Re: Was kann am LED Scheinwerfer defekt sein?

Posted by: Anonymous

Re: Was kann am LED Scheinwerfer defekt sein? - 10/02/15 05:15 PM

..... da Du aus der Elektronikbranche kommst, kennst Du die Probleme natürlich. Noch etwas zur Technik:
Der Link von mgabri zum Mikrocontrollerforum zeigt schon ganz gut das Problem:
Elektronikbastler können einiges reparieren, da Kenntnisse und Messgeräte vorhanden sind. Der Aufwand zählt bei Hobbies in der Regel nicht (so wie auch beim Rad selbst). Früher war ich auch Elektronikbastler, habe aber aufgrund der Kosten für Messgeräte und Zeit etc. damit aufgehört. Ich zerlege zwar auch defekte oder alten Geräte vor dem Wegwerfen, allein um zu sehen was innen zu finden ist und kenne die Bilder, aber sehr selten, das sich eines sofort reparieren läßt (z.B. Drahtbruch). Aufwendig mit Messgeräten analysieren und Schaltpläne beschaffen, mache ich nicht mehr bei Consumer-Electronics - zu häufig erfolglos.
Bauelementequalität: bei der reinen Elektronik eher weniger verschiedene Qualitätslevel. Da ist das Schaltungsdesign wichtiger. Wie exakt wird geregelt, welche Über-/Unterspannung kann die Schaltung, wie komplex ist die Akku-Überwachung etc. etc. In den Posts ist da schon viel dargestellt.
Bei Elektromechanik geht Qualität ins Geld - z.B. für gute Steckverbinder (goldüberzogene Kontakte), Schalter mit hohen Schaltspielen oder Dichtungen, korrosionsfeste Kontaktfahnen etc. etc. Da gibt es viele Qualitätsabstufungen.
Die mechanische Konstruktion des Gerätes ist ebenfalls sehr kostenkritisch, d.h. große Unterschiede zwischen geschicktem und ungeschicktem Design. Auch bezüglich der Funktionen. Z.B. wie aufwendig wird eine Entlüftung realisiert. Ein sehr aufwendige Konstruktion konnte man beim SON-NaDy auf der Eurobike sehen.
Bauteilealterung: ist in den obigen Posts schon dargestellt.
Mal eine gewagte Spekulation zur Kalkulation eines B&M-Scheinwerfers:
Die reinen Bauelementekosten der Elektronik dürften in der Gegend um die 3€ liegen (passt zu JaH). Die Cree-LED ist ein relativ teures Bauteil - auch für B&M - vielleicht 2€ (?) und dürfte in den 3€ nicht enthalten sein. Wenn man Gehäuse, Elektromechanik (Stecker, Leitungen, Schalter, Kontaktfahnen, ...), Schrauben, Optik etc. zusammenrechnet, dann sind die Materialkosten wohl unter 10€. Damit liegt nur das Tütchen eingekauftes Material vor einem. Es ist keine Entwicklung bezahlt, keine Logistik, keine SMD-Fertigung, keine THT-Handlötung, keine Montage und Prüfung, keine Maschinen und Labore, keine teuren Formen für die Plastikteile (wenn diese B&M gehören, sonst werden sie in den Bezugspreis des Plastikteils eingerechnet), keine Verwaltung/Vertrieb, keine Handelsspanne für den Einzelhändler und auch keine Marge für B&M. Und genau das alles muss zwischen die z.B. 65€ Strassenpreis und die 10€ passen. Die Verhältnisse sind durchaus typisch und da ist niemand, der sich eine goldene Nase verdient, sondern nur wir vielen Heinzelmännchen, die ihren Job in der Riesenmaschinerie haben. Je nach Branche ist der Abstand zwischen VP und Materialkosten mal größer oder kleiner. Bei Hochstückzahlprodukten mit geringem F&E-Aufwand ist er deutlich kleiner, aber dazu würde ich B&M nicht zählen.