Posted by: iassu
Re: Wer ist schon mal ausgestiegen? - 04/10/09 11:55 AM
In Antwort auf: falk
Übliche Antwort: »Sei froh, dass Du Arbeit hast. Wenn Du willst, kannst Du sofort gehen. Es warten Zehntausende«. Deshalb doch die Vermutung, dass »gewerbliche Mitarbeiter« generell für ersetzbar gehalten werden und nicht gepflegt werden müssen.
Hast Du noch nicht gemerkt, dass die Weißkragen auf die anderen runtergucken? Ich erlebe es seit 30 Jahren beinahe täglich.
Hast Du noch nicht gemerkt, dass die Weißkragen auf die anderen runtergucken? Ich erlebe es seit 30 Jahren beinahe täglich.
Mal andersherum gefragt: warum sehen wir nicht gerne jemanden neben uns verhungern? Zumindest wegen unserer und seiner Menschenwürde. Was, außer entwürdigenden Almosen ist eine angemessene Zuwendung, die dem gerecht wird? Ein Anspruch auf Einkommen, den jeder mit dem Mindestmerkmal "Mensch" geltend machen kann. Daraus folgt in diesem Zusammenhang, daß die Gewährung dieses Grundrechts bedingungslos sein muß. Der Gipfel der Entwürdigung sind gerade die Bedingungen, an die die heutigen Sozialleistungen geknüpft sind. Ein Recht auf Arbeit trifft dagegen den Kern nicht. Wir haben uns nur schon so lange an diese Denkschublade gewöhnt.
Zur freien Persönlichkeitsentfaltung - und wer möchte diesen weiteren Anspruch sich oder Anderen absprechen - gehört dann, daß man sich der Lebensaufgabe widmet, in der man für sich den größten Sinn sieht. Nur wer anderen ein Verhalten nachsagen möchte, das er für sich selbst natürlich ablehnt, wird davon sprechen, daß dann niemand mehr arbeiten würde/wollte. Aber die Verhältnisse würden ganz umgedreht.
Die im Zitat von Falk beschriebene Haltung wäre weg vom Tisch. Wenn mein Arbeitsangebot nicht attraktiv ist, arbeitet niemand bei mir. Die unwürdige Verknüpfung von Abhängigkeit mit Vorschriften bzw. Schikanen wäre Geschichte. Und eine Auszeit zugunsten eine Radreise wäre nicht mit dem Damoklesschwert des Aussteigens aus dem sozialen Zusammenhang verbunden. Das verstehe ich unter menschenwürdigem Sozialstaat: das bedingungslose Grundeinkommen.
(Die damit zu verbindende Veränderung im Steuerbereich lasse ich hier weg.)