Re: Spannende Radfernwege in Europa & der Welt

Posted by: Mooney

Re: Spannende Radfernwege in Europa & der Welt - 12/15/13 04:33 AM

In Antwort auf: Thomas1976
Er sammelt nun soviele Erfahrungen anderer, bis er diese in seinem Artikel vermutlich zu Geld machen kann. Ist für mich eine Art von Schmarotzertum.

Bist du es nicht, der hier immer mal wieder gerne den Gebrauch von Beleidigungen geißelt, selbst wenn es sich um anonymes und vor allem abstraktes Personal handelt, bei dem es zudem höchst unwahrscheinlich ist, daß es jemals von den Schmähungen erfährt? Und die außerdem Maßnahmen zu verantworten haben, bei denen ein kollektives Schaudern über den Forumsrücken fährt?

"Schmarotzer" ist schon recht heftig, und es empfiehlt sich, sehr sparsam damit umzugehen. Ich sehe bislang keinerlei Anlaß, dem TE derartiges vorzuwerfen. Vielleicht siehst du ihn vor deinem inneren Auge in absehbarer Zukunft in einem nagelneuen Porsche, neben sich eine nicht viel gebrauchtere Blondine, mit einem hämischen Grinsen im Gesicht an dir vorbeiziehen, während du gerade bei 37° im Schatten eine zehnprozentige Steigung hochhechelst. Und das alles finanziert vor allem von deiner Antwort auf seine Frage, die du ihm in einem Moment geistiger Umnachtung gegeben hast.

Ein denkbares Szenario, selbstverständlich. Aber vielleicht nicht unbedingt das wahrscheinlichste. Denn es kann auch sein, daß er in diesen Artikel hundert Stunden Arbeit steckt, um nachher 500 Euro überwiesen zu bekommen, und damit kann man weder einen Porsche noch eine Blondine finanzieren.

Dies hier soll Teil der Recherche sein. Das ist schon Arbeit. Und ja, tatsächlich, es ist noch mal Arbeit, dann einen Artikel zu schreiben, unter Umständen brutal harte geistige Arbeit. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, und ich kenne viele Journalisten, die ganz unverhohlen davon ausgehen, daß sie Arbeit verrichten, wenn sie etwa täglich eine Zeitung vollschreiben. Und die es ganz normal finden, auch noch dafür bezahlt zu werden. Nicht jeder Chef hat so viel Glück wie deiner, der sicherlich immer wieder von dir hört, wie gerne du für ihn arbeitest, aber nur solange, wie er dir keinen Lohn gäbe, denn diese Geldmacherei liege dir einfach nicht. Nebenbei bemerkt, es gibt in diesem Land Hunderttausende, die jeden Tag zufrieden mit dem hehren Gefühl nach Hause gehen, mal wieder kein Geld gemacht zu haben. Man nennt sie Praktikanten.

Möglicherweise hat der TE einfach den Anspruch, einen möglichst wahrhaftigen Artikel über Radfernwege zu verfassen, und ist daher auf die Idee gekommen, diejenigen zu fragen, von denen er annimmt, daß sie ihm authentische Informationen geben können. Tendenziell funktioniert guter Journalismus so; nicht so guter gibt sich mit unzuverlässigeren Quellen zufrieden; ganz schlechter saugt sich gleich alles aus den Fingern. Ich glaube, es erschließt sich unmittelbar, daß es nicht praktikabel wäre, sich auf den Weg zu machen, um sämtliche Radwege selbst abzufahren. Ich kann also zunächst mal keine Verwerflichkeit in seinem Vorgehen erkennen, und bin erfreut, daß "das Team" es offenbar ähnlich sieht.

Insgesamt weiß ich natürlich nicht, wie dieser spezielle Fall gelagert ist, aber du genauso wenig. Bloß käme ich nicht auf die Idee, ihn auf der Basis der vorliegenden Informationen prophylaktisch als Schmarotzer zu verunglimpfen. Schmarotzen würde jemand, der einen deiner Reiseberichte unter seinem Namen veröffentlichte, und wenn er sich dafür bezahlen ließe, würde er auch noch Geld machen. Aber das hier hier ist etwas ganz anderes.

Wolfgang