Posted by: ohne Gasgriff
Re: Hydraulische Ansteuerung von Schaltungen - 05/31/14 09:49 PM
Technischer Overkill? Das ist wohl eher ein Generationsproblem. Wer noch dem Grundig 3D-Klang ins "magische Auge" geblickt hat, bei der Sendereinstellung an einem Rad gedreht hat, das ein Seil bewegt hat, auf dem ein Zeiger über die Skala geritten ist und das am anderen Ende irgendwelche Plattenkondensatorflächen ineinander gekämmt hat, für den ist es natürlich Teufelszeuch, wenn plötzlich eine elektronische Steuerung das Frequenzband absucht, die Sendefrequenz auf die erste Nachkommastelle genau festnagelt und im Display anzeigt. Es funktioniert jedoch völlig problemlos und allemal besser, schneller und genauer als das Rumgesuche von Hand.
Mein Sohn ist jetzt 7. Der rennt seit drei Jahren mit 'ner kleinen Digitalkamera rum, überträgt seine Fotos auf den PC, druckt sie aus ... macht in seinem Playmobil-Weltraum-Forschungslabor Strom aus Sonnenlicht und treibt damit ein Gebläse an, steuert Spielzeugautos über Funk, Fernseher und Videorecorder sowieso und hat wohl in seinem Leben noch nie in ein Telefon gesprochen, bei dem irgend ein Kabel von dem Ding in seiner Hand irgendwohin geführt hätte. Für den ist ein Bowdenzug was Suspektes, während alles vorgenannte absolute Selbstverständlichkeiten sind, die er nur so und nicht anders kennt. Neulich hat er mit meiner DSLR rumgespielt und wir haben im manuellen Modus nicht locker gelassen, bis er ein scharfes und korrekt belichtetes Portrait von mir geschossen hatte. Wie? Fokuspunkt selber wählen? Zeit? Blende? Empfindlichkeit? Was'n das für ein rückständiges Ding? Gibt's dafür keine Automatik? Demnächst zeige ich ihm mal die Exa und lege einen Film ein. Stativ, Drahtauslöser, Handbelichtungsmesser, ... das wird ein Fest! Aber ich fürchte, da muß mich erst selbst noch mal ein bisschen schlau lesen.
Für die Rennradschaltung hat er sich neulich mal interessiert, als ich grad irgendwas dran rumgefummelt habe. Rahmenschalthebel, mysteriöse Seile, die ohne Hülle überall langführen, die vielen Zahnräder, das hat ihn alles schwer beeindruckt. An seinem MTB hat er zwei Drehgriffe. Einer geht bis 3, der andere bis 8 und höhere Zahlen bedeuten schnellere, schwerere Gänge. Das Wissen hatte ihm bislang genügt und was da im Verborgenen im Detail passiert, hatte ihn nie interessiert.
Wenn sie funktioniert, habe ich gegen eine elektrisch betätigte Gangschaltung am Fahrrad keine Einwände. Keine schmutzempfindlichen Bowdenzüge mehr, kein Festfrieren im Winter. Eine Elektronik, der man beibringen könnte, wann das Kettenblatt gewechselt und hinten gegengeschaltet wird. Damit könnte man sogar der Halfstep-Schaltung zu 'nem neuen Frühling verwenden und gerade der Kettenblattwechsel könnte damit besser funktionieren. Die Elektronik könnte nämlich warten, bis die Steighilfe vorbeikommt um dann im genau richtigen Moment die Kette dagegen zu ballern, präziser als ich des je von Hand könnte. Schlurpp - und die Frisur sitzt! Die dazu notwendige Technik findet sich in jedem Fahrradtacho für drei Mark fuffzich und - ach ja - der geht ja auch schon lange elektronisch. Als technikaffiner Mensch könnte ich dazu ja immer noch etwas den Druck vom Pedal nehmen und mir was drauf einbilden, aber notwendig wäre das wohl nicht.
Gruß,
Clemens
Mein Sohn ist jetzt 7. Der rennt seit drei Jahren mit 'ner kleinen Digitalkamera rum, überträgt seine Fotos auf den PC, druckt sie aus ... macht in seinem Playmobil-Weltraum-Forschungslabor Strom aus Sonnenlicht und treibt damit ein Gebläse an, steuert Spielzeugautos über Funk, Fernseher und Videorecorder sowieso und hat wohl in seinem Leben noch nie in ein Telefon gesprochen, bei dem irgend ein Kabel von dem Ding in seiner Hand irgendwohin geführt hätte. Für den ist ein Bowdenzug was Suspektes, während alles vorgenannte absolute Selbstverständlichkeiten sind, die er nur so und nicht anders kennt. Neulich hat er mit meiner DSLR rumgespielt und wir haben im manuellen Modus nicht locker gelassen, bis er ein scharfes und korrekt belichtetes Portrait von mir geschossen hatte. Wie? Fokuspunkt selber wählen? Zeit? Blende? Empfindlichkeit? Was'n das für ein rückständiges Ding? Gibt's dafür keine Automatik? Demnächst zeige ich ihm mal die Exa und lege einen Film ein. Stativ, Drahtauslöser, Handbelichtungsmesser, ... das wird ein Fest! Aber ich fürchte, da muß mich erst selbst noch mal ein bisschen schlau lesen.

Für die Rennradschaltung hat er sich neulich mal interessiert, als ich grad irgendwas dran rumgefummelt habe. Rahmenschalthebel, mysteriöse Seile, die ohne Hülle überall langführen, die vielen Zahnräder, das hat ihn alles schwer beeindruckt. An seinem MTB hat er zwei Drehgriffe. Einer geht bis 3, der andere bis 8 und höhere Zahlen bedeuten schnellere, schwerere Gänge. Das Wissen hatte ihm bislang genügt und was da im Verborgenen im Detail passiert, hatte ihn nie interessiert.
Wenn sie funktioniert, habe ich gegen eine elektrisch betätigte Gangschaltung am Fahrrad keine Einwände. Keine schmutzempfindlichen Bowdenzüge mehr, kein Festfrieren im Winter. Eine Elektronik, der man beibringen könnte, wann das Kettenblatt gewechselt und hinten gegengeschaltet wird. Damit könnte man sogar der Halfstep-Schaltung zu 'nem neuen Frühling verwenden und gerade der Kettenblattwechsel könnte damit besser funktionieren. Die Elektronik könnte nämlich warten, bis die Steighilfe vorbeikommt um dann im genau richtigen Moment die Kette dagegen zu ballern, präziser als ich des je von Hand könnte. Schlurpp - und die Frisur sitzt! Die dazu notwendige Technik findet sich in jedem Fahrradtacho für drei Mark fuffzich und - ach ja - der geht ja auch schon lange elektronisch. Als technikaffiner Mensch könnte ich dazu ja immer noch etwas den Druck vom Pedal nehmen und mir was drauf einbilden, aber notwendig wäre das wohl nicht.
Gruß,
Clemens