Re: Steckachse in starrer Stahlgabel sinnvoll?

Posted by: ohne Gasgriff

Re: Steckachse in starrer Stahlgabel sinnvoll? - 01/30/16 11:12 AM

In Antwort auf: iassu
Sicher hat jedes Sstem Vorundnachteile.

Und deshalb trifft man mit solchen "binären" Schwarz-Weiß-Malereien auch nie die ganze Wahrheit. Mit, deiner Aussage nach, "ungeeigneten" Getrieben wurde schon glücklich um die Welt geradelt, genau so wie mit, nach Ansicht der "Andersgläubigen", ungeeigneten Kettenschaltungen.
Vieles von dem, was am Fahrrad vorhanden ist, kann man jedoch nur verstehen, wenn man den historischen Zusammenhang betrachtet. Gefederte Hinterräder (m.W. dein Steckenpferd) sind bei den Motorrädern seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts usus und Nabenschaltungen hat's dort m.W. nie gegeben. Heute tasten Moto-Cross-Maschinen mit 250mm Federweg hochfrequent die übelste Buckelpiste ab, ohne jeden Längenausgleich an der Kette und ohne jedes Problem deswegen. Telegabeln haben 300mm Federweg und, wenn überhaupt vorhanden, genügt ihnen eine simple Blechbrücke zwischen den Gleitrohren, dank einer ordentlichen Achse unten durch. Fahrräder quälen sich stattdessen ewig mit diesem vermaledeiten Schnellspanner rum und benötigen im Gegenzug massiv zusammengegossene Gleitrohre. Und es dauerte über 20 Jahre, diesen Unfug mal zu beenden. Je weiter der Federweg wächst, desto weiter wandert der Lenkkopf nach oben und desto unterdimensionierter wird das Lenkschaftrohr - bis sich dann endlich mal einer ein Herz faßt und einen dickeren Durchmesser einführt. All das geht quälend langsam.
Ich bin ziemlich sicher, wenn die Federung zuerst da gewesen wäre, hätte es weder das Nabengetriebe, noch die Kettenschaltung, noch die Schnellspannachse je gegeben. Der Schwingendrehpunkt würde im unteren Drittel des Unterrohres sitzen und dort wäre auch der Platz für die Rohloff - die dann nur noch Alfine11-Abmessungen benötigen würde, weil von dort bis zum Hinterrad nochmal 'ne weitere Übersetzung eingefügt werden könnte.