Re: Wie geschieht eine Routenplanung?

Posted by: Martina

Re: Wie geschieht eine Routenplanung? - 08/25/12 01:03 PM

In Antwort auf: Axurit

Früher hat sich das darin geäußert, dass ich für jede Gegend, in die ich reisen wollte, eine 1:25.000er-Karte oder mindestens eine 1:50.000er gekauft....Ich hatte in letzter Zeit einige Warmshowers-Gäste, die so ticken, mit einer 1:1.000.000-Karte losfahren,


Moment mal, ich glaube, da haben wir uns missverstanden, ganz abgesehen davon, dass es ja auch noch ein ganz paar Zwischenstufen zwischen 1:25.000 und 1:1 Million gibt. Wir besitzen selbst stapelweise Landkarten, für die nähere Umgebung topgraphische im Maßstab 1.50000 oder 1:100000, für ganz Deutschland das alte ADFC-Set, für Frankreich den Michelin-Karten-Atlas, für Großbritannien den OS-Atlas usw. Und natürlich schauen wir die Karten an. Aber wenn ich von Porta Westfalica nach Dresden fahren wollte, würde ich mit Sicherheit nicht schon vor dem Start zu Hause festlegen, wo ich am dritten Tag rechts abbiegen muss. Denn das ändert sich bis ich dort bin garantiert noch dreimal. Z.B. weil ich erst untwegs mitkriege, dass es irgendwo etwas zu sehen gibt, weil das Wetter schlecht ist, weil ich merke, dass man erstaunlicherweise doch ganz gut auf der Bundesstraße fährt, weil ich auf einen Radwegweiser stoße, der in die gewünschte Richtung zeigt etc.

Mein Gatte ist auch ein Kartenfreak und hat x Ideen im Kopf wo man langfahren könnte. Aber das sind Ideen, keine Pläne. Und diese Ideen sind sehr variabel und werden der Situation angepasst.

Zum Beispiel waren wir im Frühjahr im Schwarzwald unterwegs und noch nicht so richtig fit. Wir hatten für einen Anstieg die Wahl zwischen dem offiziellen Schwarzwaldradweg, den wir schon kannten und von dem wir wussten, dass er sehr steil ist und einer weiteren Alternative, die laut Karte ebenfalls ein steiles Stück zu enthalten drohte und (aber das fiel uns ganz kurzfristig auf) einer Bundesstraße, deren Streckenführung auf der Karte ansprechend aussah, aber deren Verkehrsbelastung wir nicht kannten. Wir beschlossen sehr spontan, die Bundesstraße zu probieren, nicht ohne zu überlegen, wo man falls der Verkehr gar zu garstig sein sollte abbiegen könnte.

Die Verkehrsbelastung war erstaunlich gering, nur leider gab es oben auf der 'Passhöhe' nicht wie erwartet etwas zu essen. Da entdeckten wir eher zufällig einen Wegweiser, der uns auf eine Querverbindung zu unserer anderen Aufstiegsalternative hinwies (auf der Karte war nicht zu erkennen gewesen, dass das ein breiter, asphaltierter Weg ist). So planten wir wieder spontan um und benutzten diese Querverbindung, die praktisch ohne Höhenverlust durch den Wald führte.
Wären wir stur unserer ursprünglichen Planung gefolgt, hätten wir wohl den extrem steilen Anstieg des Schwarzwaldradweges benutzt. So haben wir eine neue Route kennengelernt, die m.E. viel schöner war.

Martina