Re: Patria Terra - Komponentenauswahl

Posted by: Faltradl

Re: Patria Terra - Komponentenauswahl - 06/04/14 08:17 AM

In Antwort auf: iassu
Also ich weiß nicht. Diese Regel, daß beim Reiserad nur besserer Geradeauslauf besser ist als guter Geradeauslauf: ich hab noch nie viel davon gehalten. Meine Touren zumindest finden auch abseits der endlosen Geraden im amerikanischen Mittleren Westen statt und ich möchte nicht unfreiwilliges Bizepsträhning absolvieren, wenn mal eine Kurve ansteht.

Also mal ehrlich, das ist eine maßlose Übertreibung auf Stammtischniveau. Kein Rahmen der noch so altertümlichen Bauart hat diese behaupteten Eigenschaften.

Die Wahrheit ist, das die MTB-Modewelle uns damals fast flächendecken mit der Übernahme der kurzen Rahmen und steileren Gabeln "beglückt" hat. Und das einfach nur, weil es so schick nach MTB aussieht, und weil man nicht zweierlei bauen muss. Diese wendigeren Rahmen haben aber nur im Gelände ihren wirklichen Sinn. Fahrräder, die für Straße und befestigte Wege gedacht sind, sind sinvoller nach der "Länge läuft" Methode konstruiert.

Und nur mal so historisch zurückgeschaut. Bereits in den 70ern und 80ern wurden schon nicht mehr die ganz lange Rahmen gebaut. Die gab es eigentlich nur als sogenannte "Tourenräder". Da sind die altmodischen schwarzen Gäule ohne Schaltung, und vorne Gestängebremse. Damals schon Hoffnungslos veraltet und sacksckschwer, aber ein Traum zum freihändig fahren.

Schade, Rahmen der ganz alten Bauart wird man nur noch in Indien und ähnlichen Ländern finden, wo heute noch die Fahrräder aus der englischen Kolonialzeit gebaut werden.

Nach deiner zusammengesponnen Theorie müssten Tandems erst recht völlig ungeeignet für Touren mit Gepäck sein. Erzähl das mal denen die Tandem fahren...

Zitat:
Das Gepäck vorne sorgt schon von ganz allein für ein trägeres Lenkverhalten, da sind mir zusätzlich flache Winkel und lange Nachläufe nicht willkommen.

Was für ein Unsinn, sofern es um glatte Straßen geht. Bizepstraining stimmt zwar, aber nicht weil man mit mehr Kraft einlenken müsste. Das Fahrrad wird mit dem Po gelenkt! D.h. man legt es in die Kurve, und dann lenkt das Vorderrad von ganz alleine ein. Die Bizeps werden strapaziert, weil man dafür sorgen muss, das der Lenker nicht unkontrolliert umschlägt. Und ja, bei diesem Abfangen braucht man Kraft um die Gepäckmasse zu bändigen.

Das ist keine Spinnerei, sondern Erfahrung aus meiner ersten Tour mit großem Gepäck. Am ersten Tag hat es mich mehrmals fast in den Graben gehauen, bis ich mich umgestellt hatte. Das in die Kurve gehen war nie das Problem. Aber das der Lenker dann mit Macht rum kam, und das autmomatische Gegenhalten zu spät und zu lasch. Das ergab die Momente, wo es mich fast geschmissen hat.