Posted by: tilly
Re: Radfahren 'lernen' als Erwachsener? - 11/17/03 01:12 AM
Hallo, guten Abend, Martina,
Unbekümmertheit hin - Unbekümmertheit her: jetzt heißt es Farbe bekennen! "Entweder - oder"!! Willste nu in Frieden und Unzufriedenheit weiter leben oder willste endlich mal ne echte biker(in?)-Kurve kratzen? Sein oder Nichtsein: ist das hier die Frage? Wenn ich meinen Bengels und den kleenen Gören Tonleitern aufgebe - puhh!: glaubt mir keiner, was da für ein Quengeln anhebt; vor lauter "kann ich nich, mag ich nich, will ich nicht" fängt der stille Strom meiner Gutmütigkeit mächtig an zu rauschen. Da ist der kleine Finger zu kurz oder zu lang, die Augen sind viel zu weit- oder kurzsichtig,als daß sich genau ausmachen ließe, was in den Noten steht und und und. Neee, ne-ne-ne-nä: mit mir nich! Wer hier fragt, dessen Frage soll auch höflich beantwortet sein. Ich denkmal ich sagmal: wenn Dir meine Wiese mit den Maulwurfshügeln nicht gefallen kann - nu gut: damit kann ich leben - dann such Dir bitte eine ohne derartige Ornamente, ne schöne glatte mit englischem Rasen drauf und 'n bißchen Tau.
Einverstanden?
Dann wartest Du auf einen schönen (versprochen? nichts übereilen!) Frühlingstag, vor dessen Ende Du Dich bitte mit Deinem(er) Drahtesel(in?) spazierend Richtung nämlicher Wiese auf die Socken machst. Angekommen, herrscht dort schon diese unnachahmliche Frühlingsabenddämmerung, holde Düfte trägt ein Lüftchen sachte von fernen Feldern in Nase und Gemüt, der schwächer werdende Klang von Stimmen spielender Kinder, die nicht heimwollen, dringt herüber, und Du bist jetzt ANGEKOMMEN. Du weißt, was hinter Dir liegt (die öffentliche Frage im FORUM), Du weißt, was vor Dir liegt (die WIESE!), und während über Dir vom Firmament der Abendstern seine milden Schimmer auf das älter gewordene Haupt herabschickt, sammelst Du alle Gedanken in dem EINEN, denn nun mußt Du sie hinabfahren, die Wiese. Doch - wie das? entschlossen schon stehst Du im Rad und wirklich: schon beginnt das uralte Wechselspiel von Muskelkraft und Bewegung Dein Inneres auszufüllen wie bei den Heroen/innen der Frühzeit des Bicyclierens - und Martina fährt!. Welch' Schwung teilt sich da dem Vehikel mit! und wie flink scheint das feuchte Grün unter den glänzenden Reifen fortzulaufen! Endlich auch hören wir nun den Ruf der Eule (oder ist es ein Uhu?) und voller Bewunderung bemerken wir, daß Du tatsächlich und in vollster Erfüllung Deiner selbstgewählten Aufgabe - die Augen schließt. Mein Gott, wohin soll das führen? Weit und breit keine Ambulanz, kein Mensch, nicht einmal die Vögel kannst Du nun sehen. Warum nur hast Du das auf Dich genommen! Du fährst und fährst, als grenzte diese abschüssige Wiese nicht an's Wäldchen unten dort mit seinen Bäumchen!! Dem Herrn sei's gedankt; zum zweiten Mal nun schreit das Käuzchen und unten am Waldrand greift, beherzt, die Dame in die xyz-brakes. Sie öffnet die Augen und wendet sich um; im Zwielicht unserer Spätdämmerung zeichnet sich der Schlingerkurs ihrer Fahrt im bläulich-schwarzen Dunkelgrün des Grundes ab. War sie wirklich von dort oben her gekommen? Langsam geht sie zurück, gesenkten Blicks, doch voller Aufmerksamkeit für all die halben und zweidrittel-Kurven im Gras. Sie lächelt, still und bescheiden, und während die Kinder, die vorhin hier noch gespielt hatten, längst zuhause auf dem Bett sitzen und mit aufgerissenen Augen den Abenteuern von Mister Potter lauschen, geht am Himmel langsam der Mars auf, rötlich und stark. Da wendet Martina ihrem Heimweg sich zu. Ob sie jemand "davon" erzählen wird? Wer weiß das? Was ließe sich denn überhaupt erzählen? Wovon und worüber sollte gesprochen werden? Nein, nein: das feine Lächeln steht noch, eingefaßt von seinen Zügen in ihrem Gesicht, über den ein Augenblick ganz unverhofften Glückes einen kaum mehr sichtbaren rötlichen Schimmer gehaucht hat. - Was für ein Abend! Ach, Frühling, Frühling soll es sein! Heim fährt sie nun, und kein Gedanke kam ihr mehr in die Quere; hatte doch einfach vergessen, was sie geheißen hatte, ohne Sicherheit zu sein.
