Re: Deutschland entdecken

Posted by: Barfußschlumpf

Re: Deutschland entdecken - 03/30/13 07:53 AM

Nachdem nun alle Wichtigen was geschrieben haben, bin ich auch mal dran:

Aus Deutschland rausgekommen bin ich hauptsächlich mit den Normalverkehrseinrichtungen Auto, Wohnwagen, Flugzeug.
Hauptsächlich Auto. Hat mir auch früher sehr gut gefallen. Diane, Merzedes-Pagoden 300, Dieselgolf, Ford 17m, 260er Volvo, Käfer 1300. Hatte auch selbst ein Auto.

Mit meinen eigenen Schwermobilen bin ich auch in sämtlichen Gegenden Deutschlands rumgerast. Ebenso Pendelverkehr nach Ostösterreich lange Zeit. Habe in 4 von einander entfernten deutschen Städten Hütten unterhalten (ohne A) und die lokalen Gebräuche assimiliert.
In meiner Wiener Zeit führte ich den Umstieg von 6-Zylinder auf Kettlerperspektive vorsichtig ein, was ich absolut erotisch fand.
Im 'Nachzeit'-Berlin hatte ich dann Gelegenheit die Stadt samt Osten (früher zählte ja nur West als Berlin) mit dem Kettlerfahrrad unter die Räder zu nehmen, das war eine absolut spannende Sache - die Berlin-Entdeckung. Explorativer als mit dem Radl konnte man die Stadt gar nicht entdecken. Habe den Karren innerhalb der Stadt stehen lassen und bin alles geradelt mit Panzerreifen (hatte einen Rennradimitat mit Messerrädern), auch in die Fabrik in Wilmersdorf und zu den Freikörpern Köpenicks und Wannsees.

Nach dieser Erweckung habe ich bald von Kraftverkehr auf Kettler umgerüstet auch wieder in Süddeutschland.
Meine Deutschlandentdeckung war nun, daß man mit der sinnlichen selbsterzeugten Fortbewegung eigentlich überall dort hinkommen kann, wo einem sonst der Kraftwagen hinträgt.

Das ist meine Deutschlandentdeckung bis heute. Radeln neben der Autobahn.
Freie Fahrt für freie Füße. Treten und erleben. Treten und verstehen!

Ich benötige dabei keinerlei dramatische Schluchtengestaltung, keine sauberen Dorfkerne mit Petuniendekoration, keine mitreißenden Untergänge und keine Zupfmusik.
Meine Deutschlandentdeckung besteht aus Straßen und Radwegen, die ich gerne und voller Hingabe und Genuß befahre, besonders solche neben der Fahrbahn. Danke Deutschland unschuldig

Also ich habe glaub ich eine halbe Million Deutschland-Kilometer mit den klassischen Kraftwagen der Ären zu kompensieren (ich bin wirklich alles gefahren - geile Schlitten - Eisenbahn zähle ich heute zu Radfahren).
Das hol ich nimmer auf.

Was ich brauche, ist allenfalls mal ne Tanke zum Rad-Bull-Fassen. Und davon hat Deutschland viel.

Ich hab mal auf die US-Perspektive geschaut im Lonely Planet.
Als Aufreger-Landschaft zählen da die bayerischen Alpen mit Allgäu. Brauch ich nicht. Der Königswinkel ist ein oberflächlichen Blick über den Forggensee wert. Schluß. Das klassische Führer- Berchtesgadener Land finde ich auch sehr gut, nur ist es, war es eigentlich Salzburg, oder?
Heidelberg - ist das etwa undramatisch mit den vielen wohlgestalteten jungen Menschen vor der Kulisse? Ich bin oft da mit Rad.
Bayern finde ich übrigens streckenweise doof mit Radl.

Ich finde Monnem oder Stuggi mit Radanreise genauso spannend (ich will jetzt Lubu nicht aussparen bzw. die Reise dorthin durch Nordschwaben).
Vor 2 Jahren war Anfang April 25 grad warm, da brach ich zu einer spontanen Nationaltour auf an die Gestade der Alten und es war absolut sensationell entdeckend am Rheingold.
War begeistert!

Sicher bin ich auch ein Befürworter des Südens, aber bei etwas mehr Nähe zum Norden würde ich auch dort mal radeln, wenns gar nix anderes gibt..





* Bin nicht Berichts-heimattümelnd eingestellt mit den Fachwerkhäuschen (hatte selbst mal eins im Odenwald), Bratwürsten, Bier und Magura. Wähle das linke Spektrum und komme auch bei den Negern zurecht, zur Not sogar bei Helvetern oder Austriaken.!