Re: Päijänne-Tour 2013

Posted by: cyclist

Re: Päijänne-Tour 2013 - 07/09/13 07:05 PM

Hallo zusammen!
Auch ich bin (schon am Samstagnachmittag) wieder wohl behalten wieder zuhause angekommen. Weder haben mich die Mücken komplett ausgesaugt, die Bremsen völlig zerstochen (obwohl die 20-30 Stiche oder Bisse durchaus mehr als ausreichend waren... bäh krank ), die Eidechse, die sich im Zelt verirrt hatte, hat mir auch nix getan. Genauso wie die 3 Schlangen (2 Kreuzottern am See, eine weitere auf der Straße), genausowenig der braune oder schwarze Bär (!!!), den ich auf der 187 so ca. 30km nördlich von Valimaa ca. 300m vor mir von rechts nach links die Landstraße überquerte. Leider gibts kein Foto vom Meister Petz. traurig Er war leider zu schnell wieder weg im Wald...

Die Tour war ob der relativ hohen a-typischen Temperaturen, der vielen kurzen und heftigen Anstiege und vor allem der lästigen Bremsen (die auch bis zu 25km/h mithielten, was vor allem bergan nicht gerade spaßig war) wegen, recht anstrengend. Die Anstrengungen wurden aber durch die großartige Landschaft, der Ruhe abseits der Straßen und dem zugleich guten Wetter, mehr als kompensiert.

Auch der Abstecher in den russischen Teil Kareliens, wie auch nach Valaam, haben gut geklappt. Es gab nur ein kleines Problem bei der Ausreise nach Finnland: Die russische Grenzbeamtin wollte unbedingt die Papiere meiner "Maschina" (Auto) sehen, die ich natürlich nicht hatte, da ja mit dem Rad unterwegs... Sie konnte partout nicht glauben, das ich am 25.6. über Värtsila eingereist bin, auf Valaam gewesen bin, dann mit dem Rad bis zum späten Samstagabend dem 29.6. die Strecke zum Grenzübergang bei Imatra zurück gelegt habe könnte. Nach dem Vorzeigen des Fährtickets, des Bahntickets für die Rückfahrt (die aufgezeichneten Tracks wollte sie aber nicht sehen...) und Dank eines dolmetschenden Finnen war sie zwar nicht davon zu überzeugen, hat aber trotzdem den Ausreisestempel in den Pass gedrückt. Die Zöllnerin wollte dann auch noch in 3 Taschen schauen, obwohl es dunkel war und kaum was zu sehen war...
Im Niemandsland habe ich dann noch ein nettes russisches Reiseradlerpaar auf Wochenendtour getroffen. Gemeinsam ging es dann nach Finnland rein. Die finnischen Grenzbeamten konnten nur darüber lachen, das deren russische Kollegin nicht glauben konnte, was auf dem Rad an Strecke machbar ist...

Mit den beiden russischen Radlern ging es dann in sehr flotten Tempo nach Imatra rein. Dank der Zeitumstellung hatte der Tag ja 25 Stunden, trotz der Mitternachtssonne war es ob des aufziehenden Unwetters (weswegen ich auch nicht nach Lapeenranta weiter gefahren bin) recht dunkel, sogar die Straßenbeleuchtung war stellenweise an.
Auf der Wasserfallbrücke haben wir uns noch länger unterhalten und die Adressen ausgetauscht. Er entpuppte sich als echter Radfreak und Reiseradler, der auch schon einiges richtig extremes an Touren gemacht hat. zwinker
Wie es der Zufall wollte, haben wir uns am Sonntagabend mitten in der City von Imatra, wo gerade das große internationale Big Band Festival (u.a. auch mit dem Jugend Jazz Orchester NRW) stattfand, wieder getroffen und uns erst mal 1,5h in den Park gesetzt und Radlerlatein ausgetauscht. schmunzel

Es waren bei mir rund 1430km, von Haustür zu Haustür. Bilder kommen erst in einigen Tagen, muss erst mal sichten und aussortieren...

Große Defekte gab es bei mir nicht, keine Platten oder kaputte Speichen (was sicherlich auch dem guten Laufradbauer zu verdanken ist zwinker ), nur der übliche Verschleiß - die Bremsbeläge hinten hab ich in der ersten Woche (geplant) gewechselt, die Kette und evtl. die Kettenblätter sind fällig, die die O-Ringe am Faiv müssen getauscht werden.
Als Fehlkauf haben sich nur die neuen Radhandschuhe eines namhaften Markenherstellers herausgestellt, die haben sich leider nach schon 2 Wochen angefangen aufzulösen... Umtausch erfolgt wahrscheinlich am Samstag beim Kölner Händler...

Anfang war es tagsüber noch recht frisch, die kälteste Nacht war mit +6°C recht frisch. Schlechtes Wetter, bzw. Regen gab es aber nur an 4 Tagen, davon einmal einen ganzen Tag und davon noch ca. 50km der 120km auf relativ schlechter Schotterpiste hart entlang der russischen Grenze (minimal 200m entfernt). Dazu noch mal 3x heftigen Starkregen mit Unwetter in der Nacht. Was das Zelt aber ohne ein Tropfen durchzulassen mitgemacht hat - weder von oben, noch von unten.
War aber wohl im Vergleich immer noch recht harmlos, gegenüber dem, was sich hier in Bo am 20.06.13 innerhalb von 2 Stunden abgespielt haben muss (auf den Schlauch-Seiten gibt es Videos mit Wasserfällen auf einer Fahrtreppe in einer U-Bahnstation...). schockiert Die Telekom-Techniker sind immer noch mit der Fehlersuche zugange in den betroffenen Straßenzügen...

Leider war die Zeit da oben mal wieder viel zu kurz, war gerade richtig eingefahren, da gings schon wieder mit der Fähre retour... traurig

Wo es im kommenden Jahr hingeht - weil ich schon mehrfach gefragt wurde - das wird sich erst in den nächsten Monaten ergeben, vielleicht mal wieder nach Rumänien? Der Westen und der Norden wollen noch erradelt werden... schmunzel