Posted by: otti
Re: Wer ist schon mal ausgestiegen? - 03/30/09 09:54 AM
Der Konflikt und das gegenseitige Werten bzw. Abwerten zwischen den "Daheimbleibern" und den Aussteigern ist so alt wie die Menschheit. Das hat mit der objektiv vorhandenen Reibung zwischen beiden Lebensstilen zu tun. Der Aussteiger lebt häufig auf Kosten der Daheimbleiber. Er erwartet z.B., dass ihm selbstverständlich Ersatzteile nachgeschickt werden oder Behördengänge erledigt werden, die er wegen seiner Abwesenheit nicht nachgehen kann. Und das sind nur die ganz harmlosen Dinge. Andersherum lebt der Daheimgebliebene aber auch von den Aussteigern. Er bekommt die Welt und die Kontakte ins Haus geliefert. Nicht wenige Aussteiger haben die Familien mit ihren Erfahrungen und Ideen letztlich bereichert.
All das geht aber selten ohne Konflikte und geräuschlos ab. Ich selber kann beide Seiten verstehen, weil ich einerseits ein Daheimgebliebener bin, der eine behinderte Frau zu betreuen hat, andererseits das Aussteigergen in sich trägt, das sich wie ein roter Faden durch unsere Familie zieht. Ich befriedige diese Neigung u.a. durch meine Egotrips auf dem Rad. Ohne dieses Ausbrechen würde ich eingehen. Ohne meine Familie würde ich mich allerdings einsam fühlen. So bin ich auch oft hin- und hergerissen zwischen den beiden Lebensgefühlen in mir selbst.
All das geht aber selten ohne Konflikte und geräuschlos ab. Ich selber kann beide Seiten verstehen, weil ich einerseits ein Daheimgebliebener bin, der eine behinderte Frau zu betreuen hat, andererseits das Aussteigergen in sich trägt, das sich wie ein roter Faden durch unsere Familie zieht. Ich befriedige diese Neigung u.a. durch meine Egotrips auf dem Rad. Ohne dieses Ausbrechen würde ich eingehen. Ohne meine Familie würde ich mich allerdings einsam fühlen. So bin ich auch oft hin- und hergerissen zwischen den beiden Lebensgefühlen in mir selbst.