Posted by: Standschalter
Re: Bremsen am Stufentandem - 04/10/17 05:05 PM
Moin,
zum Thema BremsENtechnik kann ich etwas beitragen, daher OT und nur von Interesse, falls sich das Hitzeproblem nicht mit der richtigen Bremstechnik in den Griff kriegen lässt.
Du kannst dir mal die Hope-Bremsen ansehen, die innenbelüftete Scheiben haben. Das sind dicke Spezialscheiben, die innen drin Luftschlitze haben. Die können mehr Wärme aufnehmen und abgeben. Ich glaube die "Hope Tech V 4" ist so eine, aber mach da am Besten mal selbst ein bisschen Recherche, kann sein dass Hope die wieder modernisiert hat. Das legt dich allerdings auf die Hope-Bremsen fest, da du diese dicken Scheiben wohl wahrscheinlich nicht in Bremssättel kriegst, die für normale 1,8-2mm dicke herkömmliche Bremsscheiben gemacht sind.
Ansonsten habe ich noch 3 Ideen:
1. eine Rollerbremse adaptieren (von so nem 2Takt - Müffli). Brauchst du aber handwerkliches Geschick oder jemand damit und Zugang zu Metallbearbeitungsmaschinen dafür. Die Bremsscheiben von den Dingern sind vielleicht dick genug, um mit der Wärmemenge nicht überfordert zu sein. Aber: Kraftfahrzeug-Scheibenbremsen schleifen schon mal eher als Fahrradscheibenbremsen, da bei KFZ das Motorgeräusch die Schleiferei oft übertönt und die Motorleistung den Vortriebsverlust durch die minimal schleifende Bremse ausgleichen kann. Will sagen: achtung, KFZ-Scheibenbremsen sind nicht immer tendenziell schleiffrei konzipiert, so wie es Fahrradscheibenbremsen sind.
2. eine Wasserverlustkühlung basteln. Hängste dir ne Flasche mit 1,5l Wasser an den Lenker/irgendwo über die Bremse hin und machst mit so dünnem Aquarienschlauch und einem kleinen Kugelhahn (Baumarkt?) eine Wasserzuleitung zur Bremse. Aber vorsicht: alles auf eigene Gefahr und es hat Nachteile. Die Wasserkühlung muss relativ von Anfang an eingesetzt werden, da sich Bremsscheiben beim "Abschrecken" wenn sie erstmal richtig heiß sind gerne verziehen. Die Bremse wird mehr quietschen als bei trockener Bremserei, halt so wie beim Bremsen auf Regenfahrt. Wenn Wasser alle, dann nix Kühlung.
3. und das sollte am Einfachsten sein: überall Felgenbremsen zusätzlich zu den Scheibenbremsen hin bauen wo es geht. 4 Bremsen sollten deutlich weniger Zeit zum abkühlen brauchen als 2. panta-rhei und derSammy haben das an ihren Tandems so gemacht und ich habe es am Liegerad getan, für laaange Bergabfahrten (oder Bergabfahrten auf Kiesel/staub/holperwegen, wo man langsam runter muss und die Bremsen nicht mit Fahrtwind zu kühlen sind.
Achte auch unbedingt auf die Ableitung des Bremsmoments bei der Gabel vorne bei Einsatz einer Scheibenbremse. Firma Hase setzt da so nen Drehmomentstütze-Aluknochen ein, der die Gabel verstärken soll, die eigentlich nur ne Zulassung für 160mm Scheibendurchmesser hat. Das funktioniert scheinbar soweit, man liest zumindest nicht ständig von gebrochenen Spinner-Gabeln an Pinos. Es gibt auch noch die Meks-Carbongabel für 406er Räder, die ist aus Carbon und für 203mm Bremsscheiben freigegeben. AndreasR hat so eine, allerdings an ner Solo-Liege.
Beste Grüße und viel Erfolg,
Felix
zum Thema BremsENtechnik kann ich etwas beitragen, daher OT und nur von Interesse, falls sich das Hitzeproblem nicht mit der richtigen Bremstechnik in den Griff kriegen lässt.
Du kannst dir mal die Hope-Bremsen ansehen, die innenbelüftete Scheiben haben. Das sind dicke Spezialscheiben, die innen drin Luftschlitze haben. Die können mehr Wärme aufnehmen und abgeben. Ich glaube die "Hope Tech V 4" ist so eine, aber mach da am Besten mal selbst ein bisschen Recherche, kann sein dass Hope die wieder modernisiert hat. Das legt dich allerdings auf die Hope-Bremsen fest, da du diese dicken Scheiben wohl wahrscheinlich nicht in Bremssättel kriegst, die für normale 1,8-2mm dicke herkömmliche Bremsscheiben gemacht sind.
Ansonsten habe ich noch 3 Ideen:
1. eine Rollerbremse adaptieren (von so nem 2Takt - Müffli). Brauchst du aber handwerkliches Geschick oder jemand damit und Zugang zu Metallbearbeitungsmaschinen dafür. Die Bremsscheiben von den Dingern sind vielleicht dick genug, um mit der Wärmemenge nicht überfordert zu sein. Aber: Kraftfahrzeug-Scheibenbremsen schleifen schon mal eher als Fahrradscheibenbremsen, da bei KFZ das Motorgeräusch die Schleiferei oft übertönt und die Motorleistung den Vortriebsverlust durch die minimal schleifende Bremse ausgleichen kann. Will sagen: achtung, KFZ-Scheibenbremsen sind nicht immer tendenziell schleiffrei konzipiert, so wie es Fahrradscheibenbremsen sind.
2. eine Wasserverlustkühlung basteln. Hängste dir ne Flasche mit 1,5l Wasser an den Lenker/irgendwo über die Bremse hin und machst mit so dünnem Aquarienschlauch und einem kleinen Kugelhahn (Baumarkt?) eine Wasserzuleitung zur Bremse. Aber vorsicht: alles auf eigene Gefahr und es hat Nachteile. Die Wasserkühlung muss relativ von Anfang an eingesetzt werden, da sich Bremsscheiben beim "Abschrecken" wenn sie erstmal richtig heiß sind gerne verziehen. Die Bremse wird mehr quietschen als bei trockener Bremserei, halt so wie beim Bremsen auf Regenfahrt. Wenn Wasser alle, dann nix Kühlung.
3. und das sollte am Einfachsten sein: überall Felgenbremsen zusätzlich zu den Scheibenbremsen hin bauen wo es geht. 4 Bremsen sollten deutlich weniger Zeit zum abkühlen brauchen als 2. panta-rhei und derSammy haben das an ihren Tandems so gemacht und ich habe es am Liegerad getan, für laaange Bergabfahrten (oder Bergabfahrten auf Kiesel/staub/holperwegen, wo man langsam runter muss und die Bremsen nicht mit Fahrtwind zu kühlen sind.
Achte auch unbedingt auf die Ableitung des Bremsmoments bei der Gabel vorne bei Einsatz einer Scheibenbremse. Firma Hase setzt da so nen Drehmomentstütze-Aluknochen ein, der die Gabel verstärken soll, die eigentlich nur ne Zulassung für 160mm Scheibendurchmesser hat. Das funktioniert scheinbar soweit, man liest zumindest nicht ständig von gebrochenen Spinner-Gabeln an Pinos. Es gibt auch noch die Meks-Carbongabel für 406er Räder, die ist aus Carbon und für 203mm Bremsscheiben freigegeben. AndreasR hat so eine, allerdings an ner Solo-Liege.
Beste Grüße und viel Erfolg,
Felix