Re: An alle Wildzelter

Posted by: veloträumer

Re: An alle Wildzelter - 10/16/09 01:18 PM

Hallo Jörg,
ich gehöre sicherlich nicht zu den erfahrenen und Will-unbedingt-Wildcampern. Aber ich habe es in letzter Zeit v.a. aus finanziellen Gründen verstärkt. Essen tue ich immer noch überwiegend in Restaurants. Je nach Gegend kann die Strategie unterschiedlich ausfallen - Taschenlampe sollte aber dabei sein:

Erst irgendwo was essen, dann im Dunkeln einen halbwegs aktzeptablen Platz finden, Sicht von der Straße nicht ausgeschlossen. Da ich früh wegfahre, spielt das in wenig frequentierten Gegenden auch keine Rolle.
Erst in der Umgebung einen Platz suchen, dann irgendwo Restaurant suchen, dann zurück und im Dunkeln Zelt aufbauen (Mondlicht ist natürlich am besten). Ist wichtig in der Nähe von Städten oder in sehr bergigen Gegenden (Steillagen - gibt es überhaupt in der Nähe einen Platz?).
In der Nähe eines Restaurants findet sich ein geeigneter Platz. Zelt aufbauen und ins Restaurant und zurück zum Schlafen gehen.

Generell ist das Nicht-gesehen-Werden für mich kein Kriterium. Bei später Ankunft und früher Abreise meist auch kein Problem. Ins Zentrum eines Stadtparks fahre ich ja nicht. Ich fühle mich sogar in einer nicht aufdringlichen menschlichen Umgebung mit einer gewissen Distanz sicherer als ganz entlegen alleine. Da ich häufig in den bergigen Gegenden unterwegs bin, ist der Anblick eines Zeltes irgendwo an einer Bergwiese den Bewohnern nicht unbedingt fremd. Der Platz sollte aber nicht so einsehbar sein, dass dort nachts zuweilen Autos vorbeifahren, die dann gleich anbei anhalten könnten. Hundegetier sollte natürlich auch nicht in der Nähe rumlaufen.

In Notlagen müssen aber alle Lagen herhalten. So habe ich dieses Jahr direkt zwischen einer nachts nahezu nicht befahrenen Straße und einem gefährlichen Abgrund campiert - oder auch in einer Abstellkammer für Sonnenschirme auf einer nicht bewohnten Passhöhe.

Sollte ich mich selbst versorgen, koche ich nicht, sondern mache nur kalte Küche. Dazu kaufe ich dann vorher ein - zuweilen muss man schon am Vormittag daran denken, weil die Einkaufsmöglichkeiten in einsamen Bergregionen oft sehr eingeschränkt sind. In Frankreich kann man gut kleine Weinflaschen bekommen (035 l) - das passt sehr gut für eine Einzelperson. Leider in anderen Ländern nicht oder zu selten. Beim Wildcampen gehe ich meist "schmutzig" unter die Decke. In Nordspanien habe ich gelegentlich auch eine Wasserstelle zum Abwaschen benutzt (oder Waschlappen in Fluss tauchen, etwa an der reißen Reuss bei Luzern). Mit Badegewässern unmittelbar am Wildcampingplatz hatte ich noch kein Glück.

Frühstück ist ja beim Wildcampen nicht verschieden vom Campingplatz. Da reise ich meist auch vor Öffnungszeiten ab. An vielen Reisetagen trinke ich morgens keinen Kaffee, dafür gerne abends nach dem Essen einen Espresso. Zu essen gibt es, was noch an Vorräten in der Tasche ist (Kuchen oder Kekse werden eigentlich immer gebunkert), größeres Frühstück dann meist bei dem nächsten Supermarkt oder der Bäckerei.