Re: Norwgen - ab zum Polarkreis

Posted by: DjHolzbank

Re: Norwgen - ab zum Polarkreis - 08/28/10 11:36 PM

Möchte nun auch Rückmeldung über Tromsö geben.
Mit dem wetter hatte ich unheimliches Glück, Samstag wurde es sogar richtig heiß mit 16 Grad, sonst zwischen 11 und 13 Höchsttemperatur und bis auf Sonntag (sic!) sonnig und heiter.
Ein Rad habe ich mir von Freitag bis Dienstag geliehen, 4 Tage für knapp 100 € ...
Dafür konnte ich es bis Dienstag Abend behalten.

Freitag 20.08.: Der Fahrradvermieter betreibt auch eine Buslinie und hat mich netterweise kostenlos bis Sandneshamn, ca 10 Km vor Sommaroy mitgenommen. Ankunft 13:53 Uhr.
Durch einen kurzen Tunnel bei Sonnenschein ging es dann über meine erste einspurige Brücke ca. 40 m hoch nach Sommaroy. Kurz zuvor meine erste Begegnung mit einem männlichen Rentier am Strand. Sommaroy ist wirklich sehr schön gelegen mit Blick aufs offene Meer, Schären und exotisch wirkende Berge.
Hier gibt es auch einen kleinen Supermarkt, der bis 19 Uhr (Samstags 18 Uhr) geöffnet ist.
Kurz vor 18 Uhr habe ich mich dann auf der Südrute über Buvik, Mjelde und Straumsbukta nach Tromsö zurück begeben. Teils durch Fotostops, teils durch Erschöpfung habe ich für die etwa 75 km bis 00:30 Uhr gebraucht um wieder in Tromsö anzukommen...

Samstag 21.08.: Heute wolte ich mir die Lyngenalpen ansehen, ohne ganz dorthin fahren zu müssen. ich entschied mich für Oldervik (ca. 45 km von meinem Quartier auf der "richtigen Seite" der Insel, auf dem das Zentrum Tromsös liegt. Um auf die andere Seite der gut 10 km langen Insel und die Brücke nach Kvalöya zu kommen. muss man etwa 100 Höhenmeter übwerwinden oder einen langen Umweg fahren).
Also ab über die Brücke nach Tromsdalen und nach Norden ohne nennenswerte Steigungen bis man in Snarby dann für ca. 6 km durch das Landesinnere geschickt wird zwischen 2 Bergen. Auf der Karte sieht das ganz locker aus, vor Ort war ich dann weniger entspannt. ich muste krankhaft an das Lied "Up and down" von den Vengaboys denken, meist aber eher Up... : oldervik selbst besteht aus vielleicht 50 Häusern und ist traumhaft gelegen mit Blick auf 1500 m teils schneebedeckte Berge, So soll es sein! Einkaufsmöglichkeiten gibt es unterwegs keine (auch nicht in Oldervik) aber einen Campingplatz mit Toilette und Gelegenheit zum Wasserauffüllen kurz vor Snarby.

Sonntag 22.08.: ich quäle mich wieder über den Berg und die Brücke nach Kvalöya und fahre über Eidkjosen und Kaldfjord mit Abstecher nach Ersfjordbotn (traumhafter Blick auf einen ca 15 km langen Fjord mit 1000 m hohen Bergen) nach Grötfjord (ca. 36 km) mit der Option weiter bis Tromvik zu fahren. Auch hier muss ich kurz vor Grötfjord durch das Landesinnere ( weit mehr als 100Höhenmeter)und wünsche mir einen Tunnel. Völlig am ende sehe ich Grötfjord mit seinen 27 Gebäuden und dem Strand ca 50 m unter mir und beschliesse, die Aussicht von oben zu geniessen und mir dei letzten Meter hinunter (und wieder hinauf) zu ersparen.

Montag 23.08.: Erholungstag! Ich fahre heute nur ca 10 km zur Talstation der Fjellheisen- Seilbahn und zurück.Stolz stelle ich fest, dass ich zu Fuß durchaus 300 Höhenmeter schaffe, erklimme den Gipfel der Flöya (671m ü.N.N.)und berühre ein Eisfeld auf ca 700m u.N.N., das mich magisch anzieht.Abends kaufe ich mir eine Tüte Schaumgummiautos (im Angebot für 10 Kronen) zur Belohnung und esse diese sofort auf.

Dienstag 24.08.: wieder Qualöya. Ich will nach Vasstrand und jetzt wird es richtig schlimm.
ca 15 km geht es durch Binnenland und an einem See vorbei, der auf 151 m ü.N.N. liegt.
Der Rest nach Vasstrand ist dafür recht flach und angenehm zu fahren.
Ich sitze am Meer und sehe den Seepocken bei ihrer Arbeit zu. am Ende der Strasse sehe ich einen Trampelpfad, der in einen Birkenwald führt. Ist das etwa der Weg auf die 250m hohe Stortuva, den ich suche? Ich lasse mein Rad stehen und folge dem Pfad, der naheeines Wasserfalls verläuft und komme an einer Landschaft vorbei, dich ich als Tromsöer Heide bezeichnen würde, weiter oben wird es morastig und ich weiss nicht weiter. Der Blick von hier aus gut 100 m ist aber auch schon beeindruckend bis hinüber nach Sommraoy mit Brücke und Richtung Senja. Um 18:00 wieder in Kvaloysleta angekommen beschliesse ich, den Stadtbus nach Tromsö zurück zu nehmen ( Ich und Fahrrad ca 5 €, die gut investiert sind, ersparen sie mir doch 10km, die Brücke und den Berg auf Tromsöya). Um 19 Uhr treffe ich mich an der Touristeninformation mit dem Vermieter und gebe das Rad ab.

25.06.: Aufstehen um 04:20 Uhr, denn ich muss um 05:30 Uhr an der Touri-Info den Flughafenbus nehmen (ca.7,50 €, Stadtbusse fahren erst gegen 06:30 Uhr).

Zuhause stelle ich erfreut fest, dass ich in dieser einen Woche 2,5 kg abgenommen habe, was wohl an den für mich ungewohnten Strapazen lag (für euch ist das wahrscheinlich Pipifax aber ich fand es mordsanstrengend).
Landschaftlich war es einmalig schön mit den lichten Birken- und Ebereschenwäldern unten und den kahlen grauen Bergen oben, der erstunlichen Blütenfülle am Wegesrand,den gepflegten Gärten , den bunten, teils verfallenen Häusern.

Nur das Nordlicht habe ich nicht gesehen und Wale auc nicht.
Aber vielleicht nächstes Mal?

Thorsten

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