Den Träumern tausend schöne Traumfahrten wünscht
Tilmann
Unbekümmertheit hin - Unbekümmertheit her: jetzt heißt es Farbe bekennen! "Entweder - oder"!! Willste nu in Frieden und Unzufriedenheit weiter leben oder willste endlich mal ne echte biker(in?)-Kurve kratzen? Sein oder Nichtsein: ist das hier die Frage? Wenn ich meinen Bengels und den kleenen Gören Tonleitern aufgebe - puhh!: glaubt mir keiner, was da für ein Quengeln anhebt; vor lauter "kann ich nich, mag ich nich, will ich nicht" fängt der stille Strom meiner Gutmütigkeit mächtig an zu rauschen. Da ist der kleine Finger zu kurz oder zu lang, die Augen sind viel zu weit- oder kurzsichtig,als daß sich genau ausmachen ließe, was in den Noten steht und und und. Neee, ne-ne-ne-nä: mit mir nich! Wer hier fragt, dessen Frage soll auch höflich beantwortet sein. Ich denkmal ich sagmal: wenn Dir meine Wiese mit den Maulwurfshügeln nicht gefallen kann - nu gut: damit kann ich leben - dann such Dir bitte eine ohne derartige Ornamente, ne schöne glatte mit englischem Rasen drauf und 'n bißchen Tau.
Einverstanden?
Dann wartest Du auf einen schönen (versprochen? nichts übereilen!) Frühlingstag, vor dessen Ende Du Dich bitte mit Deinem(er) Drahtesel(in?) spazierend Richtung nämlicher Wiese auf die Socken machst. Angekommen, herrscht dort schon diese unnachahmliche Frühlingsabenddämmerung, holde Düfte trägt ein Lüftchen sachte von fernen Feldern in Nase und Gemüt, der schwächer werdende Klang von Stimmen spielender Kinder, die nicht heimwollen, dringt herüber, und Du bist jetzt ANGEKOMMEN. Du weißt, was hinter Dir liegt (die öffentliche Frage im FORUM), Du weißt, was vor Dir liegt (die WIESE!), und während über Dir vom Firmament der Abendstern seine milden Schimmer auf das älter gewordene Haupt herabschickt, sammelst Du alle Gedanken in dem EINEN, denn nun mußt Du sie hinabfahren, die Wiese. Doch - wie das? entschlossen schon stehst Du im Rad und wirklich: schon beginnt das uralte Wechselspiel von Muskelkraft und Bewegung Dein Inneres auszufüllen wie bei den Heroen/innen der Frühzeit des Bicyclierens - und Martina fährt!. Welch' Schwung teilt sich da dem Vehikel mit! und wie flink scheint das feuchte Grün unter den glänzenden Reifen fortzulaufen! Endlich auch hören wir nun den Ruf der Eule (oder ist es ein Uhu?) und voller Bewunderung bemerken wir, daß Du tatsächlich und in vollster Erfüllung Deiner selbstgewählten Aufgabe - die Augen schließt. Mein Gott, wohin soll das führen? Weit und breit keine Ambulanz, kein Mensch, nicht einmal die Vögel kannst Du nun sehen. Warum nur hast Du das auf Dich genommen! Du fährst und fährst, als grenzte diese abschüssige Wiese nicht an's Wäldchen unten dort mit seinen Bäumchen!! Dem Herrn sei's gedankt; zum zweiten Mal nun schreit das Käuzchen und unten am Waldrand greift, beherzt, die Dame in die xyz-brakes. Sie öffnet die Augen und wendet sich um; im Zwielicht unserer Spätdämmerung zeichnet sich der Schlingerkurs ihrer Fahrt im bläulich-schwarzen Dunkelgrün des Grundes ab. War sie wirklich von dort oben her gekommen? Langsam geht sie zurück, gesenkten Blicks, doch voller Aufmerksamkeit für all die halben und zweidrittel-Kurven im Gras. Sie lächelt, still und bescheiden, und während die Kinder, die vorhin hier noch gespielt hatten, längst zuhause auf dem Bett sitzen und mit aufgerissenen Augen den Abenteuern von Mister Potter lauschen, geht am Himmel langsam der Mars auf, rötlich und stark. Da wendet Martina ihrem Heimweg sich zu. Ob sie jemand "davon" erzählen wird? Wer weiß das? Was ließe sich denn überhaupt erzählen? Wovon und worüber sollte gesprochen werden? Nein, nein: das feine Lächeln steht noch, eingefaßt von seinen Zügen in ihrem Gesicht, über den ein Augenblick ganz unverhofften Glückes einen kaum mehr sichtbaren rötlichen Schimmer gehaucht hat. - Was für ein Abend! Ach, Frühling, Frühling soll es sein! Heim fährt sie nun, und kein Gedanke kam ihr mehr in die Quere; hatte doch einfach vergessen, was sie geheißen hatte, ohne Sicherheit zu sein.
Den Träumern tausend schöne Traumfahrten wünscht
Tilmann