Posted by: irg
Re: Bitte um Kaufberatung Pendel-/Reiserad - 09/16/19 06:44 AM
Hallo Marcel!
Du hast schon viele Vorschläge bekommen. Ich versuche, einen neuen Blickwinkel ein zu bringen:
Du kannst dich vom Fahrgefühl her nicht für eines der getesteten Räder entscheiden. Versuche daher zu unterscheiden, was dich genau bei welchem stört: Die Sitzposition, der Lenker, das Fahrverhalten, was auch immer. Den Lenker, den Vorbau oder die Griffe kannst du (bzw. dein Radhändler, wenn du es nicht selbst machen willst) sehr einfach und billig selbst tauschen. Vielleicht brauchst du einfach einen etwas stärker geschwungenen Lenker und einen anderen Vorbau wie die, die üblicher weise an Neurädern montiert werden. (Da halten sich die Hersteller an die aktuelle Mode, das hat wenig mit Ergonomie zu tun.) Andere störende Eigenschaften wie ein zu nervöses Fahrverhalten lassen sich meistens auch ändern, brauchen aber weit mehr Erfahrung und Aufwand. Da ist es einfacher, gleich ein Rad zu kaufen, das sich benimmt, wie du es willst. So dürftest du wahrscheinlich die Auswahl recht einfach reduzieren können.
Zu Stahl- versus Alu-Rahmen: Beides hält und ist auch lange stabil, wenn gut und mit ausreichenden Reserven gebaut. Qualitätshersteller verbauen kaum mehr echten Mist.
Am Alltagsrad würde ich zu mindestens bei uns mit einigem Anfall von Streusalz keinen Stahlrahmen im Winter als Alltagsrad verwenden wollen. Meine Frau hatte ein sehr gutes Rahmenset aus Stahl, das trotz sorgfältigem Nachlackieren durch Rost einen vorzeitigen Tod gestorben ist. Als Reise- und Sommerrad hätte sie es sicher heute noch.
Die Frage, ob du dir, vielleicht auch erst in einem zweiten Schritt, ein zweites Rad vorstellen kannst, wäre nicht unwichtig. Es reicht, wenn du keine zwei Räder unterbringen kannst, und die Frage ist geklärt. Auf der anderen Seite ist ein Zweitrad immer ein Vorteil: Wenn das Pendlerrad einmal schlapp macht, oder gerade repariert werden muss, kannst du auf das andere zurück greifen und bleibst mobil.
Meine Frau hatte ursprünglich nur ein Rad, mit dem sie alles machte. Nach einer gewissen Überzeugungsarbeit konnte ich ihr ein zweites, so gut wie baugleiches (sie will keine verschiedenen Räder fahren), aufbauen, das hat sich bewährt. So bleibt sie immer mobil, und ich kann mir beim Reparieren die Zeit lassen, die ich brauche, um gute Arbeit zu leisten.
Mit dem Pendlerrad Touren zu fahren ist kein Problem. Nur Stahl-Gepäcksträger und -Lowrider leiden unter dem Streusalz ziemlich stark. Lästig ist, wie schon vor mir beschrieben, dass du am Pendlerrad Teile viel länger noch fahren kannst, die auf Tour schwächeln und dadurch die Tour vermiesen könnten. Das sorgt für mehr Ärger und höheren Aufwand als der Einsatz von zwei Rädern.
Für beide Räder gilt übrigens: Du kannst die besten und teuersten Teile daran verbauen, nötig ist das nicht. Ich komme gerade von einer Tour mit meinem Schwiegersohn zurück, bei der wir die Räder ordentlich belastet haben. Das eine hat eine XT-Ausstattung, das andere v.a. Deore. Beide haben nicht die geringsten Schwierigkeiten gemacht. Und das eine ist dabei ca. 18 Jahre alt, das andere ca. 16. Eines hat einen Stahlrahmen, das andere einen leichten Alurahmen.
Dabei genügt Alivio ohne Weiteres, um ein stabiles und robustes Rad zu bauen.
Heinz´s Vorschlag, eine ganz andere Art von Rädern zu überlegen, hat viel für sich. Seit ich mein Liegerad habe (gebraucht gekauft und selbst überholt war es vergleichsweise günstig), mag ich meine anderen Räder eigentlich nicht mehr fahren, obwohl sie genau an meine Bedürfnisse angepasst sind.
Was hältst du von der Idee, erst einmal ein Rad für Pendeln und Touren zu kaufen, und später mit den gewonnenen Erfahrungen damit ein zusätzliches Tourenrad ins Auge zu fassen? Auch das wäre eine mögliche Vorgehensweise.
lg!
georg
Du hast schon viele Vorschläge bekommen. Ich versuche, einen neuen Blickwinkel ein zu bringen:
Du kannst dich vom Fahrgefühl her nicht für eines der getesteten Räder entscheiden. Versuche daher zu unterscheiden, was dich genau bei welchem stört: Die Sitzposition, der Lenker, das Fahrverhalten, was auch immer. Den Lenker, den Vorbau oder die Griffe kannst du (bzw. dein Radhändler, wenn du es nicht selbst machen willst) sehr einfach und billig selbst tauschen. Vielleicht brauchst du einfach einen etwas stärker geschwungenen Lenker und einen anderen Vorbau wie die, die üblicher weise an Neurädern montiert werden. (Da halten sich die Hersteller an die aktuelle Mode, das hat wenig mit Ergonomie zu tun.) Andere störende Eigenschaften wie ein zu nervöses Fahrverhalten lassen sich meistens auch ändern, brauchen aber weit mehr Erfahrung und Aufwand. Da ist es einfacher, gleich ein Rad zu kaufen, das sich benimmt, wie du es willst. So dürftest du wahrscheinlich die Auswahl recht einfach reduzieren können.
Zu Stahl- versus Alu-Rahmen: Beides hält und ist auch lange stabil, wenn gut und mit ausreichenden Reserven gebaut. Qualitätshersteller verbauen kaum mehr echten Mist.
Am Alltagsrad würde ich zu mindestens bei uns mit einigem Anfall von Streusalz keinen Stahlrahmen im Winter als Alltagsrad verwenden wollen. Meine Frau hatte ein sehr gutes Rahmenset aus Stahl, das trotz sorgfältigem Nachlackieren durch Rost einen vorzeitigen Tod gestorben ist. Als Reise- und Sommerrad hätte sie es sicher heute noch.
Die Frage, ob du dir, vielleicht auch erst in einem zweiten Schritt, ein zweites Rad vorstellen kannst, wäre nicht unwichtig. Es reicht, wenn du keine zwei Räder unterbringen kannst, und die Frage ist geklärt. Auf der anderen Seite ist ein Zweitrad immer ein Vorteil: Wenn das Pendlerrad einmal schlapp macht, oder gerade repariert werden muss, kannst du auf das andere zurück greifen und bleibst mobil.
Meine Frau hatte ursprünglich nur ein Rad, mit dem sie alles machte. Nach einer gewissen Überzeugungsarbeit konnte ich ihr ein zweites, so gut wie baugleiches (sie will keine verschiedenen Räder fahren), aufbauen, das hat sich bewährt. So bleibt sie immer mobil, und ich kann mir beim Reparieren die Zeit lassen, die ich brauche, um gute Arbeit zu leisten.
Mit dem Pendlerrad Touren zu fahren ist kein Problem. Nur Stahl-Gepäcksträger und -Lowrider leiden unter dem Streusalz ziemlich stark. Lästig ist, wie schon vor mir beschrieben, dass du am Pendlerrad Teile viel länger noch fahren kannst, die auf Tour schwächeln und dadurch die Tour vermiesen könnten. Das sorgt für mehr Ärger und höheren Aufwand als der Einsatz von zwei Rädern.
Für beide Räder gilt übrigens: Du kannst die besten und teuersten Teile daran verbauen, nötig ist das nicht. Ich komme gerade von einer Tour mit meinem Schwiegersohn zurück, bei der wir die Räder ordentlich belastet haben. Das eine hat eine XT-Ausstattung, das andere v.a. Deore. Beide haben nicht die geringsten Schwierigkeiten gemacht. Und das eine ist dabei ca. 18 Jahre alt, das andere ca. 16. Eines hat einen Stahlrahmen, das andere einen leichten Alurahmen.
Dabei genügt Alivio ohne Weiteres, um ein stabiles und robustes Rad zu bauen.
Heinz´s Vorschlag, eine ganz andere Art von Rädern zu überlegen, hat viel für sich. Seit ich mein Liegerad habe (gebraucht gekauft und selbst überholt war es vergleichsweise günstig), mag ich meine anderen Räder eigentlich nicht mehr fahren, obwohl sie genau an meine Bedürfnisse angepasst sind.
Was hältst du von der Idee, erst einmal ein Rad für Pendeln und Touren zu kaufen, und später mit den gewonnenen Erfahrungen damit ein zusätzliches Tourenrad ins Auge zu fassen? Auch das wäre eine mögliche Vorgehensweise.
lg!
georg