgt, erspürt hier keiner, wenn er nicht weiß, ob die Flasche voll oder leer ist.
Weiß man um den Zustand der Flasche bescheid, so kann man es auch deutlich spüren. Das nenne ich Suggestion oder Placeboeffekt.

Natürlich beschleunigt das leichtere Rad bei gleichem Leistungsinput stärker als das schwerere. Und zwar genau im Verhälntnis der Massen. Und das unter Berücksichtigung der doppelten Trägheigt der außen am Laufrad befindlichen Massen.
Nicht mehr und nicht weniger.

Und wo bleibt diese Energie? Wenn Sie nicht weggebremst wird, steht sie uneingeschränkt und verlustfrei dem Vorankommen des Fahrers zur Verfügung. Sie ist nicht verloren. Das gilt nicht für reinen Stop and go Verkehr. Und nur hierfür ist das Laufradgewicht von größerer Bedeutung.

Ich möchte eigentlich nur, daß in dieser Gewicht-am-besten-am-Laufrad-sparen-Geschichte die Kirche etwas im Dorf gelassen wird.


Zum Abschluss nochmal die Frage:

Gibt es hier jemanden, der an seinem eigenen Rad nur am Beschleunigungsverhalten erkennen kann, ob eine ca. 0,5l Flasche, die im Flaschenhalter steckt, voll oder leer ist?