Re: ... in Heidelberg verloren?

Posted by: Anonymous

Re: ... in Heidelberg verloren? - 03/29/04 06:00 PM

Es ist schon lustig in Heidelberg, was den Fahrradverkehr betrifft. Viele Autofahrer wissen schon, dass sie die Verkehrsschlacht in der Innen- und Altstadt verloren haben. Dennoch gibt es Autofahrer, die machen sich nichts daraus, Fahrradwege zu blockieren oder sogar Fahrradfahrer zu schickanieren, wenn nicht manchmal zu gefährenden. In Heidelberg tobt wirklich regelrecht eine Verkehrsschlacht um jeden Quadratmeter an Verkehrsfläche. Fotografiere mal ein Auto zum Spass, das den Fahrradverkehr behindert, wenn der Besitzer zusieht, dann gerät dieser in Wut oder Panik. Andererseits habe ich erlebt, dass die Ordnungshüter der Meinung waren, Fahrradfahrer sind eh Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse, die Autofahrer hätten mehr Rechte zu haben, schließlich kostet ein PKW mehr, der Besitzer hat es zu etwas Wohlstand gebracht. Wir, die Radfahrer sind nur arme Leute, Versager der Gesellschaft oder Schuld an der Verkehrsmisere überhaupt.

Heidelberg ist an der Grenze des Verkehrsinfrakts. Dennoch in Heidelberg, gerade wegen der Enge der Stadt, sind die Fahrradfahrer dermaßen in der Überzahl, dass die Autofahrer rein statistisch nicht viel ausrichten werden können. Richtig ist aber auch, dass in der allgemeinen Bevölkerung, der Polizei und bei Behörden, ein Fahrradfahrer ein Trottel ist, eben ein Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Ein PKW-Besitzer hat mehr Gewicht in Verkehrsfragen. Dass ein Fahrrad ein ernst zu nehmendes Verkehrsmittel ist, wollen viele Bürger noch nicht ganz wahrhaben. Die Fahrrad-Lobby ist zu schwach. Ein Umdenken zu Gunsten des Fahrradverkehrs zeichnet sich aber allmählich ab. In Heidelberg geht es einfach nicht anders, das wird immer klarer. Ausbrüche wie am Heidelberger Hauptbahnhof sind das Aufbegehren der Auto-Lobby gegen diese verfluchte Radfahrer. Aber die Umständen sind auf der Seite der Radfahrer. Im Sommer drängen die Radfahrer die Autofahrer einfach aus der Stadt, auch in der Plöck, die eine Fahrradstraße ganz offiziell nach der Straßenverkehrsordnung ist. Aber wie viele Autofahrer wissen überhaupt, dass es sowas wie eine Fahrradstraße (nicht -weg) gibt? Ich bin zuversichtlich, dass die Radfahrer in Heidelberg am längeren Verkehrshebel sind.

Als der Auto-freier-Sonntag statt finden sollte, mußte dieser Feiertag in "Lebendingen Neckar" umbenannt werden, um nicht die Gefühle der Autofahrer zu verletzen. Mir kommen die Tränen... Heidelberg ist keine Autostadt. Autos gehören auf der Bundesautobahn, nicht in der HD-Innenstadt. Wozu ist ein Auto eigentlich noch gut? Am letzten Wochenende war ich mit Fahrrad und Bahn in Nürnberg, die Rückreise hat 5 Stunden gedauert. So schnell wäre ich nie und nimmer mit einem PKW gewesen. Ich komme ohne eigenen PKW gut aus und ich schäme mich nicht NUR ein Fahrradfahrer zu sein. Auch bei der Heidelberger Polizei habe ich ein Einsehen oft festgestellt, die wissen ganz genau dass man durch Heidelberg von einem Ende zum anderen nicht mehr per Auto kommen kann. Zu Fuß oder per Rad ist die einzige Möglichkeit in Heidelberg von A zu B zu kommen